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Bildungsmarkt: Für Apple mehr als ein Türöffner

29.03.2018 | 11:34 Uhr |

Das iPad 9,7 dürfte zwar auch Kunden außerhalb von Schulen und Universitäten finden, für Apple ist der Bildungsmarkt aber aus mehreren Gründen lukrativ. Analysten nennen konkrete Zahlen.

Apple hatte am Dienstag nicht von ungefähr sich eine Schule für die Präsentation des neuen iPad ausgesucht, der Bildungsmarkt wird immer interessanter. Was auch bereits die Konkurrenz von Google und Microsoft erkannt hat . Apple kehrt also nicht nur zurück zu seinen Wurzeln: Vor allem in seiner Frühzeit war der Mac an Universitäten weit verbreitet. Cupertino interessiert sich aber nicht aus nostalgischen Gründen für die Branche, sondern will an einem wachsenden Bildungsmarkt für IT-Produkte eine Rolle spielen, den Analysten laut Time Magazine auf eine Volumen von 252 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 schätzen. Je früher man die Kundschaft auch mit seiner Marke konfrontiere, umso besser bleiben sie daran haften, lautet das Kalkül sicher auch. Der Apple Pencil könnte ein Türöffner sein, denn nicht alles in der Schule könne man mit Tastatur und Wischgesten erledigen. Bleibt als Hürde aber immer noch der Preis. Selbst der auf 299 US-Dollar für Bildungseinrichtungen gesenkte ist immer noch recht hoch für Lehranstalten.

Am Rande des Education-Events am Dienstag setzte sich Tim Cook noch zu einem Interview mit MSNBC und Kra Swisher von Recode zusammen. Vollständig ist das Gespräch noch nicht veröffentlicht, die Ausstrahlung ist erst für den Freitag kommender Woche geplant. Doch da Live-Publikum anwesend war, ist in Auszügen bekannt, worüber Tim Cook sprach.

So erklärte der Apple-Chef Bildung als einen "großen Gleichmacher" der Gesellschaft, nur mit dem Zugang zu Wissen könnten die Menschen Chancengleichheit erreichen. Programmieren werde und müsse nicht jeder auf professionellem Niveau erlernen, doch handele es sich gewissermaßen um eine eigene Sprache, deren Grundzüge ein jeder verstehen sollte.

Cook griff aber im Gespräch auch weiter aus: Der Kritik an ausländischer Produktion entgegnete er etwa, dass viele Teile des iPhone in den USA entstünden und nur der finale Zusammenbau in China erfolge. Apple sei patriotisch und wisse, dass die Firma so nur in den USA entstehen und blühen haben können. Unternehmen sollten nicht nur auf ihre Profite achten, sondern der Gesellschaft auch etwas zurückgeben. Bezüglich des Facebook-Skandals machte Cook klar, dass Apple so etwas nicht passieren würde, man habe klar entschieden, dass der Kunde nicht das Produkt sei, aus dem man noch mehr Geld ziehe.

Auch zum Thema DACA (Deferred Action for Childhood Arrivals) legte Cook nochmals seine Sichtweise dar. Um die sogenannten Dreamer, die als Minderjährige illegal in die USA gekommen waren und noch einen erweiterten Schutz vor Abschiebung genießen, gehe es nicht um Migration, sondern um Moral, meint Cook, der sich von beiden Parteien im Kongress enttäuscht zeigt. Das Thema gehe ganz Amerika an und dürfe nicht Gegenstand eines Parteienstreits sein. Apple beschäftigt eine nennenswerte Anzahl derartiger "Dreamer" und hat sich zuletzt immer wieder für eine libarale Einwanderungspolitik ausgesprochen. Nur so könne man die besten Köpfe aus aller Welt anziehen.

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