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Augmented Reality: Das ist neu in ARKit 2

14.06.2018 | 16:14 Uhr | Bastian Gruber

In Sachen Argumented Reality ist Apple dank seiner mobilen Hardware und der engen Verzahnung mit iOS der Konkurrenz einige Schritte voraus. Die im letzten Jahr vorgestellte Entwickler Bibliothek ARKit hat auf der WWDC 2018 Anfang Juni einen Nachfolger erhalten: ARKit 2.

Die neuen, computerunterst├╝tzten Realit├Ąten lassen sich in zwei Kategorien einsortieren: AR und VR. AR steht hier f├╝r Augumented Reality und bedeutet, dass die reale Welt mit zus├Ątzlichen k├╝nstlichen Inhalten angereichert, sich durch Brillen oder Displays betrachten l├Ąsst. Ein Beispiel: Sieht man sich einen Wegweiser durch die Kamera und den Bildschirm des iPhone an, zeigt eine AR-Anwendung die Entfernung zu der Stadt und/oder ein Vorschaubild der Sehensw├╝rdigkeiten dort.

VR hingegen bedeutet Virtual Reality. Also eine komplett virtuelle Welt. Setzt man eine spezielle Brille auf, bewegt man sich als Protagonist in First-Person- oder Third-Person-Ansicht durch eine k├╝nstliche Realit├Ąt. Die ersten Anwendungsbeispiele sind Spiele oder Nachbauten von Sehensw├╝rdigkeiten, die man virtuell durchstreift. An VR hat Apple anscheinend kein gro├čes Interesse, umso mehr an AR.

Apples Heimvorteil bei AR

AR-Anwendungen sind Apps, die sich erweiterten Schnittstellen des Smartphones bedienen. Apples eigene API ARKit hat in diesem Jahr die Versionsnummer 2 erhalten. Bisher konnten AR-Anwendungen lediglich statische Objekte wie Poster lesen und R├Ąume durch virtuelle Objekte erweitern.

ARKit 2 bietet Entwicklern drei grundlegend neue Funktionen : 3D und bewegbare Objekte erkennen, mehrere Spieler k├Ânnen gemeinsam agieren und Anwendungen k├Ânnen den letzten Status speichern, um sp├Ąter zur├╝ck zu kehren.

3D und bewegbare Objekte

Neu hinzugekommen sind die Erkennung von 3D-Objekten wie Vasen, Spielzeugen und M├Âbeln. Au├čerdem k├Ânnen bewegbare 2D-Objekte erkannt werden. Entwickler haben jetzt die M├Âglichkeit, Gegenst├Ąnde wie Spielfiguren oder Verpackungen in die eigene Anwendung zu integrieren. ARKit 2 wir in Zukunft also Apps erm├Âglichen, die sich immer mehr mit der Realit├Ąt verzahnen.

Mehrspieler-Modus

Eine weitere signifikante Verbesserung ist das Zusammenspielen mit Freunden. Bislang konnte man nur sein eigenes Spiel (oder eine andere Anwendung) auf dem iPhone oder iPad erleben. ARKit2 erm├Âglicht das Zusammenspielen von mehreren Endger├Ąten. Freunde, die sich im gleichen Raum aufhalten, k├Ânnen also am gleichen Spiel teilnehmen und die Aktionen des Anderen am eigenen Bildschirm sehen.

Auf der WWDC 2018 zeigte Lego wie Mehrspieleranwendungen aussehen können.
Vergr├Â├čern Auf der WWDC 2018 zeigte Lego wie Mehrspieleranwendungen aussehen k├Ânnen.

Speichern des aktuellen Standes

Benutzer sind es gewohnt, dass iOS-Apps sich nach dem erneuten ├ľffnen in den letzten Zustand vor dem Schlie├čen versetzen. AR-Anwendungen sind jedoch aufwendiger gestrickt und ben├Âtigen mehr Speicherplatz. Mit ARKit 2 jedoch erlaubt es Apple den Entwicklern, Spielst├Ąnde zwischenzuspeichern.

Das Resultat: Eine einmal aufgebaute Umgebung mit imagin├Ąren Objekten ist nach dem zwischenzeitlichen Pausieren der Anwendung wieder genauso vorfindbar. Vor allem f├╝r Kinder k├Ânnen beruhigt nach Ablauf ihrer erlaubten Spielzeit ins Bett gehen und am n├Ąchsten Tag das Spiel an der letzten Stelle wieder aufnehmen.

Neues Dateiformat

Damit AR zum Erfolg wird, ben├Âtigt Apple Hilfe. Diese findet Cupertino bei Unternehmen wie Adobe, das nat├╝rlich daran interessiert ist, dass Kunden Objekte mit kommerzieller Absicht einsetzen. Apple hat hierf├╝r die T├╝ren ge├Âffnet und das USDZ-Format vorgestellt.

Dritthersteller k├Ânnen ihre eigenen 3D-Kreationen in diesen Format abspeichern, um sie anschlie├čend in AR-Anwendungen unter iOS 12 zur Verf├╝gung zu stellen. Bald d├╝rfte es also ein ganzes ├ľkosystem voller 3D-Objekte und Anwendungen geben, die miteinander interagieren. Wenn auch vorl├Ąufig nur unter iOS.

Fazit

Bislang sind AR-Anwendungen vor allem beim jungen Publikum beliebt. Unternehmen wie IKEA und andere Einrichtungsh├Ąuser bem├╝hen sich, virtuelle Gegenst├Ąnde in der realen Umgebung zu platzieren um Kaufentscheidungen zu erleichtern. Bislang fehlen jedoch noch Spa├č und N├╝tzlichkeitsfaktor .

Mit dem ARKit 2 geht Apple aber einen gro├čen Schritt. Nicht nur kommen weitere n├╝tzliche Features dazu, Apple macht es den Entwicklern auch sehr einfach, komplizierte Anwendungen simpel und schnell umzusetzen. Dank der exzellenten mobilen Hardware und einem funktionierendem ├ľkosystem bietet Apple gerade alles, um AR zum Erfolg zu f├╝hren. Bis es dazu kommt, werden noch ein paar Jahre verstreichen, in Zukunft d├╝rfen wir uns aber auch reichlich mehr AR-Anwendungen im App Store freuen.

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