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Apples Services: Absehbare Startschwieirigkeiten

19.02.2019 | 10:57 Uhr | Peter Müller

Gleich zwei Dienste will Apple bald (neu) starten: Ein Zeitungs- und Zeitschrifenabo und einen TV-Streamingdienst. Ob die Welt aber wirklich darauf gewartet hat und Apple News wie Apple TV durchstarten? Skepsis macht sich breit.

Update vom 19.2.19: Apple will mit seinem Videoservice sein Wachstum voran trieben, steht nach Ansicht des Jefferies-Analysten Tim O'Shea aber vor großen Schwierigkeiten . Denn Filmstudios werde Apple nur schwer davon überzeugen können, ihre Inhalte über Apple TV zu streamen, zumal Apple 30 Prozent der Umsätze für sich behalten will. Die Konkurrenz insbesondere von Netflix, Hulu und Amazon ist zudem recht groß, die Kunden werden sich kaum mehr als einen Streamingdienst leisten wollen, Apple werde für sein Angebot vermutlich 15 US-Dollar im Monat verlangen. Für originale Inhalte will Apple zwar eine Milliarde US-Dollar investieren, das ist aber nur ein Bruchteil dessen, was Netflix ausgibt. Sollte es Apple aber trotzdem gelingen, bis zum Jahr 2023 250 Millionen zahlende Abonnenten zu finden – Netflix hat derzeit 139 Millionen – würden diese Einnahmen nur fünf Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. Apple bleibt stark von den iPhone-Umsätzen abhängig.

Meldung vom 15.2.19 : Noch weiß man nichts Offizielles über Apples Videostreamingdienst, aus mehr oder minder gut informierten Quellen muss man sich so einiges zusammen reimen. Dass aber der neue Service ein Heilsbringer für Cupertino sein würde, hält unser Macworld-Kollege Michael Simon aber für stark übertrieben . Denn Apple sei in seiner Hybris gefangen und begehe die gleichen Fehler wie bei Apple Music wieder. Niemand hat Apple bisher im Geschäft mit TV-Serien und Filmen vermisst, Netflix und Amazon machen den Job bereits seit Jahren und werden immer wieder mit Emmys und gar Oscars ausgezeichnet. Apple erreiche recht spät den roten Teppich, halte sich dort aber für die Diva Nummer eins. Anders ließe sich nicht erklären, dass Cupertino stolze 30 Prozent des Umsatzes - und bei News angeblich sogar die Hälfte - einbehalten will, wenn es die Inhalte an seine zugegebener Maßen große Nutzerschaft verteile. Was Apple von anderen unterscheiden könnte, sei die Nutzererfahrung, die mit Apple Music lasse aber nicht viel Gutes erhoffen.

Langwierige Verhandlungen, schon auf den Weg gebracht

50 Prozent für Apple, 50 Prozent für die Publisher, ist das nicht unfair? Während John Gruber von Daring Fireball das Wort "insane" verwendet, wirft Recodes Peter Kafka einen anderen Blick auf die Angelegenheit . Apple habe bereits jede Menge von Zeitschriften für seinen Dienst Texture zu diesen Konditionen unter Vertrag genommen. Diese hoffen, dass der für das Frühjahr avisierte Neustart der News-App auf dieser Basis zu einem großen Erfolg wird und Apple ein Millionenpublikum anspricht, das sie bisher nicht erreichten. Interessant für die Verleger sind daher ihre absolutes Einnahmen in harter Währung und nicht der Anteil am Gesamtumsatz des Systems. Das Argument wird allerdings bei den großen Zeitungen wie der "New York Times" und der "Washington Post", die Apple beide gerne mit an Bord hätte, aber nicht ziehen. Diese betreiben bereits erfolgreiche Digital-Abos und wollen dann doch lieber 100 Prozent von ihrem Kuchen anstatt 50 Prozent von einem vielleicht nicht mal größeren. Die Verhandlungen werden sich sicher noch eine Weile hinziehen und nicht alle Wunschpartner schon zum Start bereit stehen.

Apple hat sich schon einmal an dem Zeitungskiosk versucht: Eine Extra-Abteilung des App Stores ging 2011 an den Start und verschwand mit iOS 9, also 2015 wieder – respektive wurde durch Apple News ersetzt . Der Zeitungskiosk war auf iOS-Geräten im Wesentlichen aber nur ein spezieller Ordner, in den Publisher ihre Apps einstellen konnten.

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