2380953

Ehemaliger Mitarbeiter verklagt Apple

04.10.2018 | 13:20 Uhr |

Seit Steve Jobs Tod geht es bei Apple nur noch bergab. Das behauptet zumindest ein ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens. Jetzt hat er sogar eine Klage eingereicht. Denn er sei der eigentliche Kopf hinter verschiedenen Patenten, unter anderem der "Find my iPhone"-Funktion.

Der ehemalige Apple-Mitarbeiter Darren Eastman erhebt schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen, wie unter anderem "The Register" berichtet. Seit Steve Jobs Tod sei die Unternehmenskultur zunehmend schlechter geworden. So beklagt er unter anderem den Umgang des Unternehmens mit Kritik durch Mitarbeiter. Außerdem sei seine Mitwirkung an verschiedenen Technologien nicht in Patenten aufgenommen worden. Nun hat er eine Klage gegen Apple eingereicht. Der Ingenieur war von 2006 bis 2014 bei Apple angestellt.

Kritik durch Mitarbeiter angeblich nicht mehr erwünscht

Die Liste der Vorwürfe, die Eastman gegen den Konzern erhebt, ist lang. Einer seiner größten Kritikpunkte ist, dass das Unternehmen nicht mehr kritikfähig sei. Während unter Steve Jobs das Melden von kritischen Fehlern in Hard- oder Software noch begrüßt worden wäre, sei es inzwischen unwillkommen und hätte Verwarnungen und im schlimmsten Fall sogar Kündigungen zur Folge. Qualitätsprobleme würden ignoriert und Vetternwirtschaft gehöre inzwischen zum Alltag. Ob diese Vorwürfe so stimmen, ist von außen schwer zu beurteilen. Manche Vorwürfe wirken aber auch unrealistisch. So behauptet Eastman, Updates würden vor Veröffentlichung nicht getestet werden. Diese wären somit unfertig und würden Probleme oft eher verschlimmern als ausbessern. Das passt nicht unbedingt zu der Tatsache, dass Apple vor jedem Update mehrere Testphasen, unter anderem auch die teilweise öffentliche Beta-Phase, durchführt. Dass durch Updates „Applikationen oder die Grundfunktionalität komplett unbrauchbar wird“ (Eastman) können wir aus eigener Erfahrung auch nicht bestätigen.

Vorwurf der unmoralischen Entlassungspraktiken

Ein weiterer Vorwurf Eastmans betrifft die Praktik, Mitarbeiter kurz vor Ende des Geschäftsjahres zu entlassen, um so Abfindungen und Boni zu sparen. So würden laut Eastman im September regelmäßig Kündigungswellen stattfinden. Das Geschäftsjahr endet bei Apple im Oktober. Das ist ein schwerer Vorwurf, der in seinem Fall aber durchaus zutreffend sein könnte. Denn die Kündigung Eastmans fand nachweislich im September statt.

Klagen wegen mehrerer Patente

Die Klage , die von Eastman eingereicht wurde, betrifft aber ein anderes Thema. Er wirft Apple vor, seinen Anteil an verschiedenen Patenten nicht anzuerkennen. Darunter unter anderem die Patente für die „Find my iPhone“-Funktion. Tatsächlich wird Eastman nicht als sogenannter „Inventor“ in den Patentunterlagen aufgeführt. Er selbst behauptet nachweisen zu können, dass er an den Entwicklungen maßgeblich beteiligt war. Das herauszufinden ist jetzt Aufgabe der Gerichte. Vor Gericht vertritt Eastman sich selber.

Klagen durch ehemalige Mitarbeiter keine Seltenheit

Generell kommt es häufig vor, dass große Unternehmen von ehemaligen Mitarbeitern verklagt werden. Dabei werden häufig überspitze Vorwürfe gemacht, um für ein größtmögliches Medienecho zu sorgen und den eigenen Fall somit zu stärken. Ob die von Eastman hervorgebrachten Vorwürfe stimmen, müssen jetzt die Gerichte herausfinden. Apple hat natürlich ein Team von hervorragenden Anwälten. Allerdings behauptet Eastman, eindeutige Beweise für seinen großen Anteil an verschiedenen Patenten zu haben. Definitiv ein interessanter Fall, wir werden Sie auch in Zukunft auf dem Laufenden halten. Apple hat bis 11. Oktober Zeit , eigene Stellungsnahme einzureichen. Die ersten organisatorischen Sitzungen finden am 26. Dezember 2018 und am 2. Januar 2019 statt.

Feedback an die Redaktion

Macwelt Marktplatz

2380953