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Bildbearbeitung mit macOS: Erweiterungen für Fotos

20.11.2017 | 10:55 Uhr |

Apples Programm Fotos lässt sich über Erweiterungen um zusätzliche Funktionen ergänzen und man kann Bilder auch an andere Anwendungen übergeben.

Fotos bietet unter macOS High Sierra mehr Bearbeitungswerkzeuge als bisher , doch für manche Aufgaben benötigt man weiterhin andere beziehungsweise leistungsfähigere Lösungen, wenn man nicht grundsätzlich zu einem anderen Bildverarbeitungsprogramm wechseln möchte. Schon unter macOS Sierra gab es die Möglichkeit, über die in Fotos integrierte Schnittstelle für Erweiterungen Funktionen anderer Programme in Fotos zu verwenden. Das ist auch weiterhin so. Zusätzlich lässt sich nun ein Bild direkt an eine andere Anwendung übergeben, ohne hierfür eine zusätzliche Erweiterung zu installieren. Die Zusammenarbeit mit externen Programmen funktioniert aber nicht einheitlich und nicht immer perfekt und in einem Fall überhaupt nicht.

Unter High Sierra kann man sich über das Erweiterungsmenü von Fotos die kompatiblen Anwendungen im App Store anzeigen lassen.
Vergrößern Unter High Sierra kann man sich über das Erweiterungsmenü von Fotos die kompatiblen Anwendungen im App Store anzeigen lassen.

 

Erweiterungen installieren

Unter High Sierra ist es einfacher als bisher, die zu Fotos kompatiblen Anwendungen im App Store zu finden. Dazu aktiviert man in Fotos den Modus „Bearbeiten“, klickt oben im Fenster auf das Symbol für die Erweiterungen (ein Kreis mit drei Punkten) und dann auf „Mehr“. Daraufhin öffnet sich der App Store und listet die passenden Anwendungen auf. Ob diese etwas taugen oder nicht, muss man selbst ausprobieren, denn eine Garantie, dass diese sinnvoll und gut gemacht sind, gibt die Aufnahme in den App Store natürlich nicht. Man installiert die Anwendungen wie alle anderen Programme aus dem App Store auf dem Mac, muss sie jedoch für die Zusammenarbeit mit Fotos noch aktivieren. Dazu öffnet man in den Systemeinstellungen die Abteilung „Erweiterungen“, klickt links in der Liste auf „Fotos-Bearbeitung“ und markiert rechts die Erweiterungen, die man in Fotos verwenden möchte.

Damit Erweiterungen in Fotos ausgewählt werden können, muss man sie zuerst in der Systemeinstellung Erweiterungen aktivieren.
Vergrößern Damit Erweiterungen in Fotos ausgewählt werden können, muss man sie zuerst in der Systemeinstellung Erweiterungen aktivieren.

Bei den Erweiterungen für Fotos handelt es sich meist um eigenständige Anwendungen, die über die Erweiterungsschnittstelle mit Fotos zusammenarbeiten können. Man kann sie also auch separat verwenden. Eine Ausnahme ist zum Beispiel „DxO OpticsPro for Photos“, diese Erweiterung funktioniert nur in Fotos. Bei vielen Erweiterungen erfolgt die Bearbeitung der Bilder direkt im Fenster von Fotos, es gibt aber Ausnahmen. So wird das Programm Graphic Converter in Fotos zwar in der Liste der Erweiterungen mit dem Eintrag „Edit with GraphicConverter 10“ angezeigt, bearbeitet wird das Bild aber im Fenster von Graphic Converter. Bei Pixelmator stehen als Erweiterungen in Fotos nur zwei Werkzeuge zur Verfügung, „Pixelmator Retuschieren“ und „Pixelmator Verzerren“. Affinity Photo macht beides: Zum einen lassen sich einige Optionen in Fotos direkt verwenden, zum anderen kann man über die Erweiterung „Edit in Affinity Photo“ ein Bild an das Programm übergeben und dort bearbeiten. Und dann gibt es im App Store noch Erweiterungen wie beispielsweise „PerspectiveForPhotos“ die im Beschreibungstext behauptet, sowohl als eigenständige Anwendung als auch direkt in Fotos verwendbar zu sein. Letzteres stimmt aber nicht, sondern die Bilder werden trotzdem an die eigenständige Anwendung übergeben und dort bearbeitet, und man muss diese bei der ersten Verwendung auch noch selbst auswählen.

Im Bearbeitenmodus von Fotos lassen sich die Erweiterungen schnell aus dem entsprechenden Menü auswählen.
Vergrößern Im Bearbeitenmodus von Fotos lassen sich die Erweiterungen schnell aus dem entsprechenden Menü auswählen.

 

Erweiterungen verwenden

Alle in der Systemeinstellung aktivierten Erweiterungen listet Fotos im Modus „Bearbeiten“ unter den Erweiterungen auf. Man klickt auf das Erweiterungssymbol und wählt im Menü dann eine Option aus. Die Werkzeuge und Funktionen blenden sich entweder im Fenster von Fotos ein, oder das Bild wird wie bei Graphic Converter zum Programm übertragen und dort geöffnet. In diesem Fall gelangt das bearbeitete Bild beim Sichern in Graphic Converter automatisch zu Fotos zurück und wird dort gespeichert. Als Austauschformat wird das TIFF-Format verwendet, egal, ob das Original als JPEG, im neuen Format HEIF oder im RAW-Format in Fotos gespeichert ist. Affinity Photos übernimmt RAW-Dateien ohne Konversion, wenn man das Programm über „Edit in Affinity Photo“ öffnet, akzeptiert aber auch andere Dateiformate.

Nach der Bearbeitung mit einer Erweiterung, egal ob direkt im Fenster von Fotos oder im Originalprogramm, muss man noch rechts oben im Fenster von Fotos auf „Änderungen sichern“ klicken, um das bearbeitete Bild zu speichern. Fotos wechselt dann wieder in den eigenen Bearbeitenmodus zurück und zeigt das geänderte Bild an. Um sich den Zustand vor der Bearbeitung anzeigen zu lassen, drückt man entweder die Taste „M“ auf der Tastatur oder klickt auf das Symbol links neben dem Button „Zurück zum Original“ oben im Fenster. Ein Klick auf „Zurück zum Original“ macht alle Bearbeitungsschritte rückgängig und zeigt wieder das Originalbild an, da Fotos grundsätzlich nicht die Originalbilder bearbeitet, sondern immer nur eine Kopie.

 

Empfehlungen für Erweiterungen

Die Erweiterung DxO OpticsPro nimmt automatisch Objektivkorrekturen vor, wenn Kamera und Objektiv in der Datenbank von DxO gespeichert sind.
Vergrößern Die Erweiterung DxO OpticsPro nimmt automatisch Objektivkorrekturen vor, wenn Kamera und Objektiv in der Datenbank von DxO gespeichert sind.

Eine sehr nützliche Ergänzung zu Fotos ist „DxO OpticsPro for Photos“. Diese Erweiterung korrigiert automatisch Objektivfehler, sofern Kamera und Objektiv in der Datenbank von DxO enthalten sind, und nimmt darüber hinaus noch weitere Korrekturen vor. Dazu gehören Weißabgleich und Belichtungskorrektur sowie Optionen, um Störungen und Dunst zu entfernen. Die Werkzeuge sind einfach zu bedienen, es gibt nicht sehr viele Einstellmöglichkeiten, und sie lassen sich separat ein- und ausschalten. Wichtig ist, dass man das Bild zuerst mit „DxO OpticsPro for Photos“ bearbeitet und erst danach weitere Bearbeitungsschritte in Fotos vornimmt wie beispielsweise Beschneiden und den Horizont ausrichten. Denn bei schon bearbeiteten Bildern stehen die Objektiv- und die Belichtungskorrektur nicht zur Verfügung. Auf das Format HEIF der neuen iPhone-Modelle 8 und X versteht sich die Erweiterung noch nicht.

Eine weitere nützliche Erweiterung ist im Prinzip Snapheal von Macphun. Mit dieser kann man in der Abteilung „Entfernen“ Objekte löschen oder mit dem Kopierstempel an andere Stellen übertragen, was deutlich bessere Ergebnisse ermöglicht als das Retuschierwerkzeug von Fotos. Zudem lassen sich in der Abteilung „Retuschieren“ mit einem Pinsel Einstellungen auf ausgewählte Bildbereiche auftragen. So kann man unter anderem gezielt dunkle Bereiche aufhellen, Kontrast und Belichtung nur an bestimmten Stellen verändern oder dort Farbton und Sättigung verändern. Leider hat die Erweiterung unter High Sierra einen eklatanten Fehler, weil das Pinselwerkzeug zum Auswählen nicht funktioniert. Vielleicht ist der Hersteller Macphun zurzeit zu sehr damit beschäftigt, die neue Version von Luminar auf den Markt zu bringen . Deshalb sollte man mit dem Kauf von Snapheal (aktuell ist die Version 3.1/1193) warten, bis der Fehler behoben wurde. Unter Sierra funktioniert die Erweiterung dagegen einwandfrei.

Die Erweiterung RAW Power stammt von einem Entwickler aus der Aperture-Team und bietet spezifische Werkzeuge für die RAW-Entwicklung an.
Vergrößern Die Erweiterung RAW Power stammt von einem Entwickler aus der Aperture-Team und bietet spezifische Werkzeuge für die RAW-Entwicklung an.

Wer Bilder im RAW-Format aufnimmt, diese aber nicht in einem professionellen Bildbearbeitungsprogramm verwalten und bearbeiten möchte, kann dies auch in Fotos erledigen, da das Programm viele RAW-Formate und Kameras unterstützt und dazu die in macOS integrierte RAW-Engine verwendet. Mehr Eingriffsmöglichkeiten und Optionen bekommt man mit der Erweiterungen „RAW Power“, die von einem Entwickler aus dem ehemaligen Aperture-Team stammt. Die Erweiterung, die ebenfalls die RAW-Engine von macOS verwendet und auch als eigenständiges Programm eingesetzt werden kann, bietet spezielle, auf die RAW-Entwicklung ausgerichtete Werkzeuge, mit der sich die RAW-Entwicklung differenzierter steuern lässt als in Fotos. Nützlich ist auch die Anzeige derjenigen hellen und dunklen Bereichen im Bild, in denen keine Informationen mehr enthalten sind (Clipping), so dass man sehen kann, was die Einstellungen der Regler jeweils bewirken oder wo schon in der Aufnahme Informationen fehlen. Darüber hinaus gibt es Werkzeuge für den Weißabgleich, die Belichtungskontrolle sowie eine Option zum Bearbeiten der Kurven. Außerdem kann man die Bilder beschneiden und drehen. Die Einstellungen lassen sich auch als Vorgabe speichern und dann jeweils aus einem Menü aufrufen. Um die Werkzeuge für die RAW-Entwicklung in RAW Power zu verwenden, darf man die RAW-Bilder nicht schon in Fotos bearbeitet haben. Sonst erscheinen diese nicht.

Bei der eigentlich sehr nützliche Erweiterung Snapheal, mit der sich Bilder retuschieren lassen, versagt unter High Sierra das Pinselwerkzeug für die Auswahl und Markierung.
Vergrößern Bei der eigentlich sehr nützliche Erweiterung Snapheal, mit der sich Bilder retuschieren lassen, versagt unter High Sierra das Pinselwerkzeug für die Auswahl und Markierung.

Bearbeiten in externem Programm

Unter Sierra war eine Erweiterung notwendig, um Bilder an ein externes Programm zu übergeben. Unter High Sierra geht es meist auch ohne diese. Dazu öffnet man im Fenster von Fotos per Sekundärklick (rechte Maustaste) auf ein Bild das Kontextmenü und wählt dort „Bearbeiten mit“ aus. Der Bearbeitenmodus darf dabei nicht aktiviert sein. Im Untermenü wählt man dann eines der auf dem Mac verfügbaren Programme zur Bildbearbeitung aus. Photoshop Elements erscheint in diesem Menü jedoch nicht. Versucht man, über die Option „Andere“ Photoshop Elements zu öffnen, bekommt man die Meldung, dass das Programm das Dokument nicht öffnen kann.

Über das Kontextmenü eines Bildes kann man aus Fotos ein Bild an eine andere Anwendung übergeben, die Kommunikation ist aber nicht immer Reibungslos.
Vergrößern Über das Kontextmenü eines Bildes kann man aus Fotos ein Bild an eine andere Anwendung übergeben, die Kommunikation ist aber nicht immer Reibungslos.

Nicht alle aufgelisteten Anwendungen kommen mit dieser Bearbeitungsmethode aber zurecht. Graphic Converter und Pixelmator sind gute Mitarbeiter, denn die bearbeiteten Bilder gelangen automatisch an Fotos zurück, wenn man sie in der Anwendung gespeichert und geschlossen hat. Affinity Photo hat auf diesem Weg dagegen keine Verbindung zurück zu Fotos, deshalb muss man die Erweiterung „Edit in Affinity Photo“ verwenden. Auch bei Graphic Converter ist der Weg über die Erweiterung „Edit with GraphicConverter 10“ vorzuziehen.

Photoshop Elements lässt sich nicht dazu bewegen, ein Bild aus Fotos über den Befehl „Bearbeiten mit“ zu übernehmen.
Vergrößern Photoshop Elements lässt sich nicht dazu bewegen, ein Bild aus Fotos über den Befehl „Bearbeiten mit“ zu übernehmen.

Leider gibt es auch keine Rückverbindung zu Fotos aus der App „DxO Perspective“, mit der man stürzende Linien in Architekturaufnahmen gut korrigieren kann. Hier muss man nach der Bearbeitung des Bildes das korrigierte Foto sichern und in Fotos als neues Bild importieren. Man hat dann zwei Bilder in Fotos, das Original und die bearbeitete Version. Abhilfe schaffen kann hier die Erweiterung „External Editors for Photos“, die zeitweise nicht mehr im App Store verfügbar war, nun aber wieder erhältlich ist und weiterhin unter High Sierra funktioniert. Übergibt man mit dieser das Bild an „ DxO Perspective “, gibt es in der Erweiterung auch die Option „Choose File“. Wählt man über diese das in DxO Perspective gesicherte Bild aus, wird es in Fotos importiert und dem Original zugewiesen, sodass die Option „Zurück zum Original“ verfügbar bleibt und man nicht zwei Bilder in Fotos gespeichert hat. Ein weiterer Vorteil von „External Editors for Photos“ ist, dass damit auch die Zusammenarbeit mit Photoshop Elements klappt, wobei man auch hier das Bild sichert und dann mit „Choose File“ in Fotos importiert. Ein weiterer Vorteil dieser Erweiterung: Man kann Bilder in TIFF oder JPEG konvertieren, wenn das Zielprogramm kein RAW bearbeiten kann, wie etwa „DxO Perspective“.

Die Erweiterung External Editors for Photos ist nun wieder im App Store verfügbar, mit ihr lässt sich aber ein Bild auch mit Photoshop Elements bearbeiten.
Vergrößern Die Erweiterung External Editors for Photos ist nun wieder im App Store verfügbar, mit ihr lässt sich aber ein Bild auch mit Photoshop Elements bearbeiten.

 

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