2380970

Australien: Apple und Co. kämpfen für die Verschlüssenlung von Daten

04.10.2018 | 14:29 Uhr | René Resch

Apple und weitere Techkonzerne kämpfen in Australien gegen ein mögliches Gesetz, das sie zur Datenherausgabe zwingen würde.

Als einer von vier Tech-Konzernen, spricht sich Apple gegen ein neues mögliches Gesetzt in Australien aus, dass Unternehmen zwingen würde, Zugang zu verschlüsselten Nutzerdaten zu gewährleisten, so berichtet Reuters. Und das nicht ohne Grund – das Gesetz könnte sich für andere Staaten als Präzedenzfall erweisen. Die USA ist dabei einer der Kandidaten, die eine starke Verschlüsselung kritisch empfinden und möglichst verbieten wollen.

Five-Eyes-Staaten wollen Tech-Konzerne gemeinsam zur Herausgabe zwingen

Australien ist des Five-Eyes-Intelligence-Network, in dem die Geheimdienste zusammenarbeiten. Dazu gehören weiterhin die USA, Kanada, Neuseeland und Großbritannien. Erst kürzlich hatte das Netzwerk erklärt: „Privatsphäre ist nichts Absolutes“ und die Verwendung einer durchgehenden Verschlüsselung „sollte nur selten angewendet werden“. Weiterhin wurde bekanntgegeben, dass alle Five-Eyes-Staaten über die neue Gesetzgebung Zugang zu verschlüsselten E-Mails, Textnachrichten und Sprachaufzeichnungen erlangen möchten. So scheint es, dass Australien hier als Test-Kandidat eingesetzt wird.

Laut dem australischen Sicherheitsminister für Cyberkriminalität, Angus Taylor, gebe es keine Verpflichtung und Forderungen, um etwa Hintertüren in Apps und Plattformen einzubauen. „Aber wir müssen sicherstellen, dass die Strafverfolgungsbehörden nicht den Zugang zu den Daten und Informationen verlieren, die sie benötigen, um Terroranschlägen und Verbrechen vorzubeugen und Kriminelle und Terroristen zur Rechenschaft zu ziehen.“ Nach dieser Aussage fordern die Behörden keinen Zugang, sind aber eben auf diesen angewiesen, eine recht wirre Äußerung.

Kurz nach dieser Äußerung stellte sich heraus, dass Tech-Konzerne, die den Forderungen zur Bereitstellung von Daten, etwa nach einem Haftbefehl, nicht nachkamen, mit Bußgeldern in Höhe von 10 Millionen australischen Dollar (6,2 Millionen Euro) bestraft wurden.

Apple, Alphabet, Amazon und Facebook möchten sich nicht beugen

Apple wäre durch das Gesetz gezwungen seine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aufzugeben.

Apple hat sich währenddessen mit anderen Tech-Konzernen wie Facebook, Alphabet und Amazon zusammengetan, um die in einigen Wochen erwartete Parlamentsabstimmung, noch zu kippen. So werde nun mit der Hilfe der „Alliance for a Safe and Secure Internet“ Lobbyarbeit betrieben.

Laut der Sprecherin der Alliance for a Safe and Secure Internet, Lizzie O’Shea sei „jeder Versuch von Abhörbehörden, wie sie im Gesetzentwurf genannt werden, Werkzeuge zur Schwächung der Verschlüsselung zu schaffen, ein großes Risiko für die allgemeine digitale Sicherheit“.

Schon 2017 hatte Australien angekündigt: "Wir werden dann eben Gesetze erlassen, die uns solche Zwangsmaßnahmen erlauben, wenn wir nicht die gewünschte Mitarbeit bekommen". Den Artikel zu den damaligen Verhandlungen finden Sie hier: Australien will Zugang zu verschlüsselten iOS-Daten.

Macwelt Marktplatz

2380970