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macOS 10.14: Wartungsupdate mit Dark Mode

17.05.2018 | 13:30 Uhr |

Zur WWDC wird Apple mit macOS X 10.14 ein neues Betriebssystem vorstellen, so viel ist sicher. Details sind nicht klar, aller Voraussicht nach wird Apple aber nur wenige neue Funktionen einführen und stattdessen den zu Grunde liegenden Code optimieren.

Auf macOS 10.13 folgt Version 10.14, seit OS X 10.8 Mountain Lion aktualisiert Apple auch das Betriebssystem im Jahrestakt. Zur Eröffnung der WWDC werden am 4. Juni die dort versammelten Entwickler und die interessierte Öffentlichkeit erste Details sehen, die Publi-Beta-Phase dürfte gegen Ende Juni beginnen, mit der finalen Version ist ab Mitte September zu rechnen - falls Apple den Fahrplan der vergangenen Jahre einhält.

Was aber der High-Sierra-Nachfolger bringen wird, ist derzeit nur Gegenstand der Spekulation, vermutlich wird auch erst dieser Tage in Cupertino entschieden, was noch in die Entwickler-Beta reinkommt und was (noch) nicht. Die Erwartungen an das neue System sind aber nicht so groß, seitdem im Februar Berichte laut würden, Apple wolle sich mit macOS 10.14 und auch iOS 12 vor allem auf Fehlerbehebungen und Optimierungen konzentrieren und weniger auf neue Funktionen.

Dies soll Apples Softwarechef Craig Federighi gegenüber Ingenieuren des Unternehmens angekündigt haben, viele ursprünglich geplante neue Funktionen würden auf das Jahr 2019 verschoben. macOS 10.14, erhält dann vermutlich eher keinen völlig neuen Namen wie "Golden Gate", sondern würde mit seiner Nomenklatur in den Bergen Südkaliforniens bleiben dürfte.

Durchgesickert: Schneller wach und völlig dunkel

Eine der Verbesserungen bestehender Systemkomponenten, auf die Apple sich wohl konzentrieren werde, nennt etwa die Website "idownloadblog ". Demnach werde der Mac nach dem Update wieder schneller aus dem Ruhezustand zurückkehren. Denn was früher eine praktisch sofortige Angelegenheit war, ist in den letzten Jahren immer langwieriger geworden. Gerade, wenn man den Mac mit der Apple Watch weckt und entsperrt, kann der Vorgang nervig lange Sekunden dauern – unpraktisch, wenn man mehrmals täglich den Rechner schlafen schickt und ihn wieder aufweckt.

Der bekannte Entwickler und   Autor bei 9to5mac Guilherme Rambo eine weitere Neuerung im Webkit-Code gefunden, die sich angeblich auf macOS 10.14 bezieht. Anscheinend will Apple, dass sich das neue System an dunkle Arbeitsumgebungen anpassen kann und eine Art von Nachtmodus anbieten. Diese Möglichkeit schließt Rambo daraus, dass macOS 10.14 anscheinend diverse "Appearances", also Erscheinungen unterscheiden wird. Diese sollen das Umschalten von Grafikoberfläche global und für alle Apps erlauben und nicht nur dann, wenn der App-Entwickler den Nachtmodus unterstützt.

Wünsche und Anforderungen an macOS 10.14

Die Frage lautet also gut zwei Wochen vor der WWDC: Wie geht es im Jahre 2018 und danach weiter mit der Mac-Plattform? War High Sierra ein Vorbote dafür, dass für macOS nur noch kleinere Aktualisierungen bis zu einem baldigen Ende kommen? Oder hat Apple nur Luft geholt, um mit Version 10.14 im Juni 2018 oder 10.15 ein Jahr danach richtig auffahren zu können?

Egal wie man es dreht und wendet, ein mobiles Betriebssystem wie iOS kann ein Desktop-Betriebssystem wie macOS noch nicht ersetzen, das wird auch iOS 12 nicht gelingen . Mauszeiger und Tastatur sind im täglichen Arbeitsablauf noch wesentlich schneller, präziser und komfortabler zu verwenden als Gesten und Tippen auf Glas. Mit iOS 11 hat Apple aber viele Verbesserungen geliefert, die sich auch unter macOS gut anfühlen würden. Dies und weitere Punkte lassen uns auf ein gelungenes macOS 10.14 hoffen.

App Store

Mit iOS 11 hat Apple ein neues Design für den App Store vorgestellt, welches in der „Heute“-Ansicht Geschichten, Hintergründe und App-Tipps liefert. Seit der Vorstellung des Mac App Store hat sich nicht mehr viel in Sachen Design getan. Viele große Entwickler wie die Omni Group stellen ihre Anwendungen immer noch auf der eigenen Webseite zur Verfügung, auch wenn sie eine App-Store-Version anbieten.

Andere Hersteller verzichten gar komplett auf den Store. Grund dafür sind die strengen Richtlinien, wie sich eine Anwendung zu verhalten hat. Auch dauert es für Entwicklerstudios länger, die eigenen Apps zu aktualisieren. Schafft es eine Anwendung dann in den Store, ist sie manchmal schwer zu finden, da die dortigen Kategorien oft von Nachahmern und Kopien geflutet werden.

Anders als der App Store von iOS hat sich unter macOS nicht wesentlich etwas geändert. Ein Neuanstrich und eine Anpassung an die mobile Version ist dringend notwendig.
Vergrößern Anders als der App Store von iOS hat sich unter macOS nicht wesentlich etwas geändert. Ein Neuanstrich und eine Anpassung an die mobile Version ist dringend notwendig.

Sprich, die jetzige Form des App Stores steht am Scheideweg. Apple kann hier mit einer Designentscheidung wie unter iOS viel beeinflussen, in welche Richtung sich das Angebot bewegt. Auch muss es sich für Entwickler lohnen, für den App Store zu entwickeln und die eigenen Apps dort einzureichen. Für iOS klappt dies, nach anfänglichen Schwierigkeiten, ja auch. Wobei es keine echten Alternativen zum App Store auf iOS gibt, auf dem Mac aus historischen Gründen natürlich jede Menge.

Die Zukunft der Touch Bar

Auch wenn die Touch Bar auf dem Macbook Pro eine Hardwareentscheidung ist, muss sie auf eine breite Softwareunterstützung hoffen . Apples unterstützt seine eigenen Anwendungen hervorragend, es fehlt aber der Aha-Effekt bei der Nutzung. Menüs oder gar das Dock verschwinden zu lassen und diese nur noch via Touch Bar auf den Macbooks Pro zur Verfügung zu stellen, wäre so ein Effekt.

Langjährige Apple-Kunden können sich kaum vorstellen, dass so eine Entscheidung wie die für die Touch Bar nur mit halbem Herzen getroffen wurde. Mit macOS 10.14 könnten also endlich mehr Funktionen und Anwendungsbereiche für den Tastatur-Bildschirm zur Verfügung stehen.

Da Apple jedoch nur die Macbook Pro ab Jahrgang 2016 mit der Touch Bar ausstattet, dürfte eine solch gewaltige Änderung eher waghalsig sein. Vielleicht aber genügt hier in den Systemeinstellungen ein Haken „Dock in der Touch Bar anzeigen“ und alles andere bleibt beim Alten? Jedenfalls kann es sich Apple kaum leisten, die Touch Bar einfach so unter den Tisch fallen zu lassen.

Wunsch: Apps leichter deinstallieren

Alle Jahre wieder wird der Ruf nach einem Deinstallationsprogramm laut. Auch wenn sich Apps vom App Store mit langem Drücken auf das Icon im Launchpad und anschließendem Klicken auf das „x“ löschen lassen, so bleiben immer noch Dateirückstände auf der Festplatte vorhanden.

Auch wenn sich Apple anschickt, die Handhabung des Speicherplatzes immer mehr zu vereinfachen, haben Nutzer immer noch keine Möglichkeit Programme vollständig, mitsamt Caches und Co, zu entfernen.
Vergrößern Auch wenn sich Apple anschickt, die Handhabung des Speicherplatzes immer mehr zu vereinfachen, haben Nutzer immer noch keine Möglichkeit Programme vollständig, mitsamt Caches und Co, zu entfernen.

Die neuen Systeminformationen lassen bereits das Löschen von Anwendungen zu. Ein Klick auf „Programme“ in der Seitenleiste und dem anschließenden Löschen einer App aus der Liste entfernt tatsächlich das Programmpaket im Programme-Ordner. Allerdings bleiben auch hier Cache und andere Dateien bestehen.

Apple könnte diese Lösung der Datei- und App-Verwaltung prominenter platzieren. Ein Betriebssystem lebt für viele Nutzer vor allem durch die installierten Anwendungen. Diese zu verwalten, ist immer noch eine große Hürde für Neueinsteiger. Umsteiger von iOS wollen auf das „x“ im Launchpad drücken, nur leider erscheint dort bei Apps wie dem Firefox keines. So müssen sie also von Hand in den Programme-Ordner navigieren und von dort die Anwendung in den Papierkorb legen oder die Systeminformationen finden.

Benachrichtigungen und Seitenleiste

Wie schon unter iOS ist es nicht gerade Apples Stärke, mit App-Mitteilungen umzugehen. Anwendungen aktivieren standardmäßig die Benachrichtigungen. Nutzen Sie also ein FTP-Programm und laden Dateien hoch, so schickt die App Nachrichten bei Erfolg und Misserfolg auf den Bildschirm. Diese erscheinen jedoch nicht nur dort, sondern bleiben auch dauerhaft im „Mitteilungen“-Reiter in der Seitenleiste.

Benutzen Anwendungen auch ein sogenanntes Widget, so lässt sich dieses in der rechten Seitenleiste aktivieren. Wie bei der ToDo-App Things funktioniert das Abhaken von Aufgaben nicht, ohne das Programm zu starten. Ein Abhaken öffnet also die Anwendung und man muss diese anschließend von Hand wieder schließen.

Apps haben eine Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten, um die eigenen Benachrichtigungen anzuzeigen. Die Frage stellt sich jedoch bei vielen Anwendungen warum es überhaupt möglich ist, die Benachrichtigungen mit Systeminformationen voll zu müllen.
Vergrößern Apps haben eine Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten, um die eigenen Benachrichtigungen anzuzeigen. Die Frage stellt sich jedoch bei vielen Anwendungen warum es überhaupt möglich ist, die Benachrichtigungen mit Systeminformationen voll zu müllen.
Ein Beispiel aus der Fotos-Anwendung: Ist es notwendig, simple Meldungen in der Seitenleiste permament anzuzeigen und nur von Hand zu entfernen?
Vergrößern Ein Beispiel aus der Fotos-Anwendung: Ist es notwendig, simple Meldungen in der Seitenleiste permament anzuzeigen und nur von Hand zu entfernen?

Apps können sich also auf so viele Wege bemerkbar machen (Mitteilungen, Widgets, ein roter Kreis mit Zähler im Dock), dass der Nutzer zuerst alles deaktivieren muss, um nur die nötigsten Mitteilungen zu sehen. Auch wenn Apple hier mehrere Wege anbietet, kommt das mittlerweile einer Überfrachtung gleich.

Die Seitenleiste und das Anzeigen und Gruppieren von Mitteilungen könnte Apple also gerne überarbeiten. Zu hoffen ist, dass Apple dank der Zusammenlegung von iOS- und macOS-Teams zu einer einheitlichen Lösung findet und diese als neues, übergreifendes Konzept auf der WWDC 2018 vorstellt.

Desktops und Vollbild-Apps

macOS hat nicht nur mehrere virtuelle Desktops, auch können sich Apps im Vollbildmodus öffnen. Klickt man im Vollbild-Safari ab High Sierra einen Mail-Link an, so teilt sich der Bildschirm und Mail öffnet sich in der rechten Seite des Monitors. Apple versucht hier, das Nutzererlebnis vom iPad auf den Desktop zu bringen, sehr zur Verwirrung vieler Anwender.

Auch wenn die Idee nett gemeint ist, so unterscheiden sich Desktop und iPad doch sehr voneinander. Apple kombiniert hier iPad-Verhalten mit Macbook-Verhalten und herauskommt ein schwammiges Nutzererlebnis.

Eine Möglichkeit wäre hier, entweder komplett auf Vollbild zu gehen und die Option mehrerer Desktops zu streichen. Oder aber Apple streicht den recht neuen Modus wieder und Apps können im Vollbildmodus nicht geteilt angezeigt werden. Aktuell ist der Mix für viele Nutzer eher verwirrend und nicht direkt einleuchtend.

Eigene Musik- und Video-Apps

Nicht nur streicht Apple mehr und mehr Funktionen aus iTunes in Sachen iOS-Handhabung, auch kommt mit Apple Music eine ganz eigene Kategorie an Anwendung dazu. Bislang verpackt Apple diese noch in iTunes, jedoch könnte macOS sich hier das Konzept von iOS abschauen.

Mit Apple Music könnte macOS also in naher Zukunft eine eigene App anbieten und so auch Platz für eine eigene Video App machen. Filme und Fernsehserien direkt als Apple Video App mitsamt eigenem Service? Es gibt immer noch den DVD-Player als eigenes Programm, selbst wenn Macs nicht mehr mit einem DVD-Slot kommen. Auch wenn es immer noch Macs mit DVD-Laufwerk gibt oder Mac-Nutzer sich auf externe Laufwerke verlassen, so könnte Apple Quicktime, den DVD-Player und iTunes Video zu einer einzigen Anwendung zusammenführen.

Ein dedizierter iTunes Store ist nach wie vor benötigt und ließe sich als eigene App ausgliedern. Oder aber man folgt dem iBooks-Ansatz: In einer App sammelt und kauft man Bücher, ohne die Anwendung zu verlassen. Demzufolge könnte iTunes zu Apple Music werden und Videos wie Podcasts werden in die jeweiligen eigenen Apps ausgegliedert. Mit iTunes 12.7 hat Apple schon im Jahr 2017 die App-Verwaltung für iOS-Geräte aus dem Programm entfernt – jedoch ersatzlos gestrichen.

Genau wie Pages, Numbers und Keynote damals aus dem „iWork“-Paket genommen wurden um die jeweilige Anwendung eigenständig verwalten zu können, könnte im Jahr 2018 iTunes dieses Schicksal erleiden.

Man darf ja noch Träumen: Ein neuer Finder

Apple hat einiges getan, um das Dateisystem selbst so gut wie möglich vor dem Nutzer zu verstecken. Es wäre also an der Zeit, komplett den Stecker zu ziehen und einen neuen Finder vorzustellen, der Tags und einzelne Ordner prominenter darstellt und eher an das Konzept von iOS erinnert. Versierte Nutzer haben mit dem Terminal immer noch die Möglichkeit, in verborgene Ecken des Systems zu blicken. Eine interessante Alternative zeigt dieser Artikel auf Medium.com .

Der Finder hat in den letzten Jahren lediglich eine Tab-Ansicht bekommen. Die Zeit ist reif für einen Neuanstrich damit Nutzer nur das zu sehen bekommen, was wichtig ist.
Vergrößern Der Finder hat in den letzten Jahren lediglich eine Tab-Ansicht bekommen. Die Zeit ist reif für einen Neuanstrich damit Nutzer nur das zu sehen bekommen, was wichtig ist.

Apple könnte überdenken, wie Anwender und System mit Dateien umgehen sollen. Wir schätzen, dass 80 Prozent der bestehenden Dateien auf dem System für den Alltag irrelevant sind. Mit der Finder-Funktion „Alle meine Dateien“ hat Apple schon einmal versucht, dem Anwender nur die wichtigsten Dateien anzuzeigen. Leider aber bietet diese Ansicht nicht die nötige Übersicht, hat man viele wichtige Dateien auf dem Rechner, kann das schnell zum Chaos führen.

Für professionelle Nutzer könnte Apple soweit gehen und virtuelle Umgebungen direkt in macOS implementieren. Durch das mit High Sierra eingeführte Dateisystem APFS können Laufwerke ihre Größe ohne Neupartition verändern. Sprich: Eine virtuelle Partition könnte ohne Probleme nebenher als eigene Festplatte angelegt werden. Zum Entwickeln unter Linux und Windows wäre das eine optimale Lösung und könnte wieder mehr professionelle Nutzer anziehen.

Auch unterstützt APFS Sicherung direkt, ohne Zusatzsoftware. Die in das System integrierte Backup-Software Time Machine könnte also ausgedient haben und Apple würde in macOS 10.14 voll eine komplett neue Möglichkeit schaffen, Sicherungen schnell und effizient anzulegen. Lokal oder direkt in der iCloud. Dazu müssten aber auch alle Macs auf APFS umsteigen, derzeit bietet Apple das Dateisystem nicht für Rechner mit Fusion Drive und herkömmlichen HDD-Festplatten an.

Systemapps aus dem Abseits holen

Die Apps Erinnerungen und Facetime erinnern immer noch an ihre ersten Versionen von vor vielen Jahren. Seit der Einführung haben sich weder Funktionsumfang noch Design geändert. Gerade die Erinnerung-Anwendung könnte einen neuen Anstrich gebrauchen. Wie das aussehen könnte, zeigt sich am Beispiel Notizen.

Apple hat diese nicht nur in Sachen Funktionalität auf den neuesten Stand gebracht, auch das Layout und das Design hat sich drastisch in den letzten Jahren geändert. Auch wenn Apple die eigenen Apps rudimentär halten will, schadet ein Neuanstrich sicherlich nicht.

Die Erinnerungen-Anwendung ist ein Beispiel für ein Apple-Programm, das absolut keine Aufmerksamkeit in den letzten Jahren erhalten hat. Zeit also für einen Neuanstrich.
Vergrößern Die Erinnerungen-Anwendung ist ein Beispiel für ein Apple-Programm, das absolut keine Aufmerksamkeit in den letzten Jahren erhalten hat. Zeit also für einen Neuanstrich.

In Sachen Videokonferenzen tut sich Apple bislang schwer. Die eigene Nachrichten-Anwendung funktioniert nur mit Apple-Geräten und auch Facetime bietet noch keine Gruppenfunktion an. Auch wenn das etwas weit gegriffen ist, dennoch könnte Apple hier vor allem auch mit Gedanken an iCloud vielleicht eine Browser-Anwendung für Facetime anbieten und so in direkte Konkurrenz zu Skype und Hangout treten.

Projekt Marzipan: Apps für iOS und macOS

Alles wird eins. Apple plant offenbar, iOS und macOS zu vereinen und den gleichen Code auf Macs und iOS Geräten laufen zu lassen. Interne Dokumente verraten Bloomberg , dass Apple tatsächlich die Vereinheitlichung der macOS- und iOS-Apps plant. Davon könnte gerade der Mac App Store profitieren, da dort Anwendungen eher stiefmütterlich behandelt werden.

Mit APFS ist läuft jetzt schon das gleiche Dateisystem auf allen Geräten, die Teams von macOS und iOS sind zusammengelegt worden, da macht dieser Schritt natürlich Sinn. Microsoft hat sich diesem Konzept bereits heran getraut, leider mit weniger Erfolg. Apple jedoch könnte die riesige iOS-Entwicklergemeinde aber dazu anreizen, macOS aktualisiert zu halten.

Auf der anderen Seite könnten wir ab nächstem Jahr auch mehr und mehr Desktop-klassische Apps auf dem iPad sehen. Wahrscheinlich kooperiert Apple bereits mit großen Herstellern, um auf der WWDC 2018 erste Anwendung zeigen zu können.

Was das Projekt Marzipan, an dessen Existenz aber mittlerweile Zweifel bestehen, nicht zur Folge haben wird: Ein Verschmelzen von macOS und iOS. Dies hat im Frühjahr Tim Cook eindeutig in das Reich der Fabel verwiesen . Leisten könnte eine derartige Technik aber, dass mit iOS erfahrene Entwickler ihre Ideen einfacher und schneller auch für den Mac umsetzen könnten.

 Siris Zukunft auf dem Mac

Seit der iMac Pro einen eigenen ARM Co-Prozessor erhalten hat, könnte dieser ständig auf Eingangssignale reagieren. Ein solches Signal könnte "Hey Siri!" sein. Bisher ist Siri auf dem Mac nicht besonders beliebt, arbeitet man doch meist mit mehreren Personen im gleichen Büro. Zuhause jedoch kann das Aktivieren von Siri per Sprachbefehl sehr nützlich sein.

Apple wird sicher nicht klein beigeben. Der Kampf um den Sprachassistenten der Zukunft hat begonnen, und mit Google Home und Amazons Alexa an Fahrt aufgenommen. Neben dem iMac besitzen auch die neuen Macbook Pro einen dezidierten Prozessor, um die Touch Bar zu steuern. Siri wird also auf jeden Fall eine größere Rolle im Jahr 2018 einnehmen.

FileVault 3

Seitdem APFS Verschlüsselung integriert hat, lässt sich auch vorstellen, dass Apple nun standardmäßig die Festplatte verschlüsselt. FileVault 3 könnte also in der neuen Version sehr unsichtbar und ab Werk aktiviert sein. Aktuell können Nutzer den Sicherheitsgrad beim Verschlüsseln via der Systemeinstellungen festlegen. Gut möglich also, dass Apple nur noch nach dem Grad der Verschlüsselung beim Installieren fragt und nicht mehr, ob überhaupt verschlüsselt werden soll.

macOS Golden Gate?

Golden Gate wird als Name für macOS 10.14 immer unwahrscheinlicher. Vielleicht dann nächstes Jahr.
Vergrößern Golden Gate wird als Name für macOS 10.14 immer unwahrscheinlicher. Vielleicht dann nächstes Jahr.
© Fotolia.de, sborisov

Mit Version 10.10 hat Apple in Sachen Benamung den Nationalpark Yosemite betreten und ist von dort aus höher in die Berge gewandert, zum El Capitan über die umgebende Sierra hin zur High Sierra, die macOS 10.13 ihren Namen leiht. Apple bleibt bei der Nomenklatur in Kalifornien, aber nicht in den Bergen. Es würde sich das Golden Gate von San Francisco anbieten. Wenn Apple tatsächlich richtig abliefert, dann könnte der Name nicht nur auf eine „goldene Zukunft“ hinweisen, sondern die dortige Brücke den Übergang zwischen Alt und Neu symbolisieren.

Fazit

Es sieht vielleicht nur so aus, dass Apple macOS hat zur Randnotiz verkommen lassen. Die letzten beiden Jahre haben die Entwickler aber womöglich für einen deutlichen Neuanstrich genutzt. Apple hat schon lange nicht mehr am Finder, der Menüleiste und der Multitasking-Ansicht gearbeitet. Wobei der Aufwand, das Dateisystem APFS zu implementieren, nicht zu unterschätzen war.

Wir finden, 2018 könnte das Jahr sein, in dem Apple endlich mal wieder aufräumt, alten Apps einen Neuanstrich verpasst und sich in Sachen Finder und Multitasking etwas mehr traut. Darüber hinaus sind Seitenleiste des Finders oder das Dashboard schon lange verkommen und bieten keinen nennenswerten Vorteil mehr in der täglichen Arbeit.

Vielleicht sehen wir ein komplett neues Konzept auf iOS und macOS in Sachen Widgets, Benachrichtigungen und Multitasking. Dies könnte vor allem dazu verhelfen, den Mac etwas moderner anfühlen zu lassen, nachdem schon die Hardware vor zwei Jahren radikal verändert wurde.

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