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Apples Bilanz von 2017, Aussichten für 2018

04.01.2018 | 08:00 Uhr | Peter Müller

Auf ein Neues! Apple hat im zurückliegenden (Geschäfts-)Jahr wieder mehr Umsatz und Gewinn gemacht. Für künftige Erfolge hat Cupertino zudem etliche kleinere Firmen übernommen.

Der Niedergang Apples hat sich verschoben - mal wieder. Konnte der iPhone-Hersteller im Geschäftsjahr 201/16 aber in der Tat erstmals seit 13 Jahren bei Umsatz und Gewinn nicht mehr zulegen, hat sich das im Jahr 2017 grundlegend geändert. Nicht nur fielen die Bilanzen wieder besser aus - wenn auch nicht in allen Details - mehr noch regen die jüngsten Entwicklungen die Phantasie der Anleger an. Von Jahresbeginn bis Mitte Dezember war der Wert der Apple-Aktie an der Nasdaq um 49 Prozent gestiegen. In Sachen Marktkapitalisierung ist Apple auf dem Weg zur ersten "Trillion-Dollar-Company", also virtuell mehr als eine Billion US-Dollar (englisch: trillion) wert. Auf über 900 Milliarden hat es Apple Ende 2017 schon gebracht.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Das iPhone X hat mal wieder Skeptiker und Apokalyptiker Lügen gestraft und verkauft sich bestens, aber auch das eher traditionelle iPhone 8 (Plus) wird vom Markt gut angenommen - begonnen hatte Apple neuer Boom schon mit dem iPhone 7 (Plus), das zwar jetzt in den Augen so mancher wie Altaluminium aussieht, aber immer noch ein höchst konkurrenzfähiges Smartphone ist.

Nach einigen Jahren des langsamen Niedergangs hat sich das iPad dank der neuen Pro-Modelle wieder gefangen, selbst der Mac legt noch zu. Der traditionelle Desktop- und Laptop-Computern hat also durchaus noch seine Existenzberechtigung, seine Nische, seinen Markt, seine Kunden.

Bei Wearables macht Apple keiner etwas vor. Zahlen nennt Cupertino zwar keine, doch sind sich Marktexperten einig, dass das Unternehmen sowohl mit Apple Watch als auch mit den AirPods im jeweiligen Marktsegment deutlich vorne liegt.

Und dann sind da noch die Zukunftsthemen. Mit dem ARKit hat Apple das Thema Augmented Reality für hunderte Millionen von Geräten verfügbar gemacht, was Entwickler heute für das iPhone lernen, wird künftigen Produkten zugute kommen. Das könnten AR-Brillen sein oder etwa Technik für autonome Automobile. An beidem forscht man im neuen Apple Park intensiv.

Das "nächste große Ding", auf das Börsianer so gerne spekulieren und warten, ist also schon in der Mache. Oder bereits in Vorläufern auf dem Markt.

Apple diskutiert derzeit noch intensiv mit Regierungen in aller Welt, wo man welche Steuern zu zahlen hat und was dann mit all dem Geld passiert, das rund um den Globus verteilt Barreserven von etwa einer Viertelbillion Dollar ergibt. Einen Teil des Geldes setzt Apple immer wieder dazu ein, sich frische Expertise in das Haus zu holen und übernimmt kleinere Firmen, von "Zeit zu Zeit", wie es im Apple Jargon heißt. Dabei heuert der Mac-Hersteller nicht nur Spezialisten für Zukunftsthemen, meist in Form ganzer Unternehmen, sondern investiert auch in eigene Produktionsanlagen respektive schießt Partnern entsprechend Geld vor, dass diese sie auf- und ausbauen können. Das ist klug und weitsichtig, gerade beim iPhone X hätte es auch schief gehen können, wenn nicht doch rechtzeitig ausreichend kritische Komponenten verfügbar gewesen wären. Im neuen Jahr wird Apple aber speziell in diesem Segment noch weit mehr Geräte ausliefern müssen. Dass die Nachfrage gestillt wird, dafür hat Apple 2017 vorgesorgt. Die erste Bilanz für das Geschäftsjahr 2018 erwarten wir für Anfang Februar. Darin wird vor allem  eine Zahl beeindrucken: Nach ernst zu nehmenden Prognosen wird Apple zwischen Oktober und Dezember fast 90 Millionen iPhones verkauft haben.

Lesen Sie hier nochmal, was wir 2017 über Apples Bilanzen und Firmenübernahmen berichten konnten:

Bilanz Q1 2017: Apples neuer Rekord – 78,4 Milliarden US-Dollar Umsatz

Das iPhone 7 verkauft sich bestens Apple hat nach einem Jahr wieder an Umsatz und Gewinn pro Aktie zugelegt. So ist Apple in die erste Berichtssaison gegangen.

Bilanz Q2 2017: Mehr Umsatz und Gewinn trotz weniger iPhones

Apple hat die Bilanz für sein zweites Quartal vorgelegt und gegenüber dem Vorjahr wieder mehr eingenommen und verdient. Lesen Sie hier, wie viel genau.

Bilanz Q3 2017: Die iPad-Strategie zahlt sich aus

Seit Anfang August hat Apple ein Sorgenkind weniger  in der Bilanz stehen. Wie der Turnaround des iPad gelang, lesen Sie hier .

Bilanz Q4 2017: Apples Pleite verschiebt sich...

Das Geschäftsjahr ist Ende September zu Ende gegangen, Apple hat die Bilanz dafür vorgelegt. Lesen Sie hier, wie hoch das Plus gegenüber 2016 ausfiel .

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Nach einer Flaute im Jahr 2016 hat sich der Wind für Apple und Macs gedreht. Im Jahr 2017 schreibt das Unternehmen ein Rekordjahr .

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