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Kommentar: Das neue iPad – Ist der US-Bildungsmarkt das Ziel?

22.03.2017 | 16:52 Uhr |

Billig und lange Laufzeit: Das neue Apple-Tablet scheint allem auf den Education-Markt zu zielen, für Heimanwender und Profi-Anwender sollten dagegen bald neue Pro-Modelle folgen

Die Ausstattung des neuen iPad hat viele überrascht. Optisch gleicht es stark dem alten iPad Air, auch die Technik hat Apple nur wenig modernisiert. Die verbaute A9-CPU ist aus dem iPhone 6s bekannt, vor allem in der Grafikleistung sollte es aber dem iPad Pro hinterherhinken. Es ist sogar schwerer und dicker als das iPad Air, was eigentlich niemand erwartet hatte. Es handelt sich zwar nur um wenige Gramm bzw. 1,4 mm mehr Tiefe – für ein Apple-Gerät ist das aber geradezu ein Fauxpas. Das Display ist laut Datenblatt ebenfalls nicht gerade High-End – sogar eine Entspiegelung fehlt anscheinend. Mit dem aktuellen iPad Pro kann es schon nicht mithalten, dabei soll Apple schon bald Nachfolger vorstellen. Was hat sich Apple da nur gedacht?

Wir vermuten, es geht nur ums Geld: Apple will mit dem iPad ein möglichst günstiges Tablet im Programm haben, das mit Android-Tablets und Chromebooks konkurrieren kann – sowohl in Firmen als auch im Apple-Kernmarkt der US-Schulen. Das iPad Pro ist für US-Bildungseinrichtungen möglicherweise doch zu teuer geraten. Einem Education-Käufer berechnet Apple für ein iPad Pro aktuell immerhin 580 Dollar, das Smart Keyboard kostet weitere 150 Dollar, vom Pencil ganz zu schweigen. Die neue iPad-Basisversion kann Apple einer Schule dagegen für 300 Dollar pro Stück anbieten – das ist immer noch teurer als ein 150-Dollar-Chromebook, aber deutlich näher dran. Traditionell hat zwar Apple noch immer einen guten Ruf in US-Schulen und Universitäten, die Budgetverhandlungen sind hier aber äußerst hart und Apples Marktanteile stark am Bröckeln. Vor allem die Chromebooks beginnen die US-Schulen immer mehr zu dominieren .

Interessant ist das iPad aber nicht nur für Bildungseinrichtungen, auch für sparsame Unternehmen ist ein 300-Dollar iPad natürlich eine interessante Alternative zum iPad Pro. (Schätzen doch einige Firmen bei der IT-Ausstattung nebenbei ein wenig Hierarchie: Etwa das iPad Pro für den Verkaufsleiter, das iPad für den Verkäufer.) Für Schulen und knickrige Unternehmen hat das neue iPad außerdem einiges zu bieten: Dank größerem Akku sollte es sogar länger durchhalten als das iPad Pro – und die versprochenen zehn Stunden Laufzeit sind lang genug für einen Arbeits- oder Schultag. Ist doch lange Akkulaufzeit für berufliche Anwender wichtiger als ein paar Datenblatt-Gramm mehr.

Ist das neue iPad ein wenig wie der eMac?
Vergrößern Ist das neue iPad ein wenig wie der eMac?

Soll man als Privatkunde deshalb lieber auf das kommende iPad Pro warten? Schließlich gilt es als ausgemacht, dass in Kürze ein neues Top-Modell mit 10,5-Zoll-Modell auf den Markt kommt. Und dieses Modell wird vermutlich höchsten Ansprüchen an Design und Technik genügen – allerdings wohl kaum zu einem Preis unter 600 Euro. Scheut man hohe Ausgaben, bleibt da eigentlich eh nur das neue iPad übrig – oder ein iPad Air als Auslaufmodell...Was wir aber immer empfehlen würden, ist auf erste Tests zu warten. In Kürze wird auch Macwelt.de erste Testergebnisse liefern können. Vor allem auf das neue iPad-Display sind wir sehr gespannt.

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