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Apple geht nach Hollywood: Ab März 2019

27.03.2018 | 10:56 Uhr | Peter Müller

Apple meint es ernst mit exklusiven TV-Inhalten. Bis Apple World Wide Video aber loslegt, dauert es noch ein Jahr.

Update vom 27.3.2018: Apples Videoservice mit eigenen, exklusiven Inhalten wird zwischen März  und Juni 2019 an den Start gehen, schreibt die New York Times in einem Bericht mit dem Titel "Apple Goes to Hollywood" . Die Investitionssumme von einer Milliarde US-Dollar und der gute Ruf der Marke würden es Apple erleichtern, Spitzenkräfte für sein Unterhaltungsgeschäft zu engagieren. In der Nähe von Culver City bei Los Angeles soll ein neues Hauptquartier auf einem guten Hektar für die 40 Personen umfassende Abteilung entstehen. Laut des Berichtes lege Cupertino für Apple World Wide Video wert auf Inhalte, die mit seiner "hellen und optimistischen" Marke korrespondieren. Das habe bereits zu Konflikten geführt, Bryan Fuller, der für Apple eine Neuauflage von Steven Spielbergs "Unheimliche Geschichten" produzieren sollte, hat das Unternehmen wieder verlasen, nachdem "familienfreundliche" Inhalte von ihm verlangt wurden.

Stand vom 26.1.2018:   Dass Apple es ernst meint mit den TV-Inhalten, erkennt man auch an der Nachricht über ein neues Projekt des Oscar prämierten Regisseurs Damian Chazelle ("La La Land", "Whiplash"). Dieser werde für Apple eine neue Serie verantworten und dabei alle Folgen schreiben und als Regisseur leiten, habe Cupertino laut " New York Times" bestätigt. Chazelle ist auch mit der Serie "The Eddy" für Netflix beauftragt, wird dort aber nur zwei Folgen drehen. Weitere Details zur Chazelle-Serie nennt Apple im Gegensatz zu Netflix keine. Weder ist bekannt, worum es geht noch wie viele Folgen das Projekt umfasse. Einen Pilotfilm werde es nicht geben, das Vertrauen in Chazelle scheint also groß zu sein.

Geduld für TV-Service gefragt

Ziemlich sicher also arbeitet Apple an einem neuen Video-Streaming-Service, der im Ernstfall vor allem Netflix und Amazon Konkurrenz machen soll. Doch wird es noch eine Weile dauern, bis Apple aus den Startlöchern kommt, das Jahr 2018 könnte auch ohne eine Apple-TV-Service zu Ende gehen. Welche Hürden Apple noch zu überspringen hat, erklärt Jason Snell auf Macworld . Zum einen ist die Entwicklung und Produktion von Shows nicht trivial und kann sich von den ersten Konzepten bis zum abgenommenen Pilotfilm hinziehen – den muss es aber nicht immer geben, siehe oben. Dann muss Apple auch eine Streaming-Infrastruktur aufbauen respektive die für Apple Music geschaffene soweit ausbauen, dass sie auch TV-Inhalte an den Kunden bringen kann. Schließlich stellt sich auch die Frage der Kundenbasis, Netflix hatte mit dem Verleih von DVDs angefangen und Amazon mit dem Verkauf von Büchern - beide hatten für ihre neuen Inhalte gleich jede Menge Kunden, die man allenfalls upgraden müsste. Apple hat mit den rund 30 Millionen Abonnenten von Apple Music jedoch einen Pfeil im Köcher, es fällt aber schwer zu glauben, dass diese für Apple Video nicht noch extra zahlen müssten. Man darf gespannt sein, wie Apple diesen Herausforderungen begegnet.

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