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Die Computer-Maus wird 50

09.12.2018 | 10:47 Uhr | Peter Müller

Dieses Jubiläum dürfen wir einfach nicht verpassen, daher etwas ungewöhnlich ein neuer Beitrag am Sonntag …

Heute feiern wir nicht nur den zweiten Advent – Schotten und Schwaben stellen sich dafür mit einer Kerze vor den Spiegel – sondern auch den 50sten Geburtstag eines guten, alten Bekannten, den wir an sich täglich in der Hand halten und das manchmal zu lang.

Wobei: Streng genommen ist die Computer-Maus noch mal fünf bis sechs Jahre älter, es war aber am 9. Dezember 1968 als deren Erfinder Douglas Engelbart sie auf einer Tagung der American Federation of Information Processing Societies (AFIPS) vorführte. Grafische Benutzeroberflächen gab es zu jener Zeit noch lange nicht, die Maus zeigte aber bereits anhand von Texten ihre Nützlichkeit als Instrument, mit dem man am Computer auf etwas zeigen und dieses markieren und verschieben kann. Engelbarts Maus war noch recht einfach und konnte mit ihren Rädern nach oben und unten oder nach rechts und links sich und die Markierung auf dem Bildschirm bewegen, recht viel mehr musste sie ja auch nicht können. Ihre Nachfolger bekamen einen Ball in die Mitte, der mehr Bewegungsfreiheit brachte, aber auch ein Problem: Der Staub, den das Mäuschen aufsammelte, verstopfte recht bald die Mechanik. Immerhin kann man ja die in den Achtzigern in Mode geratenen Glasschreibtische recht gut sehr sauber halten. Dafür funktionierte die nächste Generation der Maus darauf nicht mehr, die ihre Position auf der Fläche mit Laserlicht vermisst. Das Mauspad, das an sich mit der Lasermaus ausgedient hat, wurde für Glasschreibtischbesitzer wieder zum essentiellen Zubehör.

Die nächste Evolutionsstufe der Maus hat auch ihre Tücken: Drahtlos kommen sie jetzt daher, der Akku ist aber immer dann leer, wenn man das am wenigsten brauchen kann. Apples Magic Mouse hat mit dem Kabel noch dazu ein wenig an Orientierung verloren: Denn wenn man nicht genau hinschaut oder neben der Tastatur das Licht ein wenig schummrig ist, sieht man das Apple-Logo nicht und verwendet die Maus über Kopf – was seltsame Effekte auf dem Bildschirm hat. Mit der Magic Mouse 2 hat Apple keine Design-Auszeichnungen, dafür viel Häme im Netz verdient: Das neue Modell hat seine Ladebuchse am Boden, die Maus kann man während des Aufladens nicht bedienen, dazu bietet sie einen recht seltsamen Anblick. Vielleicht kommt irgendwann mal die angekündigte Ladematte Airpower und wenige Wochen später die Magic Mouse 3, die man (darauf) drahtlos aufladen kann?

Touch- und Spracheingaben werden zwar immer wichtiger, doch hat die Maus nach wie vor ihre Berechtigung an Mac und PC, der Käse ist noch lange nicht gebissen, beziehungsweise: Da beißt die Maus keinen Faden ab. Vermutlich werden wir in 50 Jahren immer noch gelegentlich zur Maus greifen, während Smartphones längst obsolet sind. Das, was die heute können, beherrschen dann Wearables wie Brillen, Kontaktlinsen, Kleidungsstücke, Ohrstecker oder Halsketten.

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