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Bankingsoftware für Anspruchsvolle: Star Money 3 im Test

05.07.2017 | 15:12 Uhr |

Die neueste Version der Onlinebanking-Software Star Money bietet neue Funktionen wie Sammelüberweisung und beherrscht das Einscannen von Rechnungen.

Seit dem Erscheinen der ersten Mac-Version von Star Money steht das Banking-Programm etwas im Schatten der Windows-Fassung: Kenner der funktionsreichen Windows-Variante waren oft von der für den Mac enttäuscht und beschwerten sich immer wieder über fehlende Funktionen.

Leider kann auch die neue Version 3 noch nicht ganz mithalten. So bietet nur die Deluxe-Ausgabe unter Windows Funktionen wie Datev-Export, Dynamische Platzhalter bei Eingaben oder die Disposition von Zahlungen. Im Vergleich zu anderen Onlinebanking-Programmen für den Mac schlägt sich die neue App aber sehr gut und eignet sich eingeschränkt auch für Kleinfirmen und Selbständige.

Neue Funktionen

  • Modernes Design mit einfacherer Benutzerführung

  • Lastschriften zum Einziehen von Zahlungen

  • Mandatsverwaltung

  • Sammelüberweisungen

  • Musterdepots für Börseninformationen

  • Erweiterte Vorlagenverwaltung

  • Unterstützung von Touch Bar und Touch ID

Funktionsumfang

Die wichtigste Neuerung für berufliche Anwender: Erstmals unterstützt Star Money Lastschriften zum Einziehen von Zahlungen, inklusive Gläubiger-Identifikationsnummer und Mandatverwaltung. Neu sind außerdem Sammelüberweisungen, etwa für Gehaltszahlungen. Weitere neue Funktionen sind eine erweiterte Vorlagenverwaltung  und Unterstützung von Touch Bar und Touch ID.

Das Abtippen von Kontonummern und Beträgen kann man sich mit Star Money oft sparen. Das Programm beherrscht nämlich das automatische Einlesen von digital vorliegenden Rechnungen und Überweisungen. Diese kann das Finanzprogramm mit Hilfe des Onlinedienstes Gini auswerten. Das dauert nur wenige Sekunden und funktioniert im Prinzip nicht nur mit PDFs sonder auch mit iPhone-Fotos einer Rechnung. Die iOS-Version beherrscht dies ebenso.

Neu sind Funktionen wie Lastschriften und Sammelüberweisung.
Vergrößern Neu sind Funktionen wie Lastschriften und Sammelüberweisung.
© Star Finanz

Von der Kategorisierung waren wir etwas enttäuscht. Die Art einer Buchung soll die Funktion automatisch erkennen und durch Erfahrung immer besser werden. In vielen Fällen funktioniert dies ganz gut, allerdings wurden etwa unsere Mietzahlungen mit „Miete“ im Verwendungszweck nicht erkannt. Per Kontext-Klick auf eine Buchung kann man allerdings relativ einfach eigene Kategorisierungs-Regeln erstellen.

Umfangreich sind die Auswertungsmöglichkeiten, so sind grafische Auswertungen nach Zeitraum oder Kategorien möglich. Verschiedene Diagrammarten zeigen dann, was man in einem Jahr für die Telekom oder sein Auto ausgegeben hat. Auch eine Budgetplanung ist möglich. Praktisch: Das Adressbuch bietet einen SEPA-Konverter und kann aus Bankleitzahl und Kontonummer automatisch die IBAN und BIC erstellen.

Gut ist die Unterstützung der Banken, neben Konten von Ebay, Amazon und Paypal kann man mit der Software auch seine Wertpapiere im Auge behalten. Nur wenig Funktionen bietet der Testkandidat allerdings bei der Verwaltung eines Depots, hier wird etwa nur der aktuelle Wert angezeigt, nicht der Kaufkurs. Man kann zwar mit dem Tool Star Money Investor Börseninfos einblenden, diese Mini-Aktienapp bietet aber nicht einmal eine Favoritenfunktion.

Bedienung

Star Money stammt ursprünglich von der Windows-Plattform, was man auch der  modernisierten Oberfläche noch ansieht. Mit eleganten Mac-Entwicklungen wie MoneyMoney kann das Programm optisch nicht mithalten, dafür bietet es unter Windows, in der Webversion und iOS die gleiche Bedienung. Die Oberfläche folgt den üblichen Standards, so verwaltet man seine Konten in der linken Seitenleiste, Optionen zu einer Buchung kann man per Kontextmenü aufrufen. Schade: Die Suchfunktion zeigt die Treffer nur in einem Vorschaufenster, für das Eingrenzen der Einträge in der Liste der Buchungen muss man auf Filter zurückgreifen. Etwas umständlich ist die Nutzung der Dokumentation. Man wird über die Hilfefunktion auf die Support-Webseite des Anbieters geleitet, hier steht auch ein Nutzerforum zur Verfügung. Eine integrierte Hilfefunktion hätte uns aber besser gefallen.

Einen guten Eindruck mach die Sicherheit des Programms, Star Money ist vom TÜV zertifiziert und unterstützt bei Bedarf HBCI-Chipkarte und HBCI-Datei. Bei der Passwortvergabe werden unsichere Passwörter bemängelt, nach längerer Nichtnutzung sperrt sich das Programm außerdem automatisch.

Verfügbar ist die App nur als Abo: Ein Jahresabo kostet bei Star Finanz der über den App Store 20 Euro, alternative kann man für 5,50 Euro im Monat die StarMoney Flat buchen. Dann kann man die Star Money plattformübergreifend nutzen und per Cloud alle Daten synchronisieren und im Web speichern.

Fazit:

Dank verbessertem Funktionsumfang wird Star Money für Kleinfirmen und Selbständige interessanter. Optisch ist das Programm vielleicht etwas langweilig geraten, es bietet aber Privatanwendern und Selbständigen die wichtigsten Finanzfunktionen.

Star Money 3

Hersteller: Star Finanz
Systemanforderung: OS X 10.11

Preis: Euro 19,99 (Jahresabo)

Note 1,9 gut

Leistung (30%) 2,0

Ausstattung (30%) 2,0

Bedienung (30%) 1,4

Dokumentation(10%) 3,0

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