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Drobo 5D3: Komfort-RAID für Thunderbolt 3 im Test

27.06.2017 | 15:00 Uhr |

Drobo ist bekannt für seine unkomplizierten RAID-Laufwerke, bei denen man sich nicht um die Technik sorgen muss. Nun gibt es dieses RAID auch für Thunderbolt 3. Wir haben es getestet.

Bei einem herkömmlichen RAID ist es sehr sinnvoll, dass alle verwendeten Speicher die gleiche Kapazität aufweisen. Ansonsten kann das RAID nicht die komplett zu Verfügung stehende Speicherkapazität nutzen, ohne dabei auch einen Ausfallschutz einer der Speicher zu gewährleisten. Sprich: verwendet man eine 500 GB große Festplatte und drei 1-TB-Festplatten, dann nutzt ein RAID-Verbund nur viermal 500 GB. Zwar lassen sich die Festplatten meist als sogenanntes JBOD (Just a Bunch of Disks) konfigurieren um so bei Speichern unterschiedlicher Kapazität den kompletten Speicherplatz nutzen zu können. Allerdings bietet diese Lösung keinen Schutz im Fall eines Festplatten-Defekts. Ist eine der verwendeten Festplatten kaputt, sind alle gespeicherten Daten verloren.

Sicherer Speicherverbund auch mit unterschiedlichen Festplatten

Das RAID von Drobo arbeitet dagegen anders: Hier lassen sich die Speicherkapazitäten bunt zusammenmischen und das Drobo-System konfiguriert es selbstständig so, dass einerseits die Kapazität bestmöglich genutzt wird, andererseits der Speicher-Verbund vor dem Ausfall eines Speichers geschützt ist. BeyondRAID nennt Drobo seine Technik und sie bietet vor allem dann Vorteile, wenn man eben Speicher unterschiedlicher Kapazität verwendet. Konfigurieren muss man dabei kaum etwas. Über das Drobo Dashboard, ein Programm für macOS X beziehungsweise Windows, richtet man das Drobo nahezu selbsterklärend ein.

Das Drobo 5D3 kann Festplatten unterschiedlicher Kapazität zu einem Gesamtspeicher zusammenfassen, der vor dem Ausfall einer Platte gesichert ist.
Vergrößern Das Drobo 5D3 kann Festplatten unterschiedlicher Kapazität zu einem Gesamtspeicher zusammenfassen, der vor dem Ausfall einer Platte gesichert ist.
© Markus Schelhorn

Formatieren kann man den Speicher-Verbund dann entweder mit dem Drobo Dashboard oder Apples Festplattendienstprogramm. Das Drobo Dashboard erlaubt es am Mac allerdings nur, den Speicher als HFS+ zu formatieren, dafür bietet es auch die Möglichkeit, einen Time-Maschine-Speicher einzurichten. Mit dem Festplattendienstprogramm hat man zudem die Möglichkeit, mehrere Partitionen anzulegen und andere Dateisysteme zu wählen.

Drobo 5D3 mit Thunderbolt 3

Es ist nicht lange her, da haben wir das Drobo 5C gegen den Terra Master D4-310 antreten lassen. Beide Geräte bieten eine USB-C-Schnittstelle und unterstützen USB 3.0. Im gleichen Gehäuse des Drobo 5C kommt auch der hier getestete Drobo 5D3. Allerdings bietet er zusätzlich zwei Thunderbolt-3-Anschlüsse, um so weitere Peripherie betreiben zu können, beispielsweise zwei 4K-Displays oder einen 5K-Monitor. Derzeit kommt Thunderbolt 3 im aktuellen Macbook Pro und seinem Vorgänger (Herbst 2016) sowie im aktuellen iMac zum Einsatz.

Zwei Thunderbolt-3-Schnittstellen befinden sich auf der Rückseite des Drobo 5D3. So lassen sich zusätzlich beispielsweise zwei 4K-Displays beziehungsweise ein 5K-Display betreiben.
Vergrößern Zwei Thunderbolt-3-Schnittstellen befinden sich auf der Rückseite des Drobo 5D3. So lassen sich zusätzlich beispielsweise zwei 4K-Displays beziehungsweise ein 5K-Display betreiben.
© Markus Schelhorn

Der Geschwindigkeitsvorteil von Thunderbolt 3 ist enorm: 40 GBit/s (5 GB/s) ist die theoretisch maximale Übertragungsgeschwindigkeit. Das ist doppelt so schnell wie Thunderbolt 2, achtmal so schnell wie USB 3 (5 GBit/s) und 50-mal schneller als Firewire 800 (800 Mbit/s).

Die Schnittstelle ist also nicht der Flaschenhals bei der Dateiübertragung. Und so kann das Drobo 5D3 aus dem Vollen schöpfen. Wir messen an der Thunderbolt-3-Schnittstelle eine Übertragungsrate von 367 MB/s beim schreiben beziehungsweise 579 MB/s beim lesen. An der USB-C-Schnittstelle sind es immerhin noch 256 MB/s beim schreiben beziehungsweise 229 MB/s beim lesen. Zum Testen haben wir ein aktuelles Macbook Pro 15 Zoll mit Touch Bar verwendet.

Je mehr Festplatten im Verbund arbeiten, desto schneller kann das System arbeiten. Das von uns getestete Drobo 5D3 ist mit insgesamt vier Festplatten bestückt, das System könnte noch eine weitere Festplatte aufnehmen. Vor einiger Zeit hatten wir zwei RAID-Laufwerke von Lacie getestet , die mit sechs beziehungsweise zwölf 8-TB-Festplatten bestückt sind. Besonders das Lacie 12big legt die Messlatte, kaum ein RAID dürfte derzeit schneller sein. Hier messen wir eine durchschnittliche Übertragungsgeschwindigkeit von knapp 1,7 GB/s (1700 MB/s) beim Lesen und rund 930 MB/s beim Schreiben

Empfehlung Drobo 5D3

Das Leergehäuse Drobo 5D3 bietet einen guten Kompromiss aus Sicherheit, Speicherkapazität und Komfort. Es eignet sich vor allem für diejenigen, die Festplatten unterschiedlicher Kapazität sinnvoll weiterverwenden möchten. Gut gefällt der zweite Thunderbolt-3-Anschluss, der es ermöglicht, weitere Peripherie zu betreiben.

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