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ARD dramatisiert Smart-Home-Sicherheitslücken

21.02.2017 | 17:47 Uhr |

Ein Kühlschrank mit integrierter Internet-Funktion, via App ferngesteuerte Haustüren, Lichtanlagen oder Fensterrollläden: digitalisierte Gegenstände finden immer mehr Anklang in den deutschen Haushalten. In einer Reportage der ARD wurde nun die Sicherheit des Smart Homes hinterfragt – mit einer recht einseitigen Berichterstattung.

„Smart Homes sind alles andere als sicher.“ – so lautete das Fazit des Wirtschaftsmagazins "plusminus" der ARD. In einer rund achtminütigen Reportage zeigte plusminus (via iFun ) wie einfach es offenbar sei, Türschlösser oder Überwachungskameras im Smart Home zu hacken und stufte die Sicherheit des Smart Homes als unzureichend ein.

Von den klischeehaft genutzten Hacker-Szenarien mal abgesehen, erweckt der Beitrag den Eindruck, dass ohne Probleme „über zehntausend“ Smart Homes im Internet frei gefunden und gehackt werden können. Im Nu habe der engagierte Hacker in München das von "plusminus" in Dortmund eingerichtete Smart-Home-Türschloss finden und ansteuern können. Ein paar Mausklicks später heißt es dann: „Über das Internet ist die Tür sofort entriegelt.“

Was "plusminus" als kinderleicht darstellt, ist in der Realität dann aber doch etwas komplizierter: Aus dem Beitrag kann man schließen, dass für die Demonstration des Hackerangriffs weder Standard-Gerätekennwort noch der Zugang vom Smart-Home-Besitzer bewusst geändert wurde. Kein Wunder also, dass das Türschloss anscheinend so schnell geöffnet werden konnte.

Doch auch wenn heutzutage viele Router-Hersteller zufällig generierte Passwörter verteilen oder Nutzer im Zuge der Installation derartiger Geräte ein eigens ausgewähltes Passwort einrichten müssen, kritisiert der Beitrag zurecht die teils fehlende Kommunikation zwischen Hersteller und Nutzer.

Viele seien sich nicht der Gefahr bewusst, der sie ausgesetzt sind, heißt es im Beitrag. Und das kann durch aus der Wahrheit entsprechen, denn manche Hersteller informieren nicht ausreichend über mögliche Sicherheitslücken und erklären nicht, wie leicht diese geschlossen werden können.  

An diesem Punkt könnte die Politik mit neuen Gesetzen für mehr Sicherheit sorgen. Strengere Haftungsregeln, die Hersteller zu einer höheren Produktsicherheit zwingen könnten, werden jedoch von der Bundesregierung als nicht notwendig angesehen. Laut plusminus habe diese mitgeteilt, dass sie keinen Bedarf für die von der EU-Kommission geplanten Schadensersatzregelung sehe.

Smart Homes jedoch als „alles andere als sicher“ zu bezeichnen, spiegelt nicht wirklich den bestehenden Sicherheitsgrad wieder. Nicht nur der Hersteller, sondern auch der Nutzer befindet man sich in der Pflicht für die notwendige Sicherheit zu sorgen. Das Ändern von Standard-Passwörtern oder das regelmäßige Installieren von Software-Updates steigern die Sicherheit erheblich und kann ganz leicht von jedem Nutzer durchgeführt werden.

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