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Apples neue Rekordbilanz: 78,4 Milliarden US-Dollar Umsatz

01.02.2017 | 06:17 Uhr |

Das iPhone 7 verkauft sich bestens Apple hat nach einem Jahr wieder an Umsatz und Gewinn pro Aktie zugelegt.

Apple hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2016/17, das am 31. Dezember endete, eine neuen Rekordmarke bei Umsatz und Gewinn gesetzt. Der Umsatz war mit 78,4 Milliarden US-Dollar um etwas mehr als drei Prozent höher als vor einem Jahr, der Gewinn stieg von 3,28 US-Dollar auf 3,36 US-Dollar pro verwässerter Aktie - in absoluten Zahlen ist der Gewinn jedoch leicht gesunken, von 18,4 Milliarden auf 17,9 Milliarden US-Dollar.

Apples Umsätze und Gewinne seit 2012. So hoch wie nie war diesmal aber neben dem Umsatz nur der Gewinn pro verwässerter Aktie.
Vergrößern Apples Umsätze und Gewinne seit 2012. So hoch wie nie war diesmal aber neben dem Umsatz nur der Gewinn pro verwässerter Aktie.

iPhone setzt neuen Rekord

Hauptumsatzbringer war natürlich wieder das iPhone, von dem Apple im Berichtszeitraum mit 78,3 Millionen Stück so viel verkaufte wie noch nie zuvor innerhalb eines Quartals - vor einem Jahr waren es 74,8 Millionen gewesen. iPhone 7 und iPhone 7 Plus scheinen also gut bei der Kundschaft anzukommen. Der mit iPhones erzielte Umsatz stieg von 51,6 Milliarden US-Dollar auf 54,4 Milliarden US-Dollar. Apple nennt zwar keine genauen Zahlen, doch betont Tim Cook in der Bilanzpressekonferenz, dass das iPhone 7 das bestverkaufte im Quartal gewesen sei. Bei der 7er-Reihe beobachte man aber ein starke Nachfrage nach den Plus-Modellen, die man so bei den Vorgängern iPhone 6 und iPhone 6S nicht erlebt habe. Deshalb seien die iPhone 7 Plus zum Jahreswechsel auch schwer lieferbar gewesen. Der Erlös pro iPhone ist übers Jahr leicht von 690,50  US-Dollar auf 694,57 US-Dollar gestiegen.

Fast 80 Millionen iPhones hat Apple im Weihnachtsgeschäft verkauft.
Vergrößern Fast 80 Millionen iPhones hat Apple im Weihnachtsgeschäft verkauft.

Mac stark, iPad weiter schwach

Erneut schwächer abgeschnitten als im Vorjahr hat beinahe erwartungsgemäß das iPad. 13,1 Millionen Verkäufe (gegenüber 16,1 Millionen) brachten 5,5 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 7,1 Milliarden USD) in die Kassen Cupertinos. Das letzte neue iPad-Modell hatte es jedoch im Frühjahr 2016 gegeben, im Jahr davor hatte Apple das iPad Pro im Herbst in den Handel gebracht. Leicht zugelegt hat jedoch der Mac, von 5,31 auf 5,37 Millionen Stück, der Umsatz stieg von 6,7 auf 7,2 Milliarden US-Dollar, im Durchschnitt erlöste Apple also etwas mehr pro Mac, 1340 US-Dollar gegenüber 1261 US-Dollar. Grund dafür dürfte das im Oktober herausgebrachte Macbook Pro sein - gleichzeitig nahm Apple das bisher günstigste Modell, das Macbook Air mit 11-Zoll-Bildschirm, aus dem Angebot. Zwar hatte Apple in einem Quartal (4/2015) schon einmal mehr Geräte verkauft, aber mit seinem Klassiker noch nie mehr eingenommen. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage beim Macbook Pro pendle sich nun ein, was sich positiv auf die Lieferzeiten auswirken würde. Bezüglich des iPad deutete Tim Cook auf Nachfrage des UBS-Analysten Steve Milonovich ein Upgrade innerhalb der nächsten 90 Tage an. Man glaube bei Apple weiterhin an das Produkt und habe "tolle Neuheiten in der Pipeline".

Mehr Macs wurde Apple nur einmal los, im vierten Quartal 2015
Vergrößern Mehr Macs wurde Apple nur einmal los, im vierten Quartal 2015

Services boomen, Apple Watch gibt Rätsel auf

Der Services-Bereich, in dem Apple Umsätze aus Angeboten wie iCloud, iTunes und dem App Store konsolidiert, hat erneut zugelegt, um stolze 13 Prozent auf 7,2 Milliarden US-Dollar. Der Bereich "Sonstiges", in dem Zubehör, Beats-Kopfhörer, iPods und die Apple Watch zusammenkommen, verlor indes gegenüber Vorjahr 8 Prozent und trug 4,02 Milliarden US-Dollar zum Umsatz bei. Im September hatte Apple eine zweite Generation der Apple Watch herausgebracht, die diesen Bilanzposten zumindest nicht herausgerissen hat. Genaue Verkaufszahlen für die intelligente Armbanduhr lassen sich aus der Bilanz aber nicht erschließen. Apple behauptet jedoch, auch die Apple Watch habe im ersten Quartal einen neuen Verkaufsrekord gesetzt. Dann sähe es  für den iPod noch finsterer als in den Jahren zuvor aus und auch die Beats-Kopfhörer und -Lautsprecher wären dann eher nur mäßig erfolgreich. Laut einer Studie hat das Apple TV zumindest in den USA an Marktanteilen verloren - auch die Settopbox subsummiert Apple unter "Sonstiges".

Bei den Services sind vor allem die Umsätze im App Store entscheidend, allein im Dezember habe der App Store laut Tim Cook einen Umsatz von drei Milliarden US-Dollar erwirtschaftet, was einen neuen Rekord bedeute. 70 Prozent davon leitet Apple an die Entwickler weiter, wir wagen daher die Hochrechnung, dass Umsätze mit Apps für Apple um die 2,5 Milliarden US-Dollar im Quartal eingebracht haben. Der Rest entfällt auf das Musik-Geschäft (iTunes und Apple Music) sowie den vermieteten iCloud-Speicher. Für beide Posten meldet Apple jeweils ein Allzeithoch, bleibt aber auch hier genaue Zahlen schuldig.

Am stärksten bei den Services gewachsen ist jedoch Apple Pay - kein Wunder, schließlich hatte Apple im vergangenen Jahr die vier Länder Japan, Russland, Neuseeland und Spanien an den Dienst angeschlossen. Die Anzahl der Anwender hat sich verdreifacht, der Wert der Transaktionen gar verfünffacht. Allein für sich genommen, würde ein Unternehmen "Apple Services" in der Fortune-100-Liste der umsatzstärksten Unternehmen der USA auftauchen.

64 Prozent seiner Umsätze hat Apple außerhalb der USA generiert in "Greater China" (Volksrepublik China, Hongkong, Taiwan) ging der Umsatz jedoch um 12 Prozent zurück. Das iPhone ist in der Region unter starken Druck lokaler Hersteller geraten.

Erwartungen der Wall Street übertroffen

Apple hatte eine derartige Bilanz schon im Oktober angekündigt, als sich gute Verkäufe des iPhone 7 (Plus) abzeichneten. Die eigene Prognose lautet auf einen Umsatz von 76 bis 78 Milliarden US-Dollar, Wall Street hatte mit 77,8 Milliarden US-Dollar gerechnet - die tatsächlichen Zahlen lagen also noch ein Stück höher. Für das bereits laufende zweite Quartal sieht Apple einen Umsatz zwischen 51,5 und 53,5 Milliarden US-Dollar vor.

Im laufenden Quartal hat Apple rund 15 Milliarden US-Dollar in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an Investoren ausgeschüttet, seit beginn des Programms insgesamt mehr als 200 Milliarden US-Dollar. im laufenden Quartal will Apple eine weitere Dividende von 57 Cent pro Aktie auszahlen, sie wird am 17. Februar fällig.

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