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Foxconn: Keine Fabrik in Wisconsin – nur Technologiezentrum

31.01.2019 | 10:00 Uhr | Peter Müller

Von wegen 13.000 Jobs für Fabrikarbeiter: Foxconns Anlage in Wisconsin wird deutlich kleiner und spezieller als zunächst geplant.

Update vom 31. Januar 2019: Foxconn, mehr als nur Manufakturbetrieb für iPhones, iPad und Macs, schraubt seine Pläne für die mit viel Getöse angekündigte Fabrik in Wisconsin zurück, in die das Unternehmen mit staatlicher Hilfe aus den USA 10 Milliarden US-Dollar stecken wollte. Statt einer Fabrik, in der LCD-Panels entstehen sollten und die bis zu 13.000 Arbeitsplätze im Badger-State gebracht hätte, will Foxconn am Standort nun ein Technologiezentrum errichten. Gesucht werden nun hauptsächlich hoch qualifizierte Ingenieure und Wissenschaftler, aber keine Fabrikarbeiter mehr. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters verriet Louis Woo, Assistent des Foxconn-CEO Terry Gou, keine Pläne mehr für die TV-Produktion in den USA zu hegen, für die die Fabrik gedacht war. Man könne nicht mit Herstellern aus Asien konkurrieren, heißt es zur Begründung. Die Ansage, 13.000 Mitarbeiter einzustellen, hat Fosconn deutlich abgeschwächt. Vor allem heure man nun langsamer als geplant an, bis Ende 2020 wollte man laut ursprünglichen Plan 5200 Mitarbeiter eingestellt haben, nun heißt es aus Unternehmenskreise, die tatsächliche Zahl läge eher bei 1000.

Update vom 30. Oktober 2018: Stolz absolvierte der Gouverneur von Wisconsin Scott Walker im Juli 2017 zusammen mit seinem Präsidenten und dem Foxconn-Chef Terry Gou den ersten symbolischen Spatenstich für eine Fabrik, die 13.000 Jobs in den mittleren Westen bringen sollte. Da fielen die drei Milliarden US-Dollar Subventionen nicht sonderlich ins Gewicht, die Foxconn einstrich, mithin 230.000 US-Dollar pro in Aussicht gestelltem Arbeitsplatz. Walker sollten diese Maßnahmen die Wiederwahl sichern, kurz vor dem Urnengang berichtet aber "The Verge" darüber, dass es sich bei der ersten Niederlassung eines fantasierten "Silicon Valley von Wisconsin" wohl eher um ein Luftschloss handele. Denn der Investor reduzierte ursprüngliche Pläne und will nun hauptsächlich von Robotern fertigen lassen – nur noch ein Drittel der versprochenen Jobs sollen entstehen. Derweil sind die staatlichen Subventionen auf 4,1 Milliarden US-Dollar gestiegen, es bestehe auch kaum noch eine Chance, dass die Gesamtinvestition die angekündigten zehn Milliarden US-Dollar erreiche. Der Steuerzahler muss die Subventionen zurückzahlen, bis 2043 sollte sich das amortisieren, hieß es ursprünglich. Experten gehen aber davon aus, dass die Last sogar über 100 Jahre auf dem Staatssäckel ruhe, respektive die Subvention nie zurückgezahlt werde. Foxconn habe bei seiner Standortsuche für die LCD-Fabrik, die viel Wasser benötige, die Staaten an den großen Seen ausspielen können, Wisconsin war für die höchsten Subventionen zu haben, während die Gouverneure von Michigan, Illinois und Ohio abwinkten und allenfalls deutlich niedrigere Summen garantieren wollten. Sad, so sad.

Update vom 29. Juni 2018: Präsident Trump lobt den chinesischen Auftragsfertiger Foxconn für seine neue Fabrik in Wisconsin, für die gestern der erste Spatenstich anstand und die für die Fertigung von LCDs 13.000 Arbeitsplätze auf 185 Hektar schaffen will. Die Sache hat jedoch einen Haken: Der Bundesstaat im Mittleren Westen musste noch eine weitere Milliarde US-Dollar zu bereits gewährten 3 Milliarden US-Dollar an finanziellen Anreizen drauf legen, um die Niederlassung zu ermöglichen, berichtet Cnet . Foxconn habe bereits auch frühere Investitionsversprechen nicht eingehalten und etwa eine geplante Fabrik in Pennsylvania nie gebaut. Auch Apple, das in den kommenden Jahren 350 Milliarden US-Dollar in der Heimat investieren will, könnten den POTUS bald enttäuschen. Denn anders als dieser glaubt, hat der Mac-Hersteller keineswegs vor, neue Fabriken zu bauen. Ein weiterer neuer Campus wird entstehen, doch gibt Apple sein Geld in den USA vor allem für Forschung und Entwicklung aus, zusammengebaut werden die Ergebnisse weiterhin in Asien.

Meldung vom 27. Juli 2017: Der Elektronikhersteller Foxconn h at gestern im Beisein des US-Präsidenten und des hiesigen Gouverneurs angekündigt , 10 Milliarden US-Dollar in eine neue Fabrik in Wisconsin zu stecken. Zunächst werde man dort LCD-Panels für Fernsehapparate der Marke Sharp produzieren, an dem Foxconn-Eigner Hon Hai eine bedeutende Beteiligung hält. Der Staat an den großen Seen, wegen seiner ländlichen Prägung als Käse-Staat bekannt, lockt Foxconn mit Subventionen in Höhe von drei Milliarden US-Dollar. Früher hieß es, Foxconn wolle zusammen mit Apple eine Fabrik in den USA eröffnen.

Bei einer auf die Ankündigung folgende Veranstaltung hat sich Foxconns Geschäftsführer Terry Gou bei Trump und dem Gouverneur von Wisconsin Scott Walker bedankt und gemeint, dass die Fabrik in Wisconsin nur die erste in einer Serie weiterer Werke sei, die Foxconn in den Binnen-Staaten der USA bauen wolle. Vor wenigen Tagen hat Trump zudem behauptet, Apples Tim Cook habe ihm zugesichert, mehrere Produktionsstätten in die USA zu errichten . Bis jetzt fehlt jedoch eine Bestätigung oder Dementi seitens Apple.

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