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Neues Konzept für den Mac Mini verzweifelt gesucht

17.01.2018 | 16:28 Uhr |

Der iMac Pro ist da, der neue Mac Pro kommt im Laufe des Jahres. Was wird aber aus dem Mac Mini?

Apple hat für das Jahr 2018 einen neuen Mac Pro versprochen, der wie das bis Anfang 2013 verkaufte Modell "modular" sein soll. Sprich: Es wird wohl wieder einen Tower geben, in den Apple austauschbare Komponenten einbaut und der im Inneren so geräumig sein wird, dass auch besonders energiehungrige aber sehr leistungsfähige CPUs und vor allem GPUs ihre Abwärme ohne Gefahr der Überhitzung abgeben können. Schon Ende 2017 ist der iMac Pro auf den Markt gekommen, der schon jetzt im kompakten All-in-one-Gehäuse beeindruckende Performance beweist, so dass die Vorstellung von einem noch stärkeren Mac Pro einen beinahe schwindeln lässt. Aber was passiert am anderen Ende der Mac-Baureihe, am Low End, dem für Einsteiger oder Zweitrechner?

Völlig offen bleibt nach wie vor, was mit dem Mac Mini passiert. Nichts? Dabei haben Vertreter Apples doch immer wieder betont, der Mac Mini sei und bleibe ein wichtiges Produkt im Portfolio. Gibt es daher bald ein eher liebloses Upgrade mit neuen Komponenten im selben ollen Gehäuse? Oder, vielleicht ganz spannend: Ein Einsteigermodell des modularen Mac Pro zu erschwinglichen Preis? Man kann in ein Tower-  oder Minitowergehäuse ja auch günstigere Komponenten verbauen. Vielleicht kommt aber auch etwas völlig Neues. Und da sind wir bei 9to5Mac über ein Konzept gestolpert , das eigentlich zu schön ist, um wahr zu sein. Sollte Apple daraus tatsächlich ein Produkt machen, würden wir es ohne zu Zögern kaufen.

Konzeptrechner: Zu schön, um wahr zu sein

Louis Berger nennt seine Vision Taptop-Computer und am ehesten kann man sie als eine dicke Touchbar beschreiben. Nein, nicht als Computerzubehör, sondern als Computer. Die Touch-Leiste, in die laut Vision auch Fingerabdruckscanner und Gesichtserkennung eingebaut sind, wäre dabei nur die Oberfläche, der Rest der Hardware würde in einem Balken mit abgerundeten Ecken stecken. Allzuviele Kabelanschlüsse braucht man bei Apple ja nicht mehr, wie das Macbook zeigt, an sich würde ja einer für einen Monitor und noch ein bisschen USB-C für Strom und Peripherie reichen. Warum also nicht einfach nur zwei Thunderbolt-3-Buchsen? Nur haben wir aus der Vergangenheit gelernt, dass die Designs der Apple-Träumer zwar hübsch sind, aus Apples Laboren schlussendlich aber ganz andere Produkte herauskommen.

Mac Mini auf Rekordkurs

Auf die frage nach der Zukunft des Mac Mini gibt außer den genannten Floskeln keine Antwort von Apple. Immerhin auch keine abschlägige. Cupertino könnte sich ja auch auf den Standpunkt stellen: Wozu? Die Zielgruppe eines Mac Mini ist überschaubar und nicht besonders anspruchsvoll, wird also weder 4K-Videoschnitt auf der Maschine betrieben noch die neuesten Mac-Spiele zocken wollen. Technik aus dem Jahres 2014 kann heute doch nicht schlecht sein, wozu also die Notwendigkeit eines Upgrades? Selbst wenn die Technik des aktuell verfügbaren Mac Mini an sich noch ein, zwei Jahre älter ist, denn die neuesten Chips hatte der Einsteiger-Mac ohnehin nie bekommen.

Vorerst wird Apple den Mac Mini also weiterhin verkaufen, seit nunmehr drei Jahren und etwa drei Monaten unverändert. Wenn in diesem Jahr kein Nachfolger kommt, wird der Mini auch nicht aus dem Angebot fallen. Womöglich hat Apple mit dem Einsteigermac in der Version late 2014 ja große Pläne und will seinen eigenen Rekord brechen hinsichtlich Verfügbarkeit. Den hält bisher der Mac Plus, der am 16. Januar 1986 auf den Markt kam und den Apple unverändert bis zum 15. Oktober 1990 verkaufte. Anderthalb Jahre, also etwa bis Juli 2019 müsste der Mac Mini (late 2014) noch durchhalten, um zum neuen Dauerbrenner der Mac-Geschichte zu werden.

Ein Verkaufsstopp oder die Ablösung durch einen Nachfolger würde ja nicht einmal das Ende bedeuten, High Sierra läuft auch auf dem Mini von 2014 und weitere zwei oder drei Iterationen von macOS sollte der Rechner mit seinen Intel-Core-Chips der vierten Generation noch verkraften können. Auch der Mac Plus hielt noch länger durch, selbst das im Oktober 1996 veröffentlichte System 7.5.5 ließ sich noch auf der alten Mühle installieren, erst mit System 7.6 war dann Schluss.

Für Apple spielt ein weiterer Aspekt eine große Rolle: Die Nachfrage nach mobilen Geräten. Seit vielen Jahren weist Apple in seiner Bilanz zwar nicht mehr aus, wie sich die Mac-Verkäufe auf Desktops und Laptops aufteilen, doch dürften vier von fünf verkauften Macs Laptops sein, Apple verkauft pro Quartal also nicht mehr als eine Million Desktops. Den Löwenanteil wird der iMac ausmachen, der Mac Pro auf seinem Abstellgleis auf dem High End könnte etwa so viele Stückhzahlen beitragen wie der Mac Mini in seinem Austragsstüberl im Low End. Wahrscheinlich aber geht die Verkaufszahl nicht einmal in die Hunderttausende, die Marge für den Mac Pro sollte deutlich höher sein als die des Mini. Es ist nicht völlig auszuschließen, dass die Version vom Oktober 2014 die letzte ihrer Art war. Da mögen Designkonzepte noch so schön sein.

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