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Apple: Zwölfte Auflage des Supplier Responsibility Progress Reports

08.03.2018 | 10:49 Uhr | Peter Müller

Zum zwölften Mal legt Apple seinen Bericht vor, der Fortschritte bei der Einhaltung von Arbeits- und Umweltschutzregeln in der Lieferkette aufzeigt.

Apple hat die zwölfte Auflage seines Supplier Responsibility Progress Reports veröffentlicht, in dem der Mac-Hersteller darlegt, welche Maßnahmen er zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Lieferkette ergreift. Gegenüber dem Vorjahr habe es einen leichten Anstieg von Regelverletzungen gegeben, die für die Arbeitsbedingungen, Menschenrechte und Umweltschutz gelten. Das liegt aber auch an dem Zuwachs von fast 20 Prozent an untersuchten Unternehmen.

Apple habe insgesamt 756 Zulieferer in 30 Ländern untersucht, 197 davon erhielten erstmals Besuch von den Inspektoren. Positiv fällt der 71prozentiger Abfall von Low-Performern auf, also Firmen, die auf der 100-Punkte-Skala Apples 59 Punkte oder weniger erreichen. Zudem hätten die High-Performer mit 90 Punkten und mehr einen Zuwachs von 31 Prozent erlebt und 90 Punkte oder mehr erreicht. Insgesamt hätten sich 59 Prozent der untersuchten Unternehmen dort platziert, 40 Prozent in der Mitte der Skala (60 bis 89 Punkte) und nur noch ein Prozent im Low-End. Im Jahr davor hatte Apple 633 Firmen inspiziert.

Immerhin habe Apple aber insgesamt 44 Verletzungen des Code of Conduct hinsichtlich des Arbeitsrechts festgestellt, doppelt so viele wie im Vorjahr. Minderjährige hat Apple nur in zwei Fällen an den Fließbändern und Werkbänken erwischt, es habe einen Fall von Gewalt gegeben und 38 Fälle von Verletzungen der Arbeitszeitregeln. Drei Arbeiter waren gezwungen, Schulden abzubauen, die durch Anwerbegebühren von Dritten entstanden waren.

Die Zulieferer halten sich zu 94 Prozent an die festgelegte maximale Arbeitszeit von 60 Wochenstunden, vor einem Jahr waren das noch 98 Prozent. Darüber hinausgehende freiwillige Überstunden würden laut Vereinbarungen mit 125 Prozent des Lohnes vergolten. Verletzungen beim Gesundheitsschutz habe man wie im Vorjahr keine festgestellt, die Unternehmen erreichen hier im Schnitt 90 von 100 Punkten. In Sachen Umweltschutz stieg der Durchschnittswert von 87 auf 91 Punkten, trotz einiger schwerer Verletzungen der Regeln zu Abwasser und Emissionen. Diese könnten aber auch an einer Verschärfung der Vorschriften gelegen haben.

Apple baut auch weiter seine Bemühungen bei der Energiewende aus, wie der Bericht darlegt. Im Jahr 2017 habe man zusammen mit seinen Zulieferern – die Beteiligung an den Programmen stieg um 77 Prozent – weitere 320.000 Tonnen CO 2 eingespart, durch energieeffizientere Produktion und Energiebezug aus erneuerbaren Quellen. Bis zum Jahr 2020 will Apple zusammen mit seinen Partnern eine Leistung von vier Gigawatt an regenerativen Energien zur Verfügung stellen. Das entspricht der Leistung zweier sehr großer Kernreaktoren, der leistungsstärkste in Deutschland steht bei Landshut und liefert nicht ganz 1,5 GW.

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