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Das iPad 2017: Wende erreicht

31.12.2017 | 08:00 Uhr | Peter Müller

Das iPad wird immer mehr zum normalen Computer. Was man allein schon an der Nomenklatur erkennt.

Was ist das iPad nun? Ein zu groß geratenes iPhone, mit dem man aber nicht wirklich telefonieren kann? Oder ein Laptop, dem Wesentliches fehlt? "Kaufen Sie sich einen richtigen Computer", herrschte Microsoft-Chef Satya Nadella letztens nur halb im Scherz iPad-Nutzer an. Apple kontert mit einer Werbekampagne: Das iPad ist sehr wohl ein richtiger Computer.

Und das ist auch der Fall. Wenngleich man natürlich mit Einschränkungen leben muss. Die Rechenleistung einer Workstation wird man niemals auf eine Tablet bekommen, auch wenn die jüngsten Chips in Benchmarks mit denen des Macbook Pro Schritt halten können, sind diese auf Dauerleistung ausgelegt. Im Büro, im Außendienst, im Schulen und Universitäten, im Bildungswesen, aber auch als Hilfsmittel für professionelle Fotografen und Musikproduzenten - überall findet das iPad seinen Einsatz und verdrängt Laptop und Desktop immer mehr in Nischen.

In den letzten Jahren musste man sich Sorgen machen, ob denn Apple nicht zur früh die Post-PC-Ära ausgerufen habe und das iPad nach einem starken Start in den Jahren nach 2010 nicht wieder allmählich von der Bildfläche verschwinden würde. Zur Erinnerung: Das iPad verkaufte sich anfangs wesentlich besser als das iPhone, die Meilensteine von einer oder zehn Millionen verkauften Geräte setzte das iPad in weit kürzerer Zeit. Doch dann stagnierte das Wachstum, ehe es in den letzten drei Jahren sich sogar in das Gegenteil verkehrte. Erst im Jahr 2017 bekam Apple wieder die Kurve mit dem iPad und legt wieder an Stückzahlen und im Umsatz zu. In den letzten beiden Quartalen des Geschäftsjahres 2016/17 verkaufte Apple wieder mehr Geräte als im jeweiligen Vorjahreszeitraum.

Fieberkurve des iPad: Erst in den letzten beiden Quartalen weist sie wieder nach oben.
Vergrößern Fieberkurve des iPad: Erst in den letzten beiden Quartalen weist sie wieder nach oben.

Möglich gemacht hat das Apple mit einer Neuausrichtung des Portfolios. Die Trennung zwischen dem iPad, das eher für Endverbraucher geeignet ist und dem iPad Pro für professionelle Ansprüche ist schon durch die Produktbezeichnung scharf. So ähnlich wie beim Macbook und dem Macbook Pro: Diese bekommen auch keine fortlaufenden Nummern oder seltsame Namenszusätze mehr, sondern unterscheiden sich nur noch durch das Baujahr oder die Bildschirmgröße. Macbook Air und iPad Air sind gleichermaßen Auslaufmodelle.

Hauptunterschied der beiden iPad-Reihen: Nur die Pros lassen sich mit dem Apple Pencil bedienen und verfügen über einen Smart Connector, an den man etwa Tastaturen anhängen kann. Auch das kleinere der Pros kommt nun aufgrund der etwas größeren Bildschirmmaße von 10,5 Zoll in der Diagonale mit einem Fullsize-Keyboard, bei dem die Mittelpunkte der großen Tasten mindestens 17 Millimeter Abstand benötigen.

Wirklich interessant wird das iPad aber erst mit iOS 11, man kann durchaus sagen, dass es sich bei der iPad-Version um eine eigene Fassung des mobilen Betriebssystems handelt. Das war aber erst der Anfang, für 2018 hat Apple womöglich Pläne für das iPad, die es für weitere Zielgruppen attraktiv machen könnte: Denn Entwickler konnten bisher nur für das iPad programmieren, aber nicht auf ihm.

Das ist aber Zukunftsmusik, lesen Sie hier nochmal, was wir 2017 über das iPad zu berichten wussten:

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