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CrazyTalk Animator 3: Aus Bild mach Video

17.08.2017 | 09:07 Uhr | Thomas Hartmann

Vorlagen, gezeichnete Figuren und sogar eigene Fotos in Bewegung versetzen – das und mehr bietet die 2D-Animationssoftware von Reallusion.

Mal schnell selbst einen kleinen Cartoon gestalten oder auch komplexere bewegte Szenen, die professionellen Charakter haben, beides ist mit Reallusions CrazyTalk Animator 3 möglich. Aber nicht ganz so kinderleicht, wie es der Entwickler selbst verspricht.

Knochen und Pins 


Zwar stimmt es, hat man das Prinzip einmal verstanden, fĂ€llt es nicht mehr schwer, etwa gezeichnete Figuren oder solche aus den mitgelieferten Vorlagen mit ”Knochen” zu versehen, im Bone-Editor gekonnt miteinander zu verbinden und fast magisch in Bewegung zu versetzen. Dabei sorgt man durch geschickt gesetzte Pins dafĂŒr, dass sich beispielsweise bei einer Beugung des Oberkörpers oder Drehung des Kopfes nicht der gesamte Körper gleich mit dreht. Dazu bietet die Software vorgefertigte Animationsevents, die man einfach auf die Figur zieht, sodass diese beim Abspielen tanzt oder kĂŒsst und anderes mehr.

Detaillierte Bedienungseinstellungen

Um dies möglichst prĂ€zise und wunschgemĂ€ĂŸ hinzubekommen, gibt es einen Editor (Zeitleiste mit Unterspuren) fĂŒr die genauen Einstellungen von Zeit und Animation sowie dem Sound. Die Arbeitsumgebung ist insgesamt sehr komplex und vielfĂ€ltig, je nach Version auch, dazu unten mehr. Das online verfĂŒgbare Manual gibt hier einen guten, aber eben auch sehr detaillierten Überblick.

Die OberflĂ€che des Programms wirkt zwar funktional, dabei leider wenig Mac-Ă€hnlich und attraktiv. Man muss sich sehr genau mit den einzelnen Funktionen beschĂ€ftigen und möglichst außer der schriftlichen Bedienungsanleitung die umfassenden, auch deutschsprachigen Tutorials zur Kenntnis nehmen und fĂŒr die Spezialfunktionen studieren. Dann freilich kann man jede Menge belebter Szenen und unterhaltsamer AblĂ€ufe mit dem Programm herausholen. Die fertigen Projekte lassen sich beispielsweise als animierte Gifs oder Videos im MOV-Format exportieren.

Systemvoraussetzungen und VerfĂŒgbarkeit

CrazyTalk Animator 3 setzt auf einem Mac mindestens OS X 10.11.5 voraus. Die neueste Version unterstĂŒtzt unter anderem auch den Import von PSD-Dateien, um daraus beispielsweise Darsteller zu kreieren. Dies gibt es aber nur in der teuersten Ausgabe, der sogenannten Pipeline fĂŒr 259 Euro. Diese bietet zudem noch den Import von 3D-Bewegungen und anderes. Etwas darunter angesiedelt ist die Pro-Version fĂŒr 159 Euro. Hier verzichtet man unter anderem auf die zuletzt genannten Features von Pipeline. Noch elementarer ist die Standard-Variante, die dafĂŒr auch nur 59 Euro kostet und zu den Grundfunktionen eine eher elementare Zeitleisten-Bearbeitung bietet. Ein exakter Vergleich zwischen den Editionen findet sich hier .

Dazu kommen zahlreiche kostenpflichtige, aber optionale Erweiterungen wie etwa zusĂ€tzliche Bundles speziell fĂŒr Pipeline mit weiteren Bewegungen, Figuren, Körperformen und Objekten. Das komplette Paket kostet regulĂ€r 792 Euro, derzeit ist es fĂŒr 449 Euro zu haben, um nur mal eine Vorstellung zu geben. Einzelne Pakete sind auch gĂŒnstiger. Eine 15-tĂ€gige Testversion der Software bietet die Pipeline-Edition in deutscher Sprache.

Fazit und Empfehlung

Man sollte sich nichts vormachen: CrazyTalk Animator 3 ist nichts fĂŒr den flotten Consumer-Bereich. Zwar fĂ€llt es nach kurzer Zeit leicht, einfache animierte Szenen zu erstellen. Aber um das Potenzial wirklich zu nutzen, sollte man sich schon zu den engagierten ”Amateuren” oder doch mindestens zum semiprofessionellen Sektor der 2D-Animationsfilmemacher zĂ€hlen. Von der wenig einladenden BenutzeroberflĂ€che abgesehen, ist CrazyTalk Animator 3 ein potentes und vielseitiges Tool fĂŒr die beschriebenen Zwecke.

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