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Die besten Neuerungen von Photoshop CC 2019

24.10.2018 | 15:25 Uhr |

Vor wenigen Tagen hat Adobe eine neue Version von Photoshop herausgebracht: Photoshop CC 2019. Auf den ersten Blick hat sich nicht sonderlich viel verändert - doch der Schein trügt. Adobe hat in der aktuellen Version etliche Features implementiert, die den Workflow noch einfacher gestalten - ganz abgesehen von dem neuen Content-Aware-Tool, mit dem sich unerwünschte Inhalte in Fotos nahezu perfekt wegretuschierten lassen. Mehr dazu und welche Neuerungen das Update beinhaltet, erfahren Sie in diesem Artikel.

Photoshop kann jetzt Mathe…

Photoshop CC 2019 kann jetzt einfache Mathematik-Aufgaben lösen.
Vergrößern Photoshop CC 2019 kann jetzt einfache Mathematik-Aufgaben lösen.
© Fotolia / undrey

…allerdings nur die einfachsten Grundrechenarten: Multiplizieren, Dividieren, Addieren und Subtrahieren. Alles andere ergibt auch nicht wirklich Sinn. Oder wann hat man sich bei der letzten Bildbearbeitung mal gefragt, was wohl die Wurzel aus 1.920 ist?

Das neue Mathe-Feature lässt sich in allen Einstellungsfenstern anwenden, in denen man als Nutzer selbst Zahlenwerte einstellen kann, wie etwa bei der Deckkraft einer Ebene. Möchte man diese beispielsweise auf 50 Prozent reduzieren, tippt man nun einfach in das entsprechende Feld „100/2“ ein. Dies funktioniert andersherum natürlich genauso, indem man mit dem „*“-Symbol den angegebenen Wert um den entsprechenden Multiplikator vervielfacht. Additions- und Subtraktionsaufgaben kann Photoshop ebenfalls bewältigen, indem man die Rechenaufgabe einfach in das Feld eingibt.

Jetzt fragen Sie sich, wann man so was braucht? Hat man beispielsweise ein Foto in Photoshop geöffnet und möchte dieses mit dem Freistellungswerkzeug (Shortcut: C) zurechtschneiden, geht es mit der neuen Funktion deutlich schneller und präziser, die Breite oder Höhe des Dokuments zu halbieren, zu dritteln, zu vierteln (usw.).

Dank Rahmen-Werkzeug: Schnittmasken sind jetzt (fast) überfällig

Jeder, der BroschĂĽren, Einladungen oder Design-Konzepte in Photoshop erstellt, wird dieses Tool lieben: das Rahmen-Werkzeug.

Das Rahmenwerkzeug hat ein eigenes Symbol und befindet sich in der Werkzeugleiste.
Vergrößern Das Rahmenwerkzeug hat ein eigenes Symbol und befindet sich in der Werkzeugleiste.

Letztendlich handelt es sich hierbei um ein Tool, mit dem der Anwender rechteckige oder kreisförmige Rahmen erstellen kann, die zunächst als Platzhalter dienen.

Das Rahmenwerkzeug erstellt zunächst Platzhalter...
Vergrößern Das Rahmenwerkzeug erstellt zunächst Platzhalter...

Anschließend kann man mittels Drag-and-Drop-Prinzip Fotos auf die zuvor erstellen Rahmen platzieren, die sich automatisch auf die Rahmenform und -größe anpassen.

...und platziert die Bilder anschließend auf den Platzhaltern.
Vergrößern ...und platziert die Bilder anschließend auf den Platzhaltern.

Photoshop erstellt in der Ebenen-Anzeige eine Art Maske, auf der das platzierte Foto dargestellt wird. Um die Fotos innerhalb des Platzhalters näher zu bearbeiten, klickt man zunächst einfach auf das Foto in der Ebenenanzeige. Anschließend kann man über „Command + T“ für Mac oder „Strg + T“ für Windows das Foto transformieren. Beim Skalieren werden die Proportionen beibehalten, bei gedrückter Shift-Taste lässt sich das Foto auch ohne starres Seitenverhältnis transformieren, bei gedrückter Alt-Taste erfolgt die Transformation um den Mittelpunkt der Form.

Wenn Sie die Rahmenform an sich transformieren wollen, muss diese zuvor im Ebenen-Fenster ausgewählt sein.

Einen Schritt zurĂĽck

Um zu verstehen, was so toll an der neuen „Schritt zurück“-Funktion in Photoshop CC 2019 ist, vergegenwärtigen wir uns kurz, wie umständlich dies noch in der Vorgängerversion war. Wollte man in Photoshop CC 2018 oder älter mehrere Schritte rückgängig machen, musste man noch den Tastaturbefehl „Command + Shift + Z“ auf dem Mac oder „Strg + Shift + Z“ für Windows drücken.

Wenn man nicht gerade über das Protokoll-Fenster in Photoshop gearbeitet hat, gewöhnte man sich gezwungenermaßen recht schnell an diesen Shortcut. Was seitens Adobe allerdings ziemlich unlogisch war, denn geradezu in jedem anderen Computerprogramm war „Command + Z“ beziehungsweise „Strg + Z“ der übliche Tastaturbefehl, um eine Aktion (mehrmals) zu widerrufen. Stattdessen konnte man über diesen Shortcut in den alten Photoshop-Versionen nur einen Schritt zurück und – bei wiederholtem Drücken – wieder einen Schritt vorwärts gehen.

Mit Photoshop CC 2019 hat sich Adobe von dieser kleinen Logiklücke befreit: „Command + Z“ bzw. „Strg + Z“ machen jetzt so viele Arbeitsschritte wie gewollt rückgängig. Um einen „Schritt vorwärts“ zu gehen, muss man nun „Command + Shift + Z“ auf dem Mac und „Strg + Shift + Z“ für Windows drücken.

Ebenenmodus-Preview

Die verschiedenen Ebenenmodi von Photoshop sind besonders bei Fotomanipulationen von Nutzen, der Kreativität sind somit keine Grenzen gesetzt. Angenommen, man möchte in einem Foto den Himmel spektakulärer erscheinen lassen: Schnell bei Google geschaut, ein passendes Bild gefunden und in Photoshop geladen. Jetzt stellt sich die Frage: Mit welchem Ebenenmodus kann man die zwei Bilder mit dem gewünschten Ziel, den Himmel zu manipulieren, möglichst realistisch überblenden?

Mit Photoshop CC 2019 ist es erstmals möglich, eine Vorschau des Effekts anzuzeigen. Dafür klickt man einfach in den Ebenenmodus und fährt mit dem Mauszeiger über die verschiedenen Modi (Abdunkeln, Negativ multiplizieren, Ineinanderkopieren, Differenz usw.). Wie sich der entsprechende Ebenenmodus auf dem Gesamtfoto auswirkt, zeigt das Programm automatisch an. Vorbei sind die Zeiten, in denen man sich mit unzähligen Klicks den am besten passenden Ebenenmodus heraussuchen musste.

Proportionale Transformation

Vermutlich wird Photoshop CC 2019 gerade in den Anfangsstunden viele Photoshop-Profis in den Wahnsinn treiben. Wer sich nämlich über Jahre hinweg an die „alten“ Transformation-Shortcuts gewöhnt hat, wird sich nun schlagartig umgewöhnen müssen.

Mit der neuen Version versucht Photoshop den Workflow zu vereinfachen, ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr. Will man nun beispielsweise eine Ebene mittels „Command + T“ transformieren, muss man (anders als noch bei älteren PS-Versionen) weder Shift noch Alt oder Command gedrückt halten – die Proportionen werden automatisch beibehalten.

Was passiert aber, wenn man beim Transformieren noch weitere Tasten gedrückt hält?

Bei gedrückter Shift-Taste lässt sich die ausgewählte Ebene frei transformieren, die Proportionen werden nicht beibehalten.

Bei gedrückter Alt-Taste wird die Ebene skaliert, der Mittelpunkt bleibt dabei an einer fixen Position. Der sogenannte Referenzpunkt, also der Punkt, welcher zunächst in der Mitte eines ausgewählten Objekts angezeigt wird und bei Bedarf frei in der Arbeitsfläche umher geschoben werden kann, muss in der aktuellen Photoshop-Version übrigens erst in der Menüleiste über das entsprechende Symbol aktiviert werden.  

Bei gedrĂĽckter Command-Taste kann das Objekt an verschiedenen Eckpunkten gepackt und transformiert werden.

Automatischer Text

Der Blindtext „Lorem ipsum“ sagt wahrscheinlich jedem etwas. Falls nicht: Hierbei handelt es sich um einen Platzhalter ohne jegliche inhaltliche Bedeutung. Photoshop CC 2019 bringt nun genau diese Funktion mit:

Sobald man das Textwerkzeug (T) ausgewählt hat und damit ein Textfeld aufzieht, fügt Photoshop automatisch den „Lorem ipsum“-Text ein.

Besonders hilfreich ist diese Funktion, um sich der Wirkung einer Schriftart bewusst zu werden.
Vergrößern Besonders hilfreich ist diese Funktion, um sich der Wirkung einer Schriftart bewusst zu werden.

Besonders hilfreich ist diese Funktion, um sich der Wirkung einer Schriftart bewusst zu werden.

Inhaltsbasierte FĂĽllung

Eines der Highlights des großen Photoshop-Updates ist das Feature „Inhaltsbasierte Füllung“. Damit lassen sich innerhalb von Sekunden unerwünschte Personen oder Objekte aus dem Bild weg retuschieren.

Dafür trifft man mit dem Lasso-Werkzeug im ersten Schritt eine Auswahl um das unerwünschte Objekt. Anschließend wählt man über Bearbeiten>Inhaltsbasierte Füllung aus. Photoshop erkennt automatisch, mit welchen Bildinhalten die zuvor getroffene Auswahl gefüllt werden soll, damit möglichst kein optischer Bruch im Bild zustande kommt. Darüber hinaus hat der Anwender die Möglichkeit, via Pinsel den Bereich vorzugeben, aus dem Photoshop sich des Bildmaterials bedienen darf, um das Objekt zu entfernen.

In einem Vorschaufenster zeigt Photoshop das Endergebnis an.
Vergrößern In einem Vorschaufenster zeigt Photoshop das Endergebnis an.

Photoshop CC 2019 leistet dabei ganze Arbeit. Je nachdem, wie groß und komplex das zu entfernende Motiv ist, gelingt eine perfekte Retusche. Bei manchen Anwendungen kann man jedoch noch leichte Bildfehler erkennen, die beim Retusche-Versuche entstanden sind. In solchen Fällen muss man anschließend nochmal selbst mit dem Kopierstempel ran.

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