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Datenskandal: Facebook droht Höchststrafe in Großbritannien

11.07.2018 | 14:54 Uhr |

Im Zuge des Datenskandals mit Cambridge Analytica wollen britische Datenschützer die Höchststrafe gegen Facebook verhängen.

Die britische Datenschutzbehörde ICO will den US-Konzern Facebook im Datenskandal mit dem Analyse-Unternehmen Cambridge Analytica für die unzulässige Verarbeitung persönlicher Daten von britischen Facebook-Nutzern bestrafen. Das Behörde teilte heute mit, dass die mehrmonatige Untersuchung der Vorfälle nun abgeschlossen sei.

In einer 22 Seiten umfassenden Absichtserklärung will ICO die Höchststrafe in Höhe von 500.000 Britischen Pfund (umgerechnet rund 565.000 Euro) gegen Facebook verhängen. Facebook hat bis nächste Woche Zeit, eine Stellungnahme abzugeben. Im Anschluss wird die britische Datenschutzbehörde darüber entscheiden, ob Facebook die Höchststrafe zahlen muss oder ein geringeres Bußgeld verhängt wird.

Wie ICO in der Absichtserklärung ausführt, hat Facebook bei der unzulässigen Weitergabe von Nutzerdaten an Cambridge Analytica gegen zwei Prinzipien des britischen Datenschutzgesetzes verstoßen. So seien keine angemessenen technischen und organisatorischen Maßnahmen gegen die unautorisierte und ungesetzliche Verarbeitung personenbezogener Daten getroffen worden. Facebook habe sich außerdem nicht an den Grundsatz der „fairen und gesetzlichen“ Verarbeitung von Daten gehalten.

Der britische Forscher Alexander Kogan habe über eine App Zugriff auf die Facebook-Profile von britischen Nutzern und deren Freunde erlangt. Damit habe Kogan gegen insgesamt vier Facebook-Richtlinien verstoßen, was jedoch seitens Facebook keine Konsequenzen für den Forscher gehabt habe.

Während Facebook behauptet, die umstrittene App habe auf die Daten von rund 1.040 Briten zugegriffen, stuft ICO diese Zahlen als falsch ein. Laut den Datenschützern soll etwa eine Million britische Facebook-Nutzer betroffen sein.

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