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Deutscher sperrte Donald Trumps Twitterkonto

30.11.2017 | 13:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ein Deutscher mit tĂŒrkischen Wurzeln hat Anfang November das Twitterkonto von US-PrĂ€sident Donald Trump abgeschaltet. Angeblich aus Versehen und ohne politische Hintergedanken.

Ein Mann namens Bahtiyar Duysak soll am 3. November 2017 das Twitterkonto von US-PrĂ€sident Donald Trump abgeschaltet haben, wie die US-Technikseite Techcrunch berichtet. Also den Account realDonaldTrump, von dem aus Donald Trump die meisten seiner Tweets versendet – POTUS, das offizielle Twitterkonto des US-PrĂ€sidenten, verwendet Trump weniger hĂ€ufig. FĂŒr elf Minuten schwieg damals der Twitteraccount, von dem aus Donald Trump seine mitunter gefĂŒrchteten und manchmal verspotteten Tweets verschickt. Viele Trump-Gegner bejubelten die Abschaltung damals.

Twitter untersuchte den Vorfall und fand heraus, dass ein Mitarbeiter aus dem Twitter-Kundensupport die Abschaltung vorgenommen hatte. Er habe das an seinem letzten Arbeitstag gemacht. In einem frĂŒheren Tweet hatte Twitter bereits von menschlichem Versagen gesprochen. Und Bahtiyar Duysak ist laut Techcrunch der Mann, dem dieser Fehler unterlief.

Der tĂŒrkischstĂ€mmige Bahtiyar Duysak wurde in Deutschland geboren und wuchs hier auf. Er ging dann mit einem Arbeits- und Studienvisum in die USA. Gegen Ende seines US-Aufenthalts heuerte er bei Twitter an, fĂŒr das er zeitlich befristet im Kundensupport arbeitete. Mittlerweile ist er wieder zurĂŒck in Deutschland, sein US-Visum ist abgelaufen.

Bahtiyar Duysak erklÀrte in dem Interview mit Techcrunch, dass er keinesfalls absichtlich Trumps Twitterkonto abschaltete. Stattdessen soll die Abschaltung ein Versehen/Fehler gewesen sein.

Duysak arbeitete in der Abteilung, die Hinweisen von Twitternutzern auf Tweets oder Twitterkonten nachgeht, die gegen die Twitter-Nutzungsbedingungen verstoßen. Duysak und seine Kollegen prĂŒfen die VorwĂŒrfe und löschen gegebenenfalls die umstrittenen Tweets oder sperren ganze Konten.

An seinem letzten Arbeitstag mit dieser Aufgabe passierte zunĂ€chst nichts Außergewöhnliches. Er verabschiedete sich von seinen Kollegen und arbeitete dann bis Dienstschluss. Kurz bevor sein Arbeitstag und damit sein Arbeitsvertrag bei Twitter zu Ende ging, meldete ihm noch ein Nutzer ein Twitterkonto – das von Donald Trump. Und Duysak setzte dessen Sperre in Gang (wobei Trumps Twitterkonto wegen dessen besonderen Nachrichtenwerts gegen eine rasche Deaktivierung angeblich geschĂŒtzt war). Dann fuhr Duysak seinen PC herunter und ging nach Hause. Einige Stunden spĂ€ter war die Hölle los und Duysak erfuhr, was er angerichtet hatte


Duysak sagt, dass das ein Versehen gewesen sei. Er habe keine Gesetze gebrochen und niemanden gehackt. Er habe nie gedacht, dass Trumps Account tatsĂ€chlich deaktiviert werden wĂŒrde. Allerdings erklĂ€rt Duysak nicht, wie genau es zu dem Fehler kommen konnte und ob auch noch an anderer Stelle etwas schiefgelaufen ist. Auch Twitter schweigt zu den Details. Twitter erklĂ€rte nach dem Vorfall nur, dass es neue Sicherungen eingebaut habe, um zu verhindern, dass sich ein derartiger Vorfall wiederhole.

Als bekannt wurde, dass Duysak der Verursacher der Trump-Sperre war, machten US-Medien Jagd auf ihn. Er und seine Familie zogen sich von verschiedenen Social-Media-Plattformen zurĂŒck und Duysak löschte viele Hundert seiner Fotos aus dem Web, um seine PrivatsphĂ€re zu schĂŒtzen.



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