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Erste Tests: Lohnt eine eGPU für den Mac mini?

28.11.2018 | 07:58 Uhr | Stephan Wiesend

Der neue Mac mini ist für eine externe Grafikkarte geradezu prädestiniert, das bestätigen erste Tests.

Apples neuer Mac Mini nutzt sehr schnelle CPUs und auch die interne SSD ist äußerst leistungsfähig. Für Spiele und manche Grafikanwendungen ist der kleine Apple-Rechner aber nur begrenzt geeignet, da er nur eine integrierte Grafikeinheit namens Intel UHD Graphics 630 bietet. Diese entspricht etwa der Grafikkarte im Macbook Pro 13-Zoll und eignet sich nur für ältere Spiele. Das gilt nebenbei ebenso für Nutzer, die ihre Spiele per Bootcamp unter Windows spielen.

Seit High Sierra unterstützt macOS allerdings auch externe Grafikkarten, so genannte eGPUs, die über die Thunderbolt-3-Schnittstelle eines Mac mini angeschlossen werden können. Wir haben zu diesem Thema bereits eine ganze Serie an Artikeln und Tests veröffentlicht, etwa zu einer Lösung von Gigabyte und einer interessanten eGPU von Razer . Nicht jede Anwendung kann allerdings von einer eGPU profitieren, zu den stark beschleunigten gehören etwa Programme von Blackmagic Design aber auch viele neuere Spiele.

Einen direkten Vergleich von vier externen eGPUs an einem aktuellen Mac Mini hat jetzt die Seite Barefeats veröffentlich t. Dabei wurde an einen Mac mini i7 mit 16 GB RAM eine eGPU mit Radeon Vega Frontier, Radeon RX Vega 56, Radeon RX 580 und Radeon RX570 angeschlossen und verschiedene Benchmarks und Spiele getestet. Was man nicht vergessen sollte: Nur die Leistung wurde geprüft, weder die Stabilität noch der Bedienkomfort:

Metal

Beim GFX Bench Metal Aztec Ruins High schafft ein Mac mini gerade einmal 14 FPS. Etwa das Zehnfache erzielt er aber nach Anschluss einer Breakaway Box mit einer Radeon Vega Frontier – nämlich 148 Punkte. Auch mit der langsamsten Lösung, einem kleinen Sonnet Breakaway Puk steigert sich die Leistung um fast den Faktor Sechs.

Tomb Raider

Rise of Tomb Raider ist auf einem Mac mini kaum spielbar - auch bei einer Auflösung 1344 x 768 schafft die integrierte Grafik nur 15,7 FPS. Schon durch eine externe RX570 (Puck) steigt die Framerate aber auf 83,5 FPS, mit einer Radeon Vega Frontier oder Vega 56 sogar auf über 120 FPS. Da wären dann auch HD-Auflösungen möglich.

Luxmark (Open CL)

Ein weiterer wichtiger Benchmark ist Luxmark, mit dem man die OpenCL-Leistung prüfen kann. Nur 2511 Punkte erzielt der Mac Mini, die eGPU mit Radeon Vega Frontier 27 508 – also wieder das Zehnfache. Aber auch der Puck mit RX570 erzielt mit 11839 Punkten das Fünffache der integrierten Grafik.

Open GL

Mit Unigine Valley kann man die Open GL-Leistung einer Grafikkarte messen, hier erzielt die UHD 630 allerdings beim Basic Preset nur 24,2 Punkte. Hier fällt die Steigerung etwas moderater aus. Die Radeon RX570 verdreifacht die Leistung, eine Vega 56 kann die Leistung immerhin etwas verfünffachen.

Unsere Meinung: Offensichtlich kann eine eGPU hohe Leistungsverbesserungen liefern. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass noch längst nicht alle Programme eine eGPU auch unterstützen – und auch nicht alle Spiele. Grafik- oder Video-Profis sollten deshalb die Unterstützung vorab testen oder besser gleich zu einem iMac Pro greifen. Mit einer eGPU werden aber Spiele an einem Mac Mini erstmals überhaupt möglich.

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