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E-Bikes: Die besten City- und Trekkingräder

05.06.2020 | 14:01 Uhr | Peter Müller,

Diese E-Bikes sind dieses Jahr zu empfehlen. Es muss nicht immer das neueste Modell sein - auch Räder aus dem Vorjahr überzeugen. Wir stellen die besten Modelle 2020 für die Stadt und sportliche Touren vor.

Da einige E-Bikes aus unserer Übersicht nicht mehr verfügbar waren, haben wir diese aktualisiert (Stand: 05.06.20). Im Folgenden stellen wir derzeit empfehlenswerte Modelle und Topseller vor. Einige Shops wie Otto oder Mediamarkt/Saturn geben schon jetzt starke Rabatte von 20% und mehr auf gefragte E-Bikes. Alles Wissenswerte rund um E-Bikes und Pedelecs erfahren Sie weiter unten im Beitrag.

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Wir verwenden im Folgenden den gängigen Begriff E-Bike , auch wenn wir Pedelcs meinen ( mehr dazu weiter unten ). Zur Auswahl stehen E-Bikes/Pedelcs  für Damen, Herren und Unisex-Räder. Zudem konzentrieren wir uns auf Modelle aus dem City- und Trekkingbereich, also auf Fahrräder, die vor allem für Fahrten in der Stadt und für Freizeittouren taugen.


1. Prophete ENTDECKER

Das Entdecker bezeichnet der Otto-Versand als Einsteigermodell. Der recht niedrige Preis und die Spezifikationen lassen ein gutes Preis/Leistungsverhältnis erkennen. Das Herrenrad mit Diamantrahmen hat den Motor von Blaupunkt am Hinterrad eingebaut. Die Shimano Altus bietet acht Gänge, zusammen mit dem regelbaren Zusatzantrieb sind also viele Streckenprofile damit machbar. Der Blaupunkt-Akku liefert von 374,5 Wattstunden Energie, was eine Reichweite von 100 Kilometern gewährleisten soll - bei sparsamen Einsatz des Motors freilich. Der ergonomische Trekkigsattel und der winkelverstellbare Vorbau helfen beim Finden der richtigen Sitzposition, was für längere Fahrten entscheidend ist. Eine Anfahrhilfe für den Berg oder für das mit Einkäufen vollgeladene Rad will weitere Erleichterung verschaffen. Die Leistung des Motors beträgt die üblichen 250 Watt, das maximale Drehmoment gibt der Hersteller mit 40 Nm an. Alles in allem ein gutes Angebot.

Prophete ENTDECKER bei Otto für 1.099 Euro


3. Kalkhoff Agattu 4.B MOVE 28 Gents (2020)

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© Kalkhoff

Ein attraktives Angebot für Vielradler, die vorwiegend in der Stadt unterwegs sind und auf bequeme Federung von Sattel und Gabel Wert legen. Der Mittelmotor von Bosch mit dem damit verbundenen tiefen Schwerpunkt erlaubt komfortable Fahrt auch bei zügigem Tempo, die 13,4 Ah Stunden Ladung sollen bis zu 140 Kilometer weit unterstützen. Die Magura-Scheibenbremsen und die 7-Gang-Nabenschaltung Shimano Nexus sind von recht hoher Qualität, bereift ist das 28-Zoll-Pedelec ab Werk mit Schwalbe Energizer Active Plus vorne und hinten.

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4. Kalkhoff Agattu 4.B Performance

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© Kalkhoff

Wetten, dass Ihnen beim 4.B Performance nie Kette rausspringt oder gar reißt? Klar, das wettet sich leicht, ist das Agattu 4.B Performance von Kalkhoff doch mit einem Riemenantrieb ausgestattet. Dieser ist leiser und wartungsärmer als einer mit Kette, gerade für Leute, die auf täglicher Basis zu ihrer Arbeit pendeln, bei Wind und Wetter, sicher eine Überlegung wert. Die Nabenschaltung (Shimano Newxus) bietet fünf Gänge, ansonsten ist das 4.B Performance gleich dem 4.B Move ausgestattet.

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5. Bestseller:Fischer Trekking ETH 1861

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© Fischer

Das Fischer 1861 ist ein preislich attraktives Trekking-Rad und eignet sich für E-Bike Einsteiger. Bei Amazon gehört es zu den beliebtesten E-Bikes . Das Gesamtgewicht von 150 Kilogramm lässt auch kräftigere Fahrer samt Gepäck aufsteigen. Das Rad profitiert von einem starken Akku und hat deshalb eine hohe Reichweite von bis zu 160 km. Ausgestattet mit einem Mittelmotorantrieb und einer 10-Gang SHIMANO Deore XT-Schaltung fährt das E-Bike mit Motorunterstützung bis zu 25 km/h. Interessant ist auch die Schiebehilfe, die bis 4 km/h greift. In zwei Rahmengrößen (55 cm und 50 cm) erhältlich und jeweils zwei Varianten. Scheibenbremsen sind verbaut und auch ein Abus-Rahmenringschloss.

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6. Kalkhoff Endeavour 5.B (2020)

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© Kalkhoff

Das neue Modell des renommierten Herstellers trägt ein höheres Preisschild, doch lässt die Ausstattung das Herz so manchen Vielradlers höher schlagen. 65 Nm maximales Drehmoment aus dem Bosch-Mittelmotor mit seinen 250 Watt. Akkukapazität von 625 Wattstunden, entsprechend einer Ladung von 17,4 Amperestunden - laut Hersteller  braucht eine volle Ladung fünf Stunden. Bis zu 150 Kilometer weit soll eine Ladung den Motor antreiben. Hydraulische Scheibenbremse Shimano MT420. Shimano Deore XT Kettenschaltung mit zehn Gängen. Komplett ausgestattet mit Schutzblechen, Gepäckträger und Hinterbauständer: Aufsetzen und losfahren.

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Vor allem das zulässige Gesamtgewicht von 170 Kilogramm überzeugt. Leer wiegt das Radl 26,5 Kilogramm. Selbst stämmige Herren trägt das Endeavour, inklusive des vollen Bierkastens, den sie auf dem Gepäckträger balancieren. Vier verschiedene Rahmengrößen (Diamant) sind verfügbar: S/43cm, M/48cm, L/53cm und XL/58cm, die Reifengröße beträgt jeweils 28 Zoll. Und auch hier hat der Anbieter nicht am Zubehör gespart: Die Schwalbe Big Ben sind mit Kevlar verstärkt und müssen sich nicht einmal vor einem Scherbenfeld auf dem Radweg fürchten.

Für Damen bietet Kalkhoff das gleiche Rad in zwei Rahmenvarianten mit jeweils drei Größen an: Trapez in S/43cm, M/48cm, L/53cm (3) und  Wave in S/43cm, M/48cm und L/53cm. Auch hier handelt es sich um 28-Zöller, die technische Ausstattung ist die gleiche wie beim Herrenrad.

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Weitere Modelle von Kalkhoff ENDEAVOUR finden Sie im Preisvergleich

                

7. Fischer Mountainbike EM 1724-S2

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© Fischer

Ein Mountainbike mit Elektromotor? Wie unsportlich! Aber es gibt durchaus Gründe dafür, Sporträder mit Unterstützung auszustatten. Man denke nur an Paare, die gemeinsam in den Bergen radeln wollen, aber von höchst unterschiedlichem Leistungsniveau sind. Der oder die langsamere bekommt dann etwas Schub aus dem Motor, dann kommt man gemeinsam oben auf der Alm an.

Aber auch für den Alltag in der Stadt und auf dem Land ist die Bauform des Mountainbikes durchaus von Vorteil. Mit Motor ist man in der Regel schneller unterwegs als ohne. Zudem schlucken die dicken Reifen Unebenheiten von Radwegen und Bordsteinkanten weit besser als die dünnen Schlappen von City-Rädern. Ein kleiner Nachteil der Bauform: Sie ist auf das Wesentliche reduziert. Im Alltag ist ein Gepäckträger hilfreich und Schutzbleche sind unerlässlich, will man nicht nach jeder Tour die Waschmaschine anwerfen müssen. Dieses Zubehör sollte man also einkalkulieren, will man das Radl nicht nur zum Sport bewegen.

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Es gibt also gute Gründe für ein eMTB: Fischer bietet mit dem EM 1724-S2 eines für den etwas schmaleren Geldbeutel an. Die Reifen haben die für Mountainbikes mittlerweile üblichen 29 Zoll - Schlaglöcher und Schwellen verlieren ihre Schrecken. Die Rahmenhöhe beträgt 51 Zentimeter, der Hersteller empfiehlt beiden Geschlechtern das Bike - am Besten geeignet sein dürfte es aber für Personen mit Körpergrößen zwischen 170 und 185 Zentimetern, darunter und darüber könnte es unbequem sein. Allzu schwer sollte man auch nicht sein, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 135 Kilogramm. Der 422-Wh-Akku soll eine Reichweite von bis zu 120 Kilometern erlauben. Der Preis ist interessant niedrig, besonders derzeit bei Mediamarkt – ein Schnäppchen.

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8. Kreidler Vitality Eco 6 (2019) Edition

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© Kreidler

Ein dritter Platz ist in einem Test der Stiftung Warentest keine Schande – vor allem dann, wenn das Testfeld aus zwölf Modellen bestand und die Gesamtnote mit 1,9 immer noch gut ist und damit nur um eine Fünftelnote unter der des Testsiegers. Kritisiert haben die Tester allenfalls den Preis und den ungewohnt schmalen Lenker.

Aber gerade der könnte ein großer Vorteil sein, da die Konstrukteure von Fahrradständern gerne außer Acht lassen, dass ein Radl weit breiter ist als sein Rahmen und die Lenker mehrerer Bikes noch nebeneinander Platz haben sollten. Dafür denkt der Hersteller beim zulässigen Gesamtgewicht von 140 Kilogramm auch an kräftigere Fahrer, hat dies aber offenbar bei der Sattelstütze nicht ausreichend berücksichtigt. Dennoch: Empfehlung für Radler, die etwas mehr auf die Waage bringen.

Erhältlich ist das Modell von 2019 in drei Rahmenformen (Diamant, Trapez, Wave) und jeweils drei Größen.

Kreidler Vitality Eco 6 Edition bei Alternate kaufen (2.299 Euro)

Ähnliche Modelle im Preisvergleich                                     

Sushi Bikes         

Sushi Bimes Maki und California Roll
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© Sushi Bikes

Angetestet: Sushi Bike

Das Münchener Start-Up Sushi Bikes hat im Sommer auf zweierlei Weise aufhorchen lassen : Zum einen konnte das Unternehmen den Einstieg des TV-Moderators Joko Winterscheid als Investoren bekannt geben - und zum anderen ein E-Bike für die Stadt präsentieren, dessen Preis unter 1.000 Euro liegt. Bei anderen Herstellern besteht ein Preisunterschied dieser Größenordnung zwischen der "analogen" Version eines Fahrrads und einer mit Elektroantrieb. Das hat uns neugierig gemacht, so haben wir eine Probefahrt vereinbart, konkret mit dem Herrenradmodell Maki M1.

Den kompletten Test lesen Sie hier

            

9. GiANT Explore E+ 1 (2020) GTS

Giant Explore
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© Giant

Das Giant Explore besteht aus einem ALUXX-Aluminiumrahmen und ist mit einem SyncDrive-Sport-Mittel-Motor von Yamaha ausgestattet. Die Motorkraft kann der Fahrer stufenweise einstellen, sodass die eigene Trittkraft nach Wunsch verstärkt werden kann. Eine Shimano Hydraulik-Scheibenbremse sorgt für zuverlässiges Bremsen auch bei voller Fahrt. Breitere Reifen bringen ein Mehr an Komfort und Stabilität. Es gibt ein Display mit On-Board-Navigation , das Geschwindigkeit und Streckenführung anzeigt. Während der Fahrt kann sogar das Smartphone am Rad geladen werden. Laut Testbericht bewältigt der Motor auch Steigungen von 15 Grad mühelos und bleibt bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h.

Giant Explore bei Idealo ansehen (ab 2.799 Euro)


                                                                                                                                  

>> Tipp der Redaktion: E Bikes-Angebote bei Mediamarkt


Pedelec, S-Pedelec und E-Bike: Der Unterschied

Waren Elektrofahrräder bis vor wenigen Jahren noch Exoten und meist recht teuer, gibt es immer mehr Hersteller, die auf den Zusatzantrieb setzen. Dadurch wird nicht nur das Angebot an verschiedenen Fahrradtypen immer breiter, es sinken auch die Preise. So wird der Einstieg in die Elektromobilität immer bezahlbarer. Leasingangebote, wie sie etwa das Unternehmen Jobrad vermittelt, tragen auch dazu bei, Hemmschwellen zu senken. Denn wenn man mit Hilfe seines Arbeitgebers und über eine Gehaltsumwandlung das Fahrrad finanziert, kann es auch gern eine Nummer größer sein, denn die Ersparnis ist aufgrund gesunkener Steuerlast merklich.

Eine wesentliche Unterscheidungslinie zwischen den Fahrradtypen verläuft entlang der Klassen "Pedelec", "S-Pedelec" und "E-Bike". Letzteres wird zwar oft für alle Fahrräder mit Elektromotor verwendet, das ist aber nicht korrekt. Denn ein E-Bike fährt von alleine und unterstützt nicht die Trittbewegung - es ist also technisch ähnlich einem Elektroroller und wird verkehrsrechtlich auch so angesehen.

Ein S-Pedelec ist ebenso versicherungspflichtig und gemäß Gesetzgeber ein Fahrrad, dessen Hilfsmotor bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h die Trittbewegung unterstützt. Die Konsequenz: E-Bikes und S-Pedelecs dürfen nicht mehr auf den Radweg (auch nicht auf solche mit "Mofas frei"-Schild), benötigen ein Versicherungskennzeichen und für den Fahrer besteht Helmpflicht. Auf Autostraßen oder gar Autobahnen hat das Fahrzeug natürlich auch nichts verloren.

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Pedelecs hingegen gelten als Fahrräder, mit allen Rechten und Pflichten. Der Grund: Die elektrische Unterstützung gibt nur bis 25 km/h zusätzliche Leistung auf die Kurbel, das Vorder- oder das Hinterrad. Damit ist die Benutzung von Radwegen gestattet, respektive sogar verpflichtend, falls ein entsprechendes Verkehrsschild den Weg als solchen ausweist und er zumutbar benutzbar ist. Helmpflicht besteht keine, ein Fahrradhelm ist aber angesichts der höheren Geschwindigkeiten unbedingt zu empfehlen. In diesem Artikel meinen wir stets Pedelec, wenn wir von E-Bike sprechen. Denn letzterer Begriff wird immer mehr als Synonym zu allen Elektroradln benutzt. In unserer Übersicht gehen wir aber nur auf Fahrräder ein, die zusätzlichen Schub nur bis 25 km/h bekommen.

E-Bike: Zusatzschub von Elektromotoren

Wie erwähnt, macht sich der zusätzliche Schub vor allem bei geringeren Geschwindigkeiten bemerkbar. Sobald man in die Pedale tritt (und auch nur dann), verleiht der Elektromotor zusätzliche Leistung. Diese setzt bei besseren Modellen nicht sofort ein, sondern relativ sanft. Aber schon nach nur einer Umdrehung der Kurbel spürt man meist den zusätzlichen Schub, an der Ampel kommt man so recht zügig weg, selbst wenn man aus einem höheren Gang heraus anbremsen musste.

An ein anderes Schaltverhalten wird man sich aber gewöhnen müssen, vor allem, wenn man sonst mit Kettenschaltung und zwei Sätzen Zahnkränzen (etwa drei mal acht oder zwei mal zehn) hantiert und dann auf ein Modell mit Nabenschaltung umsteigt. Bei Testfahrten haben wir bemerkt, dass ein mittlerer Gang für die meisten Zwecke reicht, den eigentlichen Unterschied machen die Modi der Elektrounterstützung aus. Hier hat man in der Regel die Wahl zwischen drei bis fünf Einstellungen, die entweder sanfte Unterstützung geben und damit zu kaum mehr als Anfahrtshilfe taugen oder die auch in heftigen Steigungen kräftig zupacken. Den Berg hoch muss dann zwar weiter strampeln, man fällt aber kaum noch unter die 25 km/h zurück, auch wenn die Steigung sich der 10-Prozent-Marke nähert. Prinzipiell sind aber Pedelecs sowohl mit Naben- als auch mit Kettenschaltung zu bekommen. Bei ersterer muss man vor allem beim Runterschalten am Berg darauf achten, kurz das Treten einzustellen und für einen Moment den Motor auslaufen zu lassen, denn Nabenschaltungen darf man nicht unter Last schalten, sie könnten verklemmen. Bei Kettenschaltungen gilt zu beachten, dass der ansonsten zu bevorzugenden Mittelmotor einen größeren Verschleiß der Kette zur Folge hat. Diese muss man dann öfter wechseln - aber ohnehin sollte das Radl mindestens einmal im Jahr zur Inspektion und Wartung in die Werkstatt, macht man mit dem Auto ja auch.

Entspannte Fahrradtouren auch über Land
Vergrößern Entspannte Fahrradtouren auch über Land
© Fotolia.de, JiSign

Für den elektrischen Zusatzantrieb bestehen drei Möglichkeiten: Nabenmotoren in Vorder- oder Hinterrad sowie der Mittelmotor, der direkt an der Kurbel ansetzt. Dieser ist meist bei hochwertigeren und damit teureren Rädern verbaut, bringt aber vor allem wegen des tieferen Schwerpunkts Vorteile beim Fahren.

Je mehr zusätzlichen Schub man aber aus dem Elektromotor bekommt, umso mehr saugt dieser den Akku leer - logisch. So können Hersteller Reichweiten nur ungefähr angeben. Für die eine Fahrweise und Stadtstrecke sind etwa 120 Kilometer realistisch, fährt man aber eine Freizeittour in das bergige Hinterland, kann die Reichweite auch schnell auf die Hälfte abfallen.

Es ist also vorausschauendes Akku-Management gefragt. Natürlich gewähren die meisten Ausflugslokale ermatteten Pedelec-Fahrern und ihren leeren Akkus während der Rast den Zugang zu einer Steckdose, so teuer ist der Strom nicht. Doch heißt das, das oft recht schwere Ladegerät auch noch mit auf die Tour zu nehmen. Oder einen Ersatzakku, der ist aber nicht leichter und kostet extra, gerne einige hundert Euro.

Der Akku am Fahrrad sollte auf jeden Fall entnehmbar sein – man will sein Radl ja nicht immer neben einer Steckdose parken müssen – und auch absperrbar. Während des Bürotages kann man sich dann sicher sein, am Abend auch wieder mit einer noch halbwegs vollen Batterie nach Hause fahren zu können. Dort lädt man besser über Nacht auf, sieben Stunden sollte man bei einem großen Akku für eine volle Ladung kalkulieren.

E-Bike: Das fällt ins Gewicht

Anders als bei Elektrorollern ist ein leerer Akku aber keine Katastrophe, das Fahrrad fährt auch weiterhin. Nur eben ohne Zusatzschub und da Pedelecs bauartbedingt relativ schwer sind (ohne Akku meist um die 25 Kilogramm), hat man dann kräftig zu strampeln. Vor allem bei Gegenwind und bergauf.

Beim Gewicht des E-Bikes gibt es noch zwei weitere Dinge zu beachten. Fahrradtransportvorrichtungen an Autos sind unter Umständen pro Fahrrad nur auf 25 Kilogramm Ladung ausgelegt oder nehmen sogar noch weniger Huckepack. Im schlechtesten Fall wird also ein neuer Ständer fällig, steigt man auf das Elektrofahrrad um. Entscheidend ist auch das vom Hersteller angegebene maximale Gesamtgewicht. Prüfen Sie genau, ob Sie inklusive Akku, Aktentasche und Laptop dieses nicht überschreiten. Dann sollten Sie zur Not zu einem stabileren und damit womöglich teureren Modell greifen. Diese Zusatzausgaben lohnen sich aber.

E-Bikes: Das taugen sie

Im Zweifelsfall sollte es also das robustere Modell sein. Wobei das Angebot in den letzten Jahren an Qualität hinzu gewonnen hat. Noch vor wenigen Jahren waren manche Tester entsetzt über nicht ausreichend stabile Rahmen, die den höheren Geschwindigkeiten nicht stand hielten. Die Hersteller haben aber dazu gelernt: Es genügt eben nicht, ein einfaches Stadtfahrrad mit einem Elektromotor und einem Akku auszustatten, es gehört mehr dazu. Käufer sollten sich aber auch kritisch hinterfragen, ob sie den höheren Geschwindigkeiten (noch) gewachsen sind. Scheibenbremsen sind zwar von großem Vorteil und bei den sportlicheren Modellen üblich, reagieren aber auch deutlich stärker als herkömmliche V-Brakes, das Risiko eines unfreiwilligen Abflugs über den Lenker steigt. Den Einstieg in die Elektromobilität sollte man daher nicht zu spät wagen, aber wenn man das Vergnügen am Fahrrad verlängern will, ist ein Pedelec in der Tat eine sinnvolle Anschaffung auch für Senioren.

Doch vor allem helfen E-Bikes dabei, bequem, schnell und sicher an den Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu kommen, ohne dort völlig verschwitzt oder verspätet einzutreffen. Wer sich beim Radeln bisher eher auf die Sommermonate konzentrierte, wird feststellen, dass mit elektrischer Unterstützung auch Herbst und Winter gute Jahreszeiten sind, sofern die Bereifung stimmt.

Empfehlung: Lesen Sie auch unseren Artikel zu den Top-5 Gadgets für das Fahrrad: Rad-Computer, smartes Fahrradschloss, Handy-Halterung und mehr.

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