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Business Week: Warum Tech-Keynotes von gestern sind

18.10.2018 | 10:55 Uhr | Peter Müller

Alle warten auf das nächste Apple-Event. Aber warum eigentlich? Überraschungen bleiben immer öfter aus.

Ja, wo bleibt sie denn, die Keynote für neue iPad Pro und Macs? Die kommende Woche, die wir favorisiert hatte, scheint nicht mehr in Frage zu kommen – sonst wäre schon etwas von einer Einladung für die Presse nach Cupertino ruchbar geworden. Bleibt die Hoffnung auf die Woche darauf, der 30. Oktober würde sich als Termin anbieten. Oder Apple präsentiert neue Produkte und Services im Rahmen eines Special Events erstmals seit über 20 Jahren wieder im November. Oder gar nicht mehr in diesem Jahr. Oder einfach so.

Business Insider vertritt nun die Auffassung, dass sich das Warten ohnehin nicht lohne, weil Keynotes von gestern seien – und somit ein unerwartetes Produktrelease (einfach so) der bessere Weg wäre. Das Format der Tech-Keynote, in der alles auf einen Höhepunkt zusteuert wie in einer religiösen Zeremonie hat Steve Jobs schon in den Achtzigern populär gemacht, man denke nur an die Präsentation des Macintosh im Jahr 1984. Mittlerweile hält aber eine jede große Techfirma, die etwas auf sich hält, derartige Veranstaltungen für Produktlaunches ab. Google, Amazon, Microsoft, ein jeder lädt Pressevertreter aus aller Welt zu einem Event ein, das ähnlich durchchoreographiert ist wie Apples Keynotes.

Aber die Präsentationen werden immer langweiliger, auch die von Apple – gerade die. Man erinnere sich nur an das Event vom 12. September: Praktisch alle Details zu iPhone XS (Max) und iPhone XR waren zuvor schon durchgesickert, Apple konnte allenfalls in Details Neues verraten. Etwa die Anzahl der neuronalen Kerne des A12 Bionic, recht viel mehr war nicht mehr übrig geblieben. Anderen Herstellern geht es aber ähnlich, zu viele Leaks verraten vorab die Inhalte der Show.

So bleibt wenig Überraschung, nur Dehnen der Botschaft in unnötige Längen. Online aber könnten die Hersteller ihre Produkte viel kontrollierter und womöglich auch überraschender vorstellen, ist sich der Autor des Beitrags Dave Smith sicher. Apple und Konsorten behielten große Kontrolle über die Botschaft. Dass vorab Informationen etwa über Bildschirmgrößen oder Schnittstellen bekannt werden, lässt sich wohl kaum vermeiden, aber mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung könnten Apple und Co. immer noch überraschen – und nicht nur damit.

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