2292663

CrazyTalk Animator 3: Aus Bild mach Video

17.08.2017 | 09:07 Uhr |

Vorlagen, gezeichnete Figuren und sogar eigene Fotos in Bewegung versetzen – das und mehr bietet die 2D-Animationssoftware von Reallusion.

Mal schnell selbst einen kleinen Cartoon gestalten oder auch komplexere bewegte Szenen, die professionellen Charakter haben, beides ist mit Reallusions CrazyTalk Animator 3 möglich. Aber nicht ganz so kinderleicht, wie es der Entwickler selbst verspricht.

Knochen und Pins …

Zwar stimmt es, hat man das Prinzip einmal verstanden, fällt es nicht mehr schwer, etwa gezeichnete Figuren oder solche aus den mitgelieferten Vorlagen mit ”Knochen” zu versehen, im Bone-Editor gekonnt miteinander zu verbinden und fast magisch in Bewegung zu versetzen. Dabei sorgt man durch geschickt gesetzte Pins dafür, dass sich beispielsweise bei einer Beugung des Oberkörpers oder Drehung des Kopfes nicht der gesamte Körper gleich mit dreht. Dazu bietet die Software vorgefertigte Animationsevents, die man einfach auf die Figur zieht, sodass diese beim Abspielen tanzt oder küsst und anderes mehr.

Detaillierte Bedienungseinstellungen

Um dies möglichst präzise und wunschgemäß hinzubekommen, gibt es einen Editor (Zeitleiste mit Unterspuren) für die genauen Einstellungen von Zeit und Animation sowie dem Sound. Die Arbeitsumgebung ist insgesamt sehr komplex und vielfältig, je nach Version auch, dazu unten mehr. Das online verfügbare Manual gibt hier einen guten, aber eben auch sehr detaillierten Überblick.

Die Oberfläche des Programms wirkt zwar funktional, dabei leider wenig Mac-ähnlich und attraktiv. Man muss sich sehr genau mit den einzelnen Funktionen beschäftigen und möglichst außer der schriftlichen Bedienungsanleitung die umfassenden, auch deutschsprachigen Tutorials zur Kenntnis nehmen und für die Spezialfunktionen studieren. Dann freilich kann man jede Menge belebter Szenen und unterhaltsamer Abläufe mit dem Programm herausholen. Die fertigen Projekte lassen sich beispielsweise als animierte Gifs oder Videos im MOV-Format exportieren.

Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

CrazyTalk Animator 3 setzt auf einem Mac mindestens OS X 10.11.5 voraus. Die neueste Version unterstützt unter anderem auch den Import von PSD-Dateien, um daraus beispielsweise Darsteller zu kreieren. Dies gibt es aber nur in der teuersten Ausgabe, der sogenannten Pipeline für 259 Euro. Diese bietet zudem noch den Import von 3D-Bewegungen und anderes. Etwas darunter angesiedelt ist die Pro-Version für 159 Euro. Hier verzichtet man unter anderem auf die zuletzt genannten Features von Pipeline. Noch elementarer ist die Standard-Variante, die dafür auch nur 59 Euro kostet und zu den Grundfunktionen eine eher elementare Zeitleisten-Bearbeitung bietet. Ein exakter Vergleich zwischen den Editionen findet sich hier .

Dazu kommen zahlreiche kostenpflichtige, aber optionale Erweiterungen wie etwa zusätzliche Bundles speziell für Pipeline mit weiteren Bewegungen, Figuren, Körperformen und Objekten. Das komplette Paket kostet regulär 792 Euro, derzeit ist es für 449 Euro zu haben, um nur mal eine Vorstellung zu geben. Einzelne Pakete sind auch günstiger. Eine 15-tägige Testversion der Software bietet die Pipeline-Edition in deutscher Sprache.

Fazit und Empfehlung

Man sollte sich nichts vormachen: CrazyTalk Animator 3 ist nichts für den flotten Consumer-Bereich. Zwar fällt es nach kurzer Zeit leicht, einfache animierte Szenen zu erstellen. Aber um das Potenzial wirklich zu nutzen, sollte man sich schon zu den engagierten ”Amateuren” oder doch mindestens zum semiprofessionellen Sektor der 2D-Animationsfilmemacher zählen. Von der wenig einladenden Benutzeroberfläche abgesehen, ist CrazyTalk Animator 3 ein potentes und vielseitiges Tool für die beschriebenen Zwecke.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2292663