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Die Fantastischen Vier mit AR-Spiel statt Musik-Video zu neuem Song

02.03.2018 | 10:51 Uhr | Halyna Kubiv

Die dienstälteste Hip-Hop-Band in Deutschland beschreitet neue Wege in der Vermarktung ihrer neuen Single.

Klassisch funktioniert die Musik-Vermarktung so: Ist das Album oder vorab eine Single fertig, muss noch ein Musik-Video her. Dieses findet seinen Weg auf Youtube und gegebenenfalls auf Vimeo. Daumen nach oben, Kommentare und Shares bringen dem Künstler unsterblichen Ruhm und Ehre, zumindest theoretisch.

Die Fantastischen Vier hatten sich für das neue Album "Captain Fantastic" und die Single "Tunnel" etwas anderes überlegt: Warum sollen die Fans beim Musik-Hören stupide vor dem Bildschirm hocken, wenn sie stattdessen mit dem Song spielen können? So ist wohl die Idee zur App " Tunnel AR " entstanden. Die neue App setzt den Song in die Szene und lässt den Nutzer noch nebenbei spielen. Getreu dem Programm aus dem Lied muss der Nutzer sich in den Untergrund durchbohren, die Bohrmaschine besteht aus den Fantastischen Vier, die sich durch unterschiedliche Levels durchfräsen. Einzelne Schichten des "Untergrundes" passen thematisch zu den Texten der Strophen, für den Nutzer gilt es, die Bohrmaschine unterwegs zu bedienen und gleichzeitig die persönlichen Auszeichnungen der Band-Mitglieder zu sammeln. Den Song und das Spiel kann man mehrere Male hintereinander durchspielen, hat der Nutzer alle Badges gefunden, kann er sich den Song in der Mix-Version herunterladen.

Wir finden ein bisschen schade, dass die ganze Interaktivität von Text und Musik ablenkt. Denn die Texte der Fantastischen Vier ergeben durchaus Sinn, was bei der Musikproduktion nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist...

Wir haben mit dem Entwickler der App, Julian Weis von Headraft GmbH gesprochen, er liefert einiges an Hintergrundinformation zu Konzept und Entwicklung der App.

Macwelt: Sie haben quasi Animojis der vier Künstler geschaffen. War es sehr aufwendig, die Gesichter nachzubauen und zu animieren?

Julian Weiss : Der Aufwand bei einem solchen Look ist verhältnismäßig hoch. In mehreren Schritten wurden für jeden der vier Fantas analoge künstlerische Abstraktionen geschaffen, die anschließend wieder digitalisiert wurden. Nach den ersten zweidimensionalen Entwürfen entstanden echte Gesichter der vier aus Ton. Abschließend wurden diese mitsamt Ihrer beweglichen Einzelteile detailgetreu digitalisiert.

Um die Gesichter der Fantas dann zum Leben zu erwecken, haben wir eine App programmiert, die auf Basis von Apple Face ID die Gesichtsbewegungen in Echtzeit animiert und aufzeichnet. Die Fantastischen Vier konnten dabei während Ihrer Aufnahme live mit Ihren Animojis experimentieren und kreativ sein.

Wie viel Zeit hat die App in Anspruch genommen? Von der ersten Idee bis zum Release?

Insgesamt dauerte der Prozess von der Idee bis zum Release ca. zwei Monate. Nachdem wir die Idee gemeinsam mit Regisseur Lars Timmermann Ende November als Prototyp vorgestellt hatten, konnte es direkt losgehen. Der gesamte Entwicklungsprozess inklusive aller analogen und digitalen Entwicklungsschritte dauerte dann von Mitte Dezember bis Ende Februar. Der Zeitrahmen war natürlich eine besondere Herausforderung, aber dank des direkten Drahtes zu den Fantastischen Vier und allen weiteren Beteiligten erfolgreich umsetzbar.

Wäre natürlich eine schöne Sache, wenn sich die Fans wirklich Fanta-Animojis herunterladen könnten!

Wir bedanken uns für Ihre Antworten.

Macwelt Marktplatz

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