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Datenethik: Richtlinien für selbstlernende Algorithmen gefordert

15.01.2019 | 16:16 Uhr | Michael Söldner

Ein Ethik-Kodex soll selbstlernende Algorithmen sicherer machen und für Entwickler als Grundlage dienen.

Ethische Grundsätze stehen bei der Entwicklung von Apps, Programmen und Algorithmen eher im Hintergrund. Dabei haben Entwickler mit ihren Werken schon jetzt großen Einfluss darauf, wer einen Kredit erhält oder ins Visier der Polizei gerät. Grundlage hierfür sind selbstlernende Algorithmen, die aus Datenmassen auf künftige Ereignisse schließen. Die große Verantwortung ist nur wenigen Entwicklern bewusst. Dies will das zur Bertelsmann Stiftung gehörende iRightsLab mit einem Ethik-Kodex ändern. Noch ist der Kodex jedoch nicht komplett, bis zum 21. Dezember können Interessierte ihre Meinung zu den Grundsätzen kundtun. 

Im Rahmen des Projekts #algorules soll ein Katalog an Kriterien entstehen, an dem sich auch die ehemalige FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Stefan Ullrich von der Gesellschaft für Informatik beteiligen. Der erste Punkt des Ethik-Kodex betrifft daher auch die Kompetenz über die Funktionsweisen und Wirkungen von Algorithmen. Punkt 2 sieht hingegen eine Person vor, die für die Arbeiten des Systems verantwortlich ist. Im dritten Punkt wird eine Nachvollziehbarkeit der Ziele und Wirkungen eines Algorithmus gefordert. Punkt 4, 5 und 6 drehen sich um Sicherheit, Transparenz und Beherrschbarkeit eines solchen Algorithmus. Im vorletzten Punkt wird hingegen eine regelmäßige Überprüfung des Systems gefordert und der letzte Punkt soll sicherstellen, dass die vom Algorithmus getroffenen Entscheidungen nie unumkehrbar sein dürfen. In einer Online-Umfrage können sich Interessierte an der Entwicklung des Ethik-Kodex beteiligen und ihr Feedback zu den bislang getroffenen Punkten abgeben. 

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