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DSGVO-Verstöße: Google muss 50 Millionen Euro Strafe zahlen

22.01.2019 | 09:34 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Die französische Datenschutzbehörde hat Google zur Zahlung einer Rekordstrafe verurteilt.

Die französische Datenschutzbehörde CNIL (Commission Nationale de l’Informatique et des Libertés) hat gegen Google eine Rekordstrafe von 50 Millionen Euro verhängt. Dem Internet-Unternehmen werden zwei Verstöße gegen die seit Mai 2018 geltende DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) zur Last gelegt. Es handelt sich um die bisher höchste Strafe wegen DSGVO-Verstößen gegen ein Unternehmen.

Die CNIL wirft in ihrer Stellungnahme Google vor, den Nutzern nicht genügend Informationen darüber zu geben, was mit ihren Daten geschieht. Außerdem besitze Google keine gültige Rechtsgrundlage für die Verarbeitung personenbezogener Daten für Werbung. Die Verbraucher müssten sich durch mehrere Dokumente wühlen, um herauszufinden, was tatsächlich bei Google mit ihren Informationen passiert. Selbst wenn man sich die Zeit nehme, habe man nicht zwingenderweise am Ende auch wirklich alle Informationen erhalten.

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Gegen das Verhalten von Google hatten im Mai 2018 die beiden Verbände None Of Your Business (NOYB) und La Quadrature du Net (LQDN) Beschwerden eingereicht. Die CNIL nahm daraufhin die Untersuchungen auf. CNIL fordert Google zur Behebung der Mängel auf. Sonst könnten weitere Strafen folgen. Bisher ist wegen DSGVO-Verstößen noch keine höhere Strafe als 50 Millionen Euro ausgesprochen worden. Google könnte es aber auch noch deutlich stärker treffen.

Die Maximalstrafe liegt bei 4 Prozent des jährlichen, weltweiten Umsatzes. Wir haben mal nachgerechnet: Im Falle von Google könnten dies einer Strafe von bis zu knapp 4,2 Milliarden Euro entsprechen…

Google hat angekündigt, den CNIL-Bericht studieren und entsprechend handeln zu wollen. Ziel des Unternehmens sei es, alle Auflagen zu erfüllen und die „hohen Standards der Transparenz und Kontrolle“ zu bieten, die die Nutzer von Google erwarten.

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