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Der Homepod verkauft sich schlecht – Stimmt das?

13.04.2018 | 15:45 Uhr |

Nach Berichten von "Bloomberg" verkauft sich Apples Lautsprecher Homepod nicht besonders gut. Aber stimmt das?

Ein bisschen Medienkritik zum Wochenende: Vor ein paar Stunden hat das Wirtschaftsmagazin " Bloomberg " einen Bericht veröffentlicht, der behauptet, der Homepod verkaufe sich schlecht. Zum einen wären da die Meldungen des Herstellers Inventec Corp. Demnach hat Apple die Bestellungen für seine Lautsprecher extrem reduziert. Zum anderen haben die Autoren ebenfalls eine Marktforschungsfirma konsultiert(Slice Intelligence). Demnach haben nur zehn Prozent aller App-Nutzer von Slice Intelligence sich für den Homepod entschieden, gemessen wurde von Januar bis Ende März. Slice Analytics verfügte über rund 20.000 Kaufbelege aus dem Bereich (smarte) Lautsprecher. "Bloomberg" hat dazu noch mit mehreren Apple-Store-Mitarbeitern gesprochen. Nach ihren Aussagen häufen sich jetzt in den Lagerräumen die neuen Homepods, an manchen Tagen verkaufe Apple nicht mehr als zehn Geräte in einem Store.

Daniel Eran Dilger von " Appleinsider " nimmt der Bericht von "Bloomberg" unter die Lupe und weist auf mehrere Unstimmigkeiten hin. Zum einen ist Inventec Corp. nur einer der zwei Homepod-Fertiger , der dazu eine kleinere Charge von einer Million Geräte herstellen sollte. Den Rest von zehn bis zwölf Millionen Homepods sollte Foxconn liefern. Mit diesem Hinweis auf die Mengenverteilung zwischen den zwei Unternehmen sehen plötzlich die Berichte zu den reduzierten Bestellungen nicht mehr so dramatisch aus, konnte sich doch Apple entscheiden und sämtliche Chargen von Homepods bei Foxconn fertigen lassen. Zum anderen kritisiert "Appleinsider" das blinde Vertrauen auf die Daten von Slice Intelligence. Zwar hat die Firma eine große Nutzerbasis dank seiner Kauf-App, die Bestellungen über den Apple Online Store kann sie verständlicherweise nicht einbeziehen und auswerten. Auf diesen Channel dürften die potentiellen Kunden in den ersten Monaten bevorzugt zurückgreifen. Erst wenn andere Händler Rabatte oder reduzierte Preise anbieten, wird sich ein nennenswerter Teil der Käufer auf Amazon und Co. umschauen. Dazu erinnert Dilger an die Berichte zu den Verkaufszahlen der Apple Watch aus dem Jahr 2015: Slice Intelligence hatte damals auch behauptet, die Smartwatch von Apple verkaufe sich schlecht. Auch wir haben damals die Studie der Marktforschungsfirma bemängelt . Mittlerweile lässt sich wohl kaum leugnen, dass die Apple Watch sich erfolgreich auf dem Markt behauptet hat und sogar der schweizerischen Uhren-Industrie Sorgen bereitet.

Und mal ehrlich, selbst wenn in einem Apple Store nur zehn Homepods pro Tag verkauft werden, sind das rund 3500 US-Dollar Umsatz am Tag mit einem Nischenprodukt und noch weitere Monate garantierte Einnahmen über Apple-Music-Abos.

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