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Die wichtigsten Tastenkürzel beim Starten des Mac

29.10.2018 | 08:31 Uhr |

Den Mac zu starten ist einfach: Knopf drücken, Startgong hören, Apfel-Symbol auf dem Bildschirm bewundern und nach kurzer Zeit einloggen. Für bestimmte Zwecke benötigen Sie jedoch beim Start ein Tastaturkürzel. Hier die wichtigsten im Überblick.

Besonders wenn Ihr Mac Probleme macht, haben Sie beim Neustart einige Optionen für Reparaturen und Datenrettung, die Sie mit einem Druck auf die Tastatur beim Start des Rechners auslösen. Entweder drücken Sie die Tasten, bevor Sie den Ein/Aus-Schalter des Mac betätigen oder unmittelbar danach, in jedem Fall aber, bevor der Startgong ertönt. In der Regel können Sie die Tasten loslassen, sobald auf dem Bildschirm das Apfel-Symbol erscheint. Hier ein Überblick der Tastenkürzel beim Mac-Start:

Command (⌘)-R: Damit booten Sie in den Recovery Mode respektive von der Rettungspartition, die der Installer des Mac-Betriebsystems seit OS X 10.7 Lion anlegt. Im täglichen Betrieb ist diese Partition unsichtbar, Sie hilft aber unter Umständen weiter, wenn Ihr Mac aus unerfindlichen Gründen nicht mehr bootet oder andere Probleme bereitet. Auf der Rettungspartition finden Sie einige Tools, die Ihnen unter Umständen weiter helfen, vor allem das Festplattendienstprogramm. Dieses könnte das Volume, von dem Sie gewöhnlich starten, einer Überprüfung unterziehen und es gegebenenfalls reparieren. Nutzen können Sie auch das Terminal und damit etwa ein neues Passwort für Ihr Benutzerkonto erstellen, falls Sie das Ihre vergessen haben – das geht aber nur, falls Sie nicht auch Ihr Firmwarepasswort vergessen haben, denn sofern eines vergeben ist, müssten Sie dieses beim Start mit Command-R eingeben. Im Rettungsmodus können Sie auch das komplette System neu installieren, falls keine anderen Hilfsmaßnahmen mehr greifen sollten.

Option (⌥): Halten Sie die Options- oder Alt-Taste beim Start gedrückt, sehen Sie recht schnell einen grauen Bildschirm mit einigen Datenträgersymbolen - mindestens zweien, denn auch hier ist die Rettungspartition zu sehen. Falls Sie die Festplatte Ihres Mac aber in mehrere Partitionen unterteilt haben und darauf etwa unterschiedliche Versionen von macOS installiert sind (empfiehlt sich zum Beispiel für die Beta-Phase eines neuen Systems), haben Sie hier die Wahl, welche Variante von macOS denn es sein darf. Haben Sie bootfähige externe Medien angeschlossen, sind auch deren Symbole im Bootmanager zu sehen.

Was tun, wenn der Mac nicht startet

Option-Command-P-R : Diesen Klammergriff benötigen Sie bei Systemproblemen Ihres Mac – manchmal hilft es, beim Start damit den NVRAM respektive PRAM zurück zu setzen. In diesem sind einige Parameter auf Dauer gespeichert, die Ihrem Mac zu einem schnelleren Start verhelfen, etwa die Lautstärke der Tonausgabe oder die Bildschirmauflösung. In manchen Fällen kommt der NVRAM durcheinander und stört den Mac im Betrieb, nach Neuanlegen der Datei sind dadurch ausgelöste Probleme verschwunden. Ist ein Firmware-Passwort gesetzt, ignoriert der Mac Ihren Griff und startet im Rettungsmodus.

Den Klammergriff bekommt man auch mit rechts alleine hin, die linke Hand schaltet dann den Rechner ein.
Vergrößern Den Klammergriff bekommt man auch mit rechts alleine hin, die linke Hand schaltet dann den Rechner ein.

Shift (⇧): Die Shift- oder Umschalttaste beim Systemstart kennen langjährige Mac-Anwender noch vom klassischen System. Dieses lud beim Start dann keinerlei Systemerweiterungen und Kontrollfelder, sondern nur das nackte Mac-OS. Unter Mac-OS X respektive macOS ist das Tastenkürzel erhalten geblieben und zeitigt einen ähnlichen Effekt: Das System startet im sicheren Modus, der auf diverse Komponenten verzichtet. Vor allem überprüft der Mac beim Booten das Startvolume und repariert etwaige Fehler in der Verzeichnisstruktur. Nur unverzichtbare Kernel-Erweiterungen werden zudem geladen und Startobjekte am automatischen Öffnen gehindert. Zudem löscht der Mac einige Zwischenspeicher (Caches), die unter Umständen Grund von Problemen waren.

D : Hiermit rufen Sie beim Start das Tool Apple Hardware Test respektive Apple Diagnostics auf, das Geräte und Komponenten auf Fehler überprüft. Wichtig ist dabei, zuvor alle Peripherie abzustecken. Nicht auf jedem Mac ist das Tool installiert, wenn Sie beim Starten Option-D drücken, starten Sie mit dem Apple Hardware Test oder Apple Diagnostics über das Internet. Der Unterschied zwischen Apple Hardware Test und Apple Diagnostics ist eine Frage des Baujahrs: Macs bis 2012 verwenden den Apple Hardware Test, Rechner ab Modelljahr 2013 Apple Diagnostics. Das Ziel der Untersuchung ist das gleiche: Etwaige Fehler in der Hardware zu finden.

N : Eine eher seltene Methode, seinen Mac zu starten, von einem NetBoot-Server aus. Dazu muss im lokalen Netz überhaupt erst ein startfähiges Volume angelegt sein. Rechner mit T2-Chip (iMac Pro, Macbook Apro ab 2018) unterstützen die Methode nicht mehr – hier kümmert sich der Coprozessor um den sicheren Systemstart. Mit dem allmählichen Aus von OS X Server verschwindet auch die Notwendigkeit, Macs in einem lokalen Netz von einer zentralen Instanz aus starten zu lassen.

Command-S: Sollte jeder Mac-Anwender zumindest mal gesehen haben – den Single-User-Modus. Hält man beim Start Command und S gedrückt, begrüßt einen nicht der gewohnte Sperrbildschirm, über den man seinen User auswählt, sondern eine Kommandozeilenansicht des Betriebssystems. macOS basiert bekanntlich auf Unix und wer sich mit entsprechenden Befehlen auskennt, kann in diesem Modus seinen Rechner reparieren. Anwender ohne tiefere Kenntnis der Kommandozeile sollten sich zumindest eine Eingabe merken:

fsck ßz

Dieses versteht das System, das im Single-User-Modus keine deutsche Tastaturbelegung geladen hat, natürlich als:

fsck -y

und führt daher den F ile S ystem C onsistency C heck aus, wenn man mit Y es bestätigt und die Eingabetaste betätigt hat. Sofern der Mac mit weißem Text auf schwarzen Grund keine erkennbaren Probleme vermeldet, kann man mit

reboot

oder

shutdown

 den Rechner neu starten oder ausschalten – und dabei keine weitere Taste gedrückt halten.

T: Startet den Mac im Target Disk Modus. Dieser hat vor allem den Zweck, Daten von einem womöglich irreparabel beschädigten System zu retten. Im Target Disk Modus wird der Mac gewissermaßen zum externen Speicher degradiert und seine internen Volumes erscheinen auf dem Desktop eines Macs, mit dem der Zielrechner per Firewire, USB, Thunderbolt 2 oder Thuderbolt 3 verbunden ist. Wenn aber die Festplatte komplett kaputt ist und nicht nur ein paar Systemdateien oder die Startpartition, hilft der Target Disk Modus leider auch nicht mehr viel. Von einem gesunden Mac bekommt man auf diese Weise aber recht rasch viele und große Dateien auf einen anderen Mac übertragen.

Command-V: Ähnlich wie im Single-User-Modus bekommt man im Verbose-Modus oder "Modus mit ausführlichem Protokoll" nur eine Kommandozeile auf den Schirm. Unix-Experten können damit aber etwas anfangen.

Eject (⏏) oder F12 oder Maus geklickt oder Trackpad gedrückt : Wenn Ihr Mac vergeblich zu starten versucht oder ungewöhnlich lange dafür braucht, könnte es sein, dass noch eine CD oder DVD mit Systemsoftware im Laufwerk steckt oder ein anderes bootfähiges Volume angesteckt ist. CD/DVD und USB-Stick wirft man beim Start automatisch mit dieser Methode aus – schon geht alles schneller, da der Mac beim Booten nicht auf alternative Startmöglichkeiten prüft.

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