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Apples Übernahmestrategie 2018 erklärt

18.10.2018 | 10:07 Uhr | Peter Müller, Halyna Kubiv

Apple übernimmt von Zeit zu Zeit kleinere Firmen, ein großer Deal wie der Kauf von Netflix ist nicht absehbar.

Apple übernimmt von Zeit zu Zeit kleinere Firmen, das ist bekannt. Die Steuerreform und die Rückführung von 200 Milliarden US-Dollar in die USA ließen aber Spekulationen wachsen, Apple würde nun eine oder zwei größere Akquisen anstreben, Netflix und/oder Tesla beispielsweise. Das ist nicht der Fall, wie " The Street " darlegt.

2018 ist Apple sich treu geblieben und auf die Bereiche der Services und Chip-Entwicklung konzentriert. Die größte Übernahme passierte an sich noch im Dezember 2017, konnte aber erst im September 2018 abgeschlossen werden: Apple kaufte Shazam, eine Musikerkennungs-App bzw. -Technologie. Knapp 400 Millionen US-Dollar hat die Firma gekostet , warum Shazam diesen Preis wert ist, liegt auf der Hand. Apple will damit das Nutzererlebnis von Apple Music verbessern, Siri wird Lieder besser erkennen und hoffentlich passendere vorschlagen. Auf dieser Linie liegt ebenfalls die Übernahme von Texture : Zwar kann der Dienst nichts mit Musik anfangen, schließt jedoch anderswo eine wichtige Lücke in Apples Portfolio. Texture hat schon jetzt Verträge mit den großen Verlagshäusern wie Condé Nast, vielleicht schafft Apple mit Hilfe von Texture das, was im Alleingang seit 2012 gescheitert ist – einen Magazin-Kiosk mit hochwertigen Inhalten und mit einem bezahlbaren Preismodell, womit die Leser als auch die Verleger (über)leben können.

Diese Startups hat Apple 2016 gekauft

Eine zweite Sparte, in die Apple 2018 investiert hat, ist eigene Hardware-Entwicklung. Dazu passt die Übernahme von Akonia Holographics . Der Startup beschäftigt sich mit der Entwicklung von den AR-Gläsern. Anscheinend kann das Wissen von Akonia Holographics Apple dabei helfen, AR-Brillen in einer entsprechenden Qualität zu entwickeln. Die Geschichte mit Dialog Semiconductor ist etwas komplizierter, passt aber ebenfalls gut in die Hardware-Sparte von Apple. Den Chip-Hersteller hat der Konzern nicht komplett gekauft, sondern einen Teil der Belegschaft übernommen. Die Firma an sich bleibt bestehen, zudem gibt es Berichte, dass Apple bereits Verträge für 2019 und 2020 zur Herstellung von Power-Management-Chips geschlossen hat.

Apple konzentriert sich also weiterhin darauf, um mit Übernahmen sein wachsendes Services-Geschäft zu stärken (Texture, Shazam) oder in Forschung und Entwicklung zu investieren (Akonia Holographics, Dialog Semiconductor). Cupertino will anscheinend das nächste große Ding lieber selbst entwickeln, anstatt sich groß irgendwo einzukaufen. Ganz auszuschließen seien große Deals für die Zukunft nicht, wären aber eher untypisch für den Mac-Hersteller.

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