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Blue Microphones Yeti: Robustes Studiomikro mit vier Modi

28.07.2017 | 10:52 Uhr |

Für Podcaster, die nicht nur allein vor dem Mikro agieren, ist das Yeti bestens geeignet. Aber auch für Musiker.

Nachdem wir zuletzt das Raspberry von Blue Mikrophones getestet und für gut befunden haben , nehmen wir uns nun eines anderen Studiomikros des gleichen Herstellers an. Das Yeti gibt es zwar auch in Standardfarben wie silber oder grau, doch bei dem Namen liegt der Griff zur Modellvariante in schneeweiß mehr als nahe. Der Hersteller nennt die Farbe "Whiteout", wir werden davon aber nicht schneeblind, sondern verschaffen unseren Ohren etwas Gutes.

Wesentlich robuster als das durchaus solide, aber eher mobile Raspberry beeindruckt das Yeti auf jedem Tisch. Der Hersteller sieht es gleichermaßen für Musik- wie für Sprachaufnahmen geeignet, doch bei letzterem zeigt sich das volle Potential. Über einen Wahlschalter auf der hinteren Seite des Mikros lassen sich vier Modi auswählen: Stereo, Cardioid, Bidirektional oder Omnidirektional. Als Stereomikro mitten in den Raum gestellt oder an die Decke geschraubt eignet sich das Yeti vor allem für Live-Aufnahmen von Musikern, entweder für Mitschnitte von Proben oder für den akustischen Eindruck von Auftritten.

Musik in Stereo, Sprache auf dreierlei Art

Das konnten wir im Testzeitraum leider nicht simulieren, stattdessen stellten wir das Mikro mittig vor unseren iMac, auf den wir eine Eigenproduktion in Stereomischung in iTunes abspielen ließen und das mit Yeti aufzeichneten. Natürlich fällt die Klangqualität gegenüber dem Originalmix ab, nicht zuletzt wegen der Störgeräusche aus dem Hintergrund - absonderlich laut war der iMac nicht aufgedreht. Und doch zeigt sich bei der Aufnahme, dass das Yeti in der Tat ein Stereobild aufnimmt, es unterscheidet sich nicht wesentlich von den Klangeindrücken, die an unserem unbewaffneten Ohr ankamen.

Was im Video aber leichter zu hören ist, das sind die Unterschiede bei Sprachaufnahmen - und vor allem die hohe Qualität des Mikros. Der Modus Cardioid mit seiner herzförmigen Richtcharakteristik ist für einen Sprecher gedacht, der direkt vor dem Yeti sitzt und beispielsweise einen Podcast aufnimmt. Hat der Podcaster noch einen Interviewgast im Studio, platziert er ihn am besten direkt gegenüber und schaltet in den bidirektionalen Modus. Idealerweise sind dann nur die beiden Sprecher zu hören und wenig von dem, was seitlich davon passiert.

Genau das könnte aber gewünscht sein, spricht man in einer größeren Gruppe. In der omnidirektionalen Einstellung ist das Yeti rundum für Akustik empfindlich, wie ein Zylinderförmiger Lautsprecher wie das kommende Apple HomePod eine ganze Party zentral beschallen kann, nimmt das Yeti die komplette Umgebung eben auf.

Das Yeti kommt natürlich mit einem integrierten Vorverstärker, den wir kräftig aufdrehen können, ohne dass die Aufnahme (Garageband für macOS) übersteuert. Für die Kontrolle des puren Klangs, also ohne die Spureffekte im Aufnahmeprogramm, können wir unseren Kopfhörer direkt an das Yeti anschließen, auch der Ausgang ist steuerbar.

Fazit

Für gerade einmal rund 140 Euro ist das Blue Microphones Yeti geradezu ein Schnäppchen für Podcaster, die nicht immer nur allein vor dem Mikro sitzen, schließlich erspart es weitere Mikrophone und gegebenenfalls das Mischpult. Auch für Musikgruppen, die mal eben einen Live-Auftritt oder eine Live-Probe festhalten wollen, ist das USB-Mikro bestens geeignet.

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