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Bang & Olufsen BeoSound 1: 360-Grad-Sound vom Feinsten

19.01.2018 | 08:41 Uhr |

Echten Rundumsound bietet der BeoSound 1, auch unabhängig von der Steckdose. Das Klangwunder trägt aber einen stolzen Preis.

Ist dieser Metallkegel ein Kunstwerk? Der Laie vermutet dahinter keinen Lautsprecher, lediglich der Fachmann bekommt eine Ahnung, wenn er die obere Aussparung sieht. Typisch für einen 360-Grad-Lautsprecher leitet der im oberen Teil des Gehäuses des BeoSound 1 sitzende Hochtöner den Schall nach unten auf den kleinen schwarzen Kegel. Dieser reflektiert den Schall gleichmäßig, wodurch der 360-Grad-Effekt entsteht.

Der Vier-Zoll-Tieftöner ist ähnlich im unteren Teil des Aluminiumgehäuses verbaut. Der schwarze Sockel hat große Schlitze, um den Schall nach außen zu lassen und lässt so gleichzeitig den BeoSound 1 über dem Untergrund schweben. Zwei Verstärker unterstützen die Hochtoneinheit mit 20 Watt und die Tieftoneinheit mit 40 Watt.

Vielfalt bei Streamingformaten, komplizierte Einrichtung

Streaming bedeutet heutzutage auch immer die Unterstützungen verschiedenster Dienste und Technologiestandards. So sind mit AirPlay, DLNA und Google Cast die wichtigsten Standards an Bord. Zusätzlich enthält der BeoSound1 noch die Verbindung über die kostenlose Bang & Olufsen App und die hauseigene Multiroom-Technologie. Ebenso sind die wichtigsten Anbieter von Streamingdiensten integriert: Spotify, Deezer, QPlay und das Internetradioportal TuneIn.

Bevor man all die schönen Dienste und Funktionen nutzen kann, muss man den BeoSound 1 einrichten. Hier ist Bang & Olufsen in der Vergangenheit nicht immer seiner Maxime der Einfachheit gefolgt, wie es bei der Bedienung der Produkte der Fall ist. Leider ist der BeoSound 1 da keine Ausnahme. Anschließen und loslegen – das funktioniert nicht. Der BeoSound 1 hat zwar einen Ethernet-Anschluss, nur ist dieser ohne Funktion. Das bedeutet, dass man ihn über WLAN mit dem iPhone verbinden muss, um dann das hauseigene WLAN zu konfigurieren.

Mit der Anleitung im Internet klappt das zwar, ist aber immer noch zu umständlich. Zu Beginn unseres Tests hat dieser Vorgang sogar mit der App nicht funktioniert. Jetzt gibt es eine aktualisierte, zuverlässigere Version.

Unabhängig von der Steckdose

Dank WLAN-Verbindung lässt sich der BeoSound 1 überall im Raum frei positionieren und der integrierte Akku sorgt für noch mehr Freiheiten. Da ist es von Vorteil, dass die Spitze des Aluminiumgehäuses eine Bedieneinheit beherbergt. Dreht man den Aluminiumring, ändert sich die Lautstärke. Beim Tippen auf die schwarze Fläche wechselt man zwischen Wiedergabe und Pause und mit einem Wischen wechselt man den Titel.

Die neue App erleichtert die komplizierte Einrichtung und zeigt sich verbessert gegenüber früheren Apps von Bang & Olufsen. Darüber hinaus dient sie der Steuerung der Radiosender. Bei Airplay und DLNA erfolgt die Umschaltung automatisch, so braucht man hier nicht zur App greifen.

Klang mit Einschränkungen

Klanglich strebt Bang & Olufsen immer eine gefällige Wiedergabe für Jedermann an, also von Klassik über Pop bis Rock. Klappt das auch beim BeoSound 1?

Aufgrund seiner geringen Größe, genauer gesagt seinen rund 32 cm Höhe, sind beim Volumen eindeutig Grenzen gesetzt. Trotzdem schafft es Bang & Olufsen, einen ansprechenden Bass zu zaubern. Ob akustischer Bass im Jazz oder synthetischer Bass in Electronic, der Bass kommt realistisch und nicht übertrieben künstlich daher. Mit den Becken bei einem Schlagzeug ist der BeoSound nicht ganz so feinfühlig, dafür sind Stimmen sehr klar. Bei so mancher Sängerin vielleicht eine Spur zu scharf.

Bei höheren Lautstärken wird der Klang immer schärfer und der kleine Lautsprecher kommt an seine Grenzen. Bis dahin zaubert der kleine BeoSound 1 ein sehr überzeugendes Klangbild bei einer großen Bandbreite an Genres. Mitwippen garantiert, vor allem, weil der 360-Grad- Sound den ganzen Raum erfüllt.

Fazit

Es ist immer wieder faszinierend, sich mit Produkten von Bang & Olufsen zu beschäftigen. Optisch ist der BeoSound 1 ein Highlight. Die Verarbeitung ist ohne Tadel und das Gehäuse aus Aluminium ist einfach toll anzusehen und zu fühlen. Da der obere Teil des Kegels auch gleichzeitig der Lautstärkeregler ist, ist Anfassen ausdrücklich erwünscht.

Hat man die Hürde der Einrichtung überwunden, was zum Glück auch gerne der Händler übernimmt, wirft die reine Bedienung am Gerät selbst keine Fragen mehr auf. Die App ist zwar schon etwas besser geworden, aber hält mit der Hardware nicht stand. Wenn eine App schon eine Fernbedienung für Internetradio ist, warum nicht auch gleich für DLNA?

Der Akku ist sehr praktisch, denn das kleine Gerät kann schnell auch mal seinen Platz im Haus bzw. auf die Terrasse wechseln zum Beispiel beim Candlelight-Dinner mit Freunden.

Klanglich befriedigt der BeoSound 1 eine große Bandbreite. Durch den ordentlichen Bass und seinen klaren Klang macht er sehr viel Spaß mit Pop, Hip-Hop und Electronic. Bei einer Party darf es dann auch Disco sein und Dank 360-Grad-Sound ist die Aufstellung unproblematisch.

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