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Augmented Reality: Wohin die Reise geht

19.10.2017 | 16:26 Uhr |

Apple hat die AR-Technologie auf Millionen von Geräten gebracht, doch ist diese neue Entwicklung überhaupt nützlich?

Tim Cook wird bei jedem Interview nicht müde zu betonen, dass die sogenannte Augmented Reality die Zukunft sei, dass ARKit & Co. erst einen Anfang bereiteten. Tatsächlich hat sich die Technologie um die erweiterte Realität bereits im Business-Bereich schon fest etabliert. Auch Google Glass, das gescheiterte Projekt von Google, lebt dort weiter und bringt für solche Unternehmen wie Coca Cola Troubleshooting in Echtzeit.

Die Messe Augmented World Expo 2017 in München zeigt die neuesten Trends in den Bereichen AR und VR. Heute kann man Smartglasses nicht mehr aus einer Werkstatt oder aus einer Produktionshalle wegdenken, doch noch vor vier Jahren auf einer ähnlichen Veranstaltung konnte man Projekte für den Endbenutzer an den Fingern einer Hand abzählen.

AR: Weit mehr als Spiele

Ganz klar werden von der neuen Technologie besonders Spiele profitieren, noch sind die Beispiele dafür aber rar. Die Möglichkeit jedoch, mit der Umgebung zu interagieren wird auch iOS-Spiele auf ein neues Level heben. Ein gutes Beispiel dafür und eine coole Idee hat ein schweizerischer Entwickler Adventures Lab mitgebracht – auf dem Boden wird ein spezieller Teppich ausgebreitet, dieser sieht in etwas so aus wie die üblichen Spieleteppiche fürs Kinderzimmer mit Straßen, Häusern und Parks. Hält man das iPhone oder das iPad mit der aktivierten App darauf, kann man sofort los spielen, zum Beispiel, ein Feuer in einem der Häuser löschen. Dafür bietet die App einen virtuellen Feuerlöscher. Falls es damit nicht klappt, muss der Spieler ein Notruftelefon betätigen und mit dem hereinfliegenden Helikopter Wasser auf das brennende Haus schütten. Der Teppich ist nicht nur für Daddeln da: In einem anderen Modus kann das Kind noch dabei was lernen, zum Beispiel menschliche Anatomie erforschen. Der Entwickler verspricht, pro Jahr mehrere solche Lern-Spiele in der App freizuschalten, so wird das Kind des Spiels hoffentlich nie überdrüssig.

AR im Fernsehen

Außer klassischen Spielen, die schon jetzt stark im AR- und vor allem im VR-Bereit vertreten sich, macht sich die erweiterte Realität auch das Fernsehen zu erobern. Wie das funktionieren kann, zeigt das Münchner Unternehmen Eyecandylab GmbH . In Zusammenarbeit mit Pro Sieben startet in zwei Wochen eine interaktive Sendereihe von Galileo. Die populärwissenschaftliche Sendung hat gleichzeitig eine gleichnamige App "GalileoAR" im Store, Eyecandylab liefert dafür eigene Technologie. So kommt die Idee eines Second Screens zu einer Sendung oder zu einem Film auf ganz neues Niveau. Denn der Zuschauer hat die zusätzlichen Infos gleichzeitig mit dem Hauptinhalt im Fernseher im Blick, der Medienbruch lässt sich so vermeiden, die begleitenden Infos kommen dennoch an den Mann. Sehr spannend ist die Idee der Augmented Reality bei Live-Veranstaltungen, zum Beispiel bei einem Fußballspiel. Der Fan wird hier zu einem eigenen Kommentator, denn die App beliefert den Nutzer mit allen nötigen Informationen: Der Aufstellung der Mannschaften bei dem Spiel, den Spielestatistiken bei vergleichbaren Begegnungen, gar den Live-Informationen zu den bestimmten Ereignissen auf dem Feld.

Die Zukunft steht weit offen

Es zeichnet sich bereits ab, dass der Unterhaltungsbereich in der nächsten Zeit mit den neuen Ideen rund um AR explodieren wird. Zum einen wird die Technologie, nämlich die Programmierwerkzeuge mit Apples ARKit und Google Tango kostenlos. Davor musste man in meisten Fällen bei den Anbietern SDK einkaufen oder eine eigene Technologie von Null auf entwickeln. Zum anderen stehen beispielsweise Fernsehsender zunehmend unter Druck, ihre Zuschauerzahlen schmelzen langsam dahin. Um das Publikum zu halten, müssen sie etwas mehr bieten, am besten etwas, was die Youtube-Konkurrenz noch nicht hat. Daher ist das Interesse an der neuen Technologie groß – nach eigenen Angaben führt Eyecandylab bereits Gespräche im Ausland, so wäre bereits der erste US-Sender an AR-Inhalten interessiert.

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