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Cinema Display am Macbook Pro mit USB-C: So geht's

06.02.2017 | 10:58 Uhr |

Zwei 4K-Displays gleichzeitig soll man über Thunderbolt 3 am Macbook Pro 2016 betreiben können. Schön. Aber was ist mit alten Monitoren?

Apple baut zwar keine eigenen Monitore mehr, hat in der Vergangenheit aber gewiss mehrere hunderttausend der Cinema-Displays in 24 und 27 Zoll verkauft – genaue Zahlen nannte Cupertino jedoch nie. Wer nun das neue Macbook Pro oder das Macbook sich angeschafft hat, wird nicht gleich zwei Thunderbolt-3-Monitore dazu erstehen, sondern seine bewährte Peripherie nutzen wollen. An der Stelle wird es kompliziert, denn es gibt – von einigen Docks ausgenommen – nicht den einen Adapter, der alle alten Bildschirme an das neue Macbook Pro und das Macbook von 2015/16 anschließen lässt. Im wesentlichen hat Apple sein Cinema-Displays in drei Generationen herausgebracht und dabei jeweils auf eine andere Schnittstelle gesetzt: DVI, MiniDisplayPort und Thunderbolt 2. Hier ein kleiner Überblick, welche Adpater und Adapterketten für welche Konfiguration notwendig sind.

Adapter für Macbook Pro 2016: Darauf müssen Sie achten

Liste der aktuellen Adapter für Macbook Pro mit Thunderbolt 3

Apple-Thunderbolt-Display: Der einfache Fall

Sollte an sich im Lieferumfang des Macbook Pro dabei sein: Thunderbolt 2 auf Thunderbolt 3
Vergrößern Sollte an sich im Lieferumfang des Macbook Pro dabei sein: Thunderbolt 2 auf Thunderbolt 3
© Apple

Je geringer der Altersunterschied zwischen Rechner und Peripherie, umso einfacher knüpft  man die Verbindung. Will sagen: Für das jüngste Cinema- respektive Thunderbolt-Display tut es ein einfacher Adapter von Thunderbolt 3 auf Thunderbolt 2 . Dass Apple einen solchen nicht schon dem Macbook Pro beigelegt hat, löste Kritik aus, andererseits hat der Hersteller den Preis für das Zwischenstück recht bald nach Veröffentlichung des neuen Mobilrechners im letzten Herbst gesenkt. Vorerst bis Jahresende 2016 befristet, nun aber bis Ende März 2017 verlängert, kann man womöglich davon ausgehen, dass der Preis auf Dauer bei 35 Euro bleibt. Auch noch recht einfach geschieht der Anschluss von DVI-Motitoren wie dem ältesten Cinema-Display. Hier gibt es Adpater wie den CSL - 4K USB 3.1 Typ C zu DVI 4K Adapter . Nur für die Monitorgeneration dazwischen wird es kompliziert.

Auslaufmodell Mini Display Port

Eine Generation älter wird es ein wenig kompliziert. Zwar hatte es schon bald nach dem Macbook und dem Macbook Pro zahlreiche Docks für USB-C gegeben, die auch Videosignale weitergaben, doch waren diese in der Regel mit einer HDMI-Buchse ausgestattet. Und hier endet der Signalweg fürs Erste, denn ein ein Kabel mit einer Mini-Display-Buchse und einem HDMI-Stecker gibt es nach wie vor nicht, die angebotenen Adapter mit MiniDisplay-Stecker und HDMI-Buchse helfen hier nicht weiter. Immerhin findet man jetzt bei Amazon allmählich mehr Adapter mit USB-C-Stecker und MiniDisplay-Port, die den Job erledigen helfen.

Bestens geeignet, aber bisher nur auf den US-Seiten von Amazon aufzufinden ist der UPTab USB-C Type C to Mini DisplayPort Adapter 4K@60Hz . Dieser hat gegenüber anderen Lösungen aber einen unbestreitbaren Vorteil: Über den Stecker fließt auch die Stromversorgung, 35 US-Dollar kostet das Gerät. Etwas günstiger (27 US-Dollar), dafür aber ohne Stromdurchleitung kommt der Adapter Itanda USB C Type to Mini DisplayPor t. Auch ihn gibt es bisher nicht im deutschen Amazon.

Noch nicht in Deutschland: Adapter für USB-C auf MiniDisplayPort von UPTab und Itanda
Vergrößern Noch nicht in Deutschland: Adapter für USB-C auf MiniDisplayPort von UPTab und Itanda

Das CalDigit USB-C-Dock ist indes bereits in Deutschland angekommen, zum stolzen Preis von 180 Euro bekommt man aber ein ausgewachsenes Dock mit allerlei Anschlüssen und vor allem einer Ladeleistung mit bis zu 90 Watt - selbst das Macbook Pro bekommt damit ausreichend Energie, man muss nicht einen der verbleibenden Ports für das Ladegerät reservieren. Kleiner Wermutstropfen: Neben einem HDMI-Port bietet das Dock nur einen DisplayPort-Anschluss und keinen MiniDisplayPort. Ein Adapter mit einer Buchse nach dem Standard MiniDisplayPor t kostet extra, aber keine 10 Euro.

Das Dock von CalDigit mit allerlei Anschlüssen
Vergrößern Das Dock von CalDigit mit allerlei Anschlüssen
© CalDigit

Die Einschränkungen

Die Konstruktionen über Thunderbolt-3/USB-C zu MiniDisplayPort kommen jedoch mit technischen Limits. Auf einem 27-Zoll-Cinema-Disply lässt sich mit Macbook und Macbook Pro eine Auflösung von 1440p (2560x1440 Pixel) ansteuern. Die Audioausgabe auf den Lautsprechern des Displays funktioniert, die USB-2.0-Buchsen bekommen immerhin Strom, aber es kommen dort keine Daten mehr an. Die Helligkeit des Monitors lässt sich jedoch nicht mit der Tastatur des Macbook (Pro) regeln, dazu muss man ihn noch mit einem USB-C-auf-USB-A-Kabel verbinden, das ermöglicht auch die Datenübertragung. Nur so lässt sich auch die Facetime-Kamera am Monitor nutzen. Während am Macbook Pro mehrere Buchsen zur Verfügung stehen und man daher auch den Monitor gleich mit zwei Adpaterketten anschließen kann, geht am Macbook in diesem Fall nichts an einem Dock wie dem von CalDigit vorbei.

Adpaterketten

Nur der halbe Weg: Adapter von Benfei für USB-C zu DisplayPort
Vergrößern Nur der halbe Weg: Adapter von Benfei für USB-C zu DisplayPort
© Benfei

Solange die Stecker von Itanda und UPTab noch nicht erhältlich sind, muss man sich mit dem Zusammenschluss mehrerer Adpater behelfen, um von USB-C auf MiniDisplay-Port zu kommen. Von Benfei gibt es etwa einen Adapter von USB-C auf DisplayPort , an diesen kann man nun Stecker anschließen, die einen Display-Port-Stecker und eine Buchse für den Standard MiniDisplayPort anbieten, Lösungen gibt es etwa von Cable Matters und von Startech .

Zwei erhältliche Lösungen für Display>Port auf MiniDisplayPort von Startech und Cable Matters
Vergrößern Zwei erhältliche Lösungen für Display>Port auf MiniDisplayPort von Startech und Cable Matters

Mit beiden Lösungen ist die Übertragung von Bild und Ton ohne Einschränkung möglich. Das wäre indes bei HDMI nicht der Fall. Bild und Ton lassen sich zwar in der Theorie auch vom DisplayPort-Standard über HDMI übertragen und so etwa eine Adapterkette mit MiniDisplayPort (auf Seiten des Monitors) und HDMI zu USB-C (mit einem Dock am Macbook) bauen, das funktioniert aber nicht zuverlässig.

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