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Diese Tablets muss das iPad schlagen

22.03.2017 | 14:55 Uhr |

Apple iPads gelten noch immer als die besten Tablets auf dem Markt: Die Konkurrenten sind aber immer besser und zahlreicher geworden.

Erstmals in der Geschichte des iPad hat Apple eine neue Gerätegeneration ohne Keynote vorgestellt, sondern einfach mit einer Reihe von Pressemitteilungen und Updates auf seiner Website. Das lediglich iPad genannte Gerät löst das iPad Air 2 im Portfolio ab und unterscheidet sich vom iPad Pro ein wenig in technischer Hinsicht, aber vor allem im Preis, der für das Einstiegsmodell nun 400 Euro beträgt. Das ist vor allem für den Bildungsbereich sinnvoll, auch manche Unternehmen und Behörden könnten nun niedrigere Hürden bei der Digitalisierung ihrer Abläufe sehen und sich endlich für das iPad interessieren. Gleichwohl ist das iPad 9.7 (early 2017) nicht der Weisheit letzter Schluss, wir erwarten Updates am anderen Ende des Spektrum für den Herbst. Die zweite Generation des iPad Pro in 9,7 und 12,9 Zoll etwa und vielleicht doch ein neues State-of-the-Art-Gerät mit randlosem 10,5-Zoll-Design. Apple hätte dann Geräte im Preissegment von 400 bis 1200 Euro, aber die Konkurrenz ist ähnlich breit aufgestellt, zumindest, wenn man ihre Gesamtheit betrachtet. Gegen diese Geräte tritt Apple mit seiner iPad-Produktreihe an:

Microsoft SurfacePro

Stärke: vollwertiges Windows

Zum ernsthaften iPad-Pro-Gegner werden Microsofts Surface-Tablets durch die hohe Marktmacht von Microsoft. Der Windows-Konzern hat schon oft bewiesen, langfristig zu denken und seinen Produkten lange Entwicklungszeiten zu lassen. Nach Anfangsproblemen mit den ersten Modellen gilt auch die Surface-Reihe als Erfolg. Microsoft hat offensichtlich Mac-Anwender besonders im Visier, so gab es in den USA Prämien für Wechsler. Seit kurzem gibt es sogar eine Migrations-App , die Mac-Anwendern den Umzug vom Mac auf ein Surface-Tablet erleichtert.

Die neuen Surface-Tablets überzeugen vor allem durch ihr vollwertiges Windows-Betriebssystem, allerdings sind sie nach unserer Meinung eher Notebooks mit Touchscreen als Tablets mit Tastatur. Teuer sind die Surface-Modelle allerdings, die Einstiegsversion des Surface Pro 4 mit 128 GB SSD kostet ab 900 Euro – ohne Tastatur. (Wobei das Gerät im Macwelt Preisvergleich bereits etwas günstiger zu haben ist.)

Stärke: Auf dem Surface Pro kann man jede Windows-Software installieren und nutzen.
Vergrößern Stärke: Auf dem Surface Pro kann man jede Windows-Software installieren und nutzen.

Google Chromebook

Stärke: Einfache Administration, unschlagbar günstig

In Deutschland ist Googles Linux-Notebook Chromebook kein Erfolg. Die preiswerten Notebooks kosten zwar etwa so viel wie eine iPad-Pro-Tastatur, trotzdem ziehen die meisten deutschen Kunden ein vollwertiges Notebook oder Android-Tablet vor. Bei den Schulen in Deutschland liegt das nicht zuletzt an der miesen Internet-Anbindung: WLAN in jedem Klassenzimmer ist einfach illusorisch. Anders in den USA, wo sich vor allem in Schulen immer mehr Bezirke zur Anschaffung entschließen. Im amerikanischen Bildungsbetrieb will Apple eigentlich mit seinen einfach bedienbaren iPads punkten, die fehlende Tastatur ist aber vor allem in den höheren Klassen ein Manko. Für Apple wird es hier eng : Kommende Chromebooks sollen zudem immer öfter als Convertible auf den Markt kommen, also auch als Tablet nutzbar sein. Die Unterstützung von Android-Apps ist ebenfalls geplant, was der Plattform einen weiteren Schub verleihen könnte.

Neue Chromebooks gibt es auch als Convertible, Android-Apps kommen ebenfalls.
Vergrößern Neue Chromebooks gibt es auch als Convertible, Android-Apps kommen ebenfalls.

Android-Tablet

Günstiger, aber kaum schlechter

Android-Tablets sind in den letzten Jahren immer besser geworden, so haben sich nach unserer Meinung vor allem die Geräte von Samsung und Huawei zu ernsthaften Alternativen entwickelt. Ein sehr ausgewogenes Gerät ist beispielsweise das MediaPad M3 von Huwaei , das einen 8,4-Zoll-Bildschirm, LTE-Unterstützung und 4 GB Speicher bietet. Optisch gleicht es uns etwas zu sehr einem iPad und mit knapp 330 Euro ist es nicht besonders günstig. Es hat aber im Gegensatz zu früheren Android-Tablets keine echten Schwächen – weder bei der Verarbeitung noch bei der Leistung. Es kann gut mit einem iPad Mini mithalten – hat doch sogar das Betriebssystem Android aufgeholt. Wohl wichtigster Konkurrent des iPad Pro ist aber wohl das neue Samsung Galaxy Tab S2 mit 9,7 -Zoll-Bildschirm, das aber bald schon vom Modell Tab S3 abgelöst wird. Hier gehört wie bei anderen Samsung-Modellen der so genannte S Pen zum Lieferumfang, optional gibt es eine externe Tastatur.

Das Huawei-Tables ist grundsolide, das Design ist allerdings wenig eigenständig.
Vergrößern Das Huawei-Tables ist grundsolide, das Design ist allerdings wenig eigenständig.

Preisbrecher

60-Euro-Tablets mit Windows-System

Tablets für Einsteiger brechen immer neue Preisrekorde. Amazon bietet seine Fire-Tablets ab 60 Euro an , von Firmen wie Trekstor gibt es Windows-10-Tablets für 60 Euro oder sogar günstiger – weniger als eine reine Windows-10-Lizenz kosten würde! Zwar sind diese Geräte keine echte Konkurrenz zu iPad Pro und Co., nach unsere Meinung senken sie aber die Preiserwartung der Kunden – „machen die Preise kaputt“. Die Displays sind zwar meist relativ mies und die Performance erschütternd, für das Aufrufen einer News-App, eines Spiels oder Abrufen der E-Mails sind sie aber problemlos geeignet. Negativ wirkt sich dieser Preisverfall aber wohl vor allem auf das iPad Mini aus, wirkt es doch neben diesen Geräten plötzlich richtig teuer.

Sparsame Familienväter schätzen das günstige Fire-Tablet
Vergrößern Sparsame Familienväter schätzen das günstige Fire-Tablet

Die Konkurrenz im eigenen Lager: iPad und iPhone Plus

iPad Air 2

Günstiger und noch immer ausreichend

Das beliebteste iPad-Modell ist laut den Abruflisten von Geizhals noch immer das iPad Air 2 – weit vor dem iPad Pro. Eigentlich ist das auch kein Wunder: Das schon Ende 2014 vorgestellte iPad bietet einen schnellen 3-Kern-Prozessor, hat mit 2 GB Arbeitsspeicher genau so viel RAM wie ein iPhone 7 und sieht genau so aus wie ein iPad Pro. Das Modell mit 32 GB bekommt man mittlerweile für 400 Euro und für Privatanwender ist es noch immer empfehlenswert. Besitzer eines iPad Air 2 werden sich wohl zweimal überlegen, ob sie so schnell ein neues iPad brauchen. Und nach Erscheinen der neuen iPad-Generation gibt es sicher einige günstige Angebote für das alte Air.

Das iPad Air 2 verkauft sich anscheinend noch immer hervorragend.
Vergrößern Das iPad Air 2 verkauft sich anscheinend noch immer hervorragend.

iPhone Plus - wer braucht da noch ein Tablet?

Statt iPhone und iPad mitzuschleppen setzen viele Anwender lieber auf ein großes iPhone – so ist das neue iPhone 7 Plus ein echter Erfolg. Im Unterschied zum kleineren Standardmodell kann man hier auch DIN-A4-Dokumente einigermaßen lesen und hat mehr Komfort bei Eingaben. Vor allem in Asien sind große Smartphones sehr beliebt. Ein teures Mini-Tablet wie das iPad Mini ist da kaum noch interessant. Aber auch das iPad mit 9,7-Zoll-Bildschirm hat nur noch selten echte Vorteile, etwa beim Lesen von PDFs und Zeitschriften.

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