2270892

Ein Macbook mit Stoffüberzug? Microsoft stellt das neue Surface Laptop vor

03.05.2017 | 15:28 Uhr |

Das neue Surface Laptop von Microsoft ist ein neuer Rivale für Apples Macbook Pro – bei einigen Punkten geht Microsoft aber einen anderen Weg.

Microsoft hat seinen neuen Einsteiger-Laptop nicht zufällig bei einem Education Event präsentiert: Das schicke Gerät soll Studenten und Bildungseinrichtungen ansprechen, so ist das neue Modell deutlich günstiger als Microsofts erstes Notebook, das teure Surface Book . Vorgestellt wurde es zusammen mit der günstigen neuen Windows-Version Windows 10 S.

Mit seinem 13-Zoll-Bildschirm konkurriert es vor allem mit den Macbook Pro-Modellen, ist das 12-Zoll-Macbook doch noch einmal deutlich kleiner. In einem direkten Vergleich zwischen Macbook Pro und Surface Laptop zeigen sich dann doch einige Unterschiede beim Konzept – es handelt sich keineswegs um eine Kopie des Macbook Pro – wenn es auch beim Design viele Ähnlichkeiten gibt.

Parallelen und Ähnlichkeiten

Ab 1149 Euro bzw. 999 US-Dollar ist das Notebook zu haben, für Bildungseinrichtungen damit vielleicht zu teuer. Bietet doch Google seine in den USA sehr erfolgreichen Chromebooks schon für knapp 200 Dollar an. Dieses Problem teilt es das neu Edel-Notebook aber mit Apples Macbooks. Eigentlich ist das günstige Einstiegsmodell dabei sogar nur ein Lockangebot: Es ist nur mit der Farbe Platinum zu haben, bietet magere 4 GB Speicher und eine viel zu kleine 128 GB große SSD – offenbar ohne Upgrade-Möglichkeiten von Speicher und SSD. Bei der gleichen Ausstattung wie bei einem Macbook Pro, also 8 GB RAM und 256 GB RAM, werden gleich 1450 Euro eingefordert. Das ist fast der gleiche Preis wie für den Konkurrenten.

Für den Bildungsmarkt ist das Notebook vielleicht etwas zu teuer.
Vergrößern Für den Bildungsmarkt ist das Notebook vielleicht etwas zu teuer.

Die Parallelen gehen bei Form und Größe weiter: Die Maße von 308 x 223 x 14.5 mm entsprechen dem Macbook Pro (304 x 212 x 14,9), mit 1,25 zu 1,37 kg ist das Macbook Pro allerdings um eine Tafel Schokolade schwerer.

Elegant und flach sind beide Geräte, das Design ähnelt dem Macbook. Abkupfern kann man das aber eigentlich nicht nennen - das Notebook hat nur einfach die gleichen flachen Tasten und ein ähnlich großes Touchpad wie ein Macbook. Schon aus technischen Gründen gibt es da für Designer wohl kaum noch Spielraum. Das gilt auch für die Gehäusefarben: Hier hat Microsoft vielleicht sogar darauf geachtet, nicht die von Apple verwendeten Gehäusefarben anzubieten: Zur Wahl stehen Graphite Gold, Platinum, Cobalt Blue und Burgundy – also kein Silber und kein Schwarz.

Das Touch-Display scheint etwas zu spiegeln.
Vergrößern Das Touch-Display scheint etwas zu spiegeln.

Grafikkarte

Um ein Notebook für Gamer handelt es sich nicht – wie beim Macbook. Zwei Ausbaustufen gibt es beim neuen Microsoft-Laptop, ein Einstiegsmodell mit i5-CPU (Kaby Lake) ist mit der integrierten Intel-Grafik HD Graphics 620 ausgestattet, die Core i7 mit der etwas schnelleren Iris Plus Graphics 640. Gegenüber dem ähnlich ausgestatteten Macbook Pro also sehr ähnlich.

Hat man dem Macbook Pro Schnittstellenmangel vorgeworfen, gilt dies ebenso für das Surface Laptop. Drolligerweise sieht Microsoft das anders: Laut Produktseite habe nämlich das Macbook Pro nur zwei USB-C-Ports, der neue Surface Laptop sogar nicht nur einen Mini Display-Port und eine USB 3.0-Schnittstelle sonder auch eine Schnittstelle für das Dock Surface Connect. Dass das proprietäre Microsoft-Dock 230 Euro kostet und eine einzelne USB-Schnittstelle keine Thunderbolt-2-Schnittstelle ersetzten kann, verschweigt Microsoft allerdings. Abgesehen vom Betriebssystem gibt es dann noch einige große Unterschiede.

Oberfläche

Ungewöhnlich: Bis auf die Tasten der Tastatur ist die Innenfläche des Laptops mit einem Alcantara -Stoff überzogen – wie bei den neueren Surface-Tastaturen. Das sorgt für eine sehr edle Haptik. Das Material soll leicht zu reinigen sein, nach einigen Jahren Nutella- und Kaffee-Vorfällen könnte die Optik aber wohl doch leiden. Zugegeben: Wer ein iPhone wie das Jetblack-Modell produziert, taugt ebenfalls nicht gerade als Vorbild.

Display und Touch-Funktion

Während Apple weiterhin auf ein gutes aber herkömmliches Retina-Display setzt, hat das 13,5-Zoll-Display von Microsoft einige Stärken. Statt dem verbreiteten 16:10 oder 16:9-Format nutzt Redmond ein 3:2-Format - es ist also vergleichsweise hoch. Es handelt sich außerdem um ein per Gorilla Glas geschütztes Touch-Display. Der von anderen Surface-Geräten bekannte Stylus wird unterstützt, ebenso das Surface Dial, ein rundes Eingabegerät für Surface-Geräte.

Bekanntlich hält Apple Touchscreen-Displays bei einem Notebook für Unsinn und will mit seiner Touchbar eine bessere Alternative bieten. Hier sind wir bei der Macwelt geteilter Meinung, besser wäre natürlich, man könnte den Nutzern die Wahl zwischen Touchscreen und Touchbar überlassen. Zumindest stören wohl Fingerabdrücke auf dem Touchbar weniger als auf dem Display. Ein stark spiegelndes Display ist bei Touch Screens allerdings ein weiterer Nachteil.

Unsere Meinung:

Das neue Microsoft-Notebook ist beeindruckend, für ein Windows-Notebook ist der Preis allerdings recht hoch. In gewisser Weise ist es sogar eine Bestätigung für Apple-Käufer – ein wirklich hochwertiges Notebook ist nur für einen vierstelligen Betrag zu haben. Konkurrenz macht Microsoft mit dem neuen Notebook aber nicht nur Apple, sondern auch langjährigen Geschäftspartnern wie Lenovo, HP, Dell und Asus. Ist das Surface Laptop doch im Unterschied zum teuren Surface Book für das Massengeschäft gedacht. Über Jahrzehnte herrschte ja Arbeitsteilung: Microsoft kümmerte sich um die Software, Hersteller wie HP und Lenovo um die Hardware. Man hat das fast den Eindruck, dass Microsoft das Vertrauen in die Innovationskraft seiner Geschäftspartner verloren hat.

0 Kommentare zu diesem Artikel

Macwelt Marktplatz

2270892