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Erste Praxisberichte zu Apples eGPU Developer Kit

10.07.2017 | 15:01 Uhr |

Vor allem für VR-Entwickler ist Apple eGPU gedacht, manchen Entwickler scheinen die enthaltene GPU aber sofort bei Ebay zu verkaufen...

Während der WWDC hatte Apple das so genannte External Graphics Development Kit vorgestellt, ein nur von Apple-Entwicklern bestellbares 599 Dollar teures Thunderbolt-3-Gehäuse plus Zubehör. Auch eine AMD Radeon RX 580 gehört zum Lieferumfang. Dieses nur für High Sierra gedachte Kit richtet sich speziell an VR-Entwickler, die zusätzlich eine HTC Vive benötigen oder für die Beschleunigung von Metal. Die ersten Kits wurden mittlerweile ausgeliefert und es gibt erste Berichte aus der Praxis.

Wie unter anderem iMore berichtet , ist die Leistungssteigerung bei Anschluss an ein Macbook Pro sehr hoch. Beim Benchmark Unigine Valle steigerte die Box die Framerate etwa gegenüber der internen Radeon Pro 450 des Macbook Pro von 14 auf 38 FPS, beim Unigine Heaven Benchmark von 12 auf 30 FPS. Weniger eindrucksvoll verbessert sich die Leistung beim Benchmark von Tomb Raider 2011. Hier stieg die Framerate von 44 auf 56 FPS. Wie der Tester anmerkte, wird die Leistung im Vergleich zur Windows-Plattform aber nicht optimal ausgeschöpft, vermutlich durch Beta-Treiber und die Thunderbolt-3-Verbindung: Nach Einbau der Karte in einen aktuellen Windows-Desktop (PCI-E) erzielte die Karte nämlich bei dem Valley Benchmark gleich 55 FPS, 44 Frames beim Heaven-Benchmark. Vor allem das Spiel Tomb Raider scheint unter Windows besser optimiert zu sein. Während es unter macOS nur 56 Frames erzielte, waren es unter Windows 97 FPS. Ohne Zweifel kann die eGPU die Grafikleistung des Macbook Pro deutlich verbessern, sie ist vor allem für Profi-Software gedacht. Vor allem bei auf Windows optimierten Spielen sollte man nicht zu viel erwarten.

Nutzt man eine eGPU an einem aktuellen iMac, kann eine eGPU ebenfalls die Leistung verbessern Allerdings gibt es je nach Aufgabe große Unterschiede, wie etwa Barefeats berichtet . Je nach verwendeter Software kann es außerdem Sinn ergeben, statt der von Apple mitgelieferten Radeon-Karte eine Grafikkarte von Nvidia zu verwenden, die CUDA unterstützt.

Hier gibt es allerdings ein Treiber-Problem: So kann man Treiber für die aktuellen Nvidia-Grafikkarten nur unter macOS 10.12.5 installieren und erst High Sierra bietet native Unterstützung von externen Grafikkarten. Unter 10.12 benötigt man also zusätzliche Software, dagegen wird High Sierra von Nvidiakarten noch nicht unterstützt.

Wie iMore berichtet , gab es  beim Austausch der Grafikkarte des Apple Kits ein weiteres Problem. So konnten die Tester die mitgelieferte RX 580 problemlos durch eine GTX 1080ti ersetzen. Man benötigt nur ein zusätzliches Anschlusskabel (6pin). Allerdings scheiterte dann die Installation des benötigten Nvidia-Treibers. Nach unserer Einschätzung vielleicht der Grund: Die 1080 Ti steht nicht auf der Kompatibilitätsliste von Sonnet, den eigentlichen Hersteller der externen Thunderbolt-Box. Es handelt sich ja um eine Sonderversion der eGFX Breakaway Box mit etwas anderer Firmware. Anscheinend kann nur die Apple-Version ein Macbook Pro auch aufladen (60W), dafür werden sehr stromhungrige Karten nicht unterstützt. So berichtet dagegen ein Nutzer auf Reddit , er hätte die Radeon Karte problemlos durch eine (auch laut Sonnet kompatible) Nvidia GTX 1060 ersetzen können - und die RX 580 bei Ebay verkauft. Da diese Karten gerade sehr begehrt sind, kein schlechtes Tauschgeschäft: So erzielen diese Karten auch gebraucht Preise zwischen 300 und 400 Euro. Weniger erfreulich: In Deutschland ist das Kit leider mit knapp 900 Euro deutlich teurer, so dass man eigentlich gleich zum Angebot von Sonnet greifen kann.

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