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EU: Facebook soll 110 Millionen Euro für Falschangaben bezüglich Whatsapp zahlen

18.05.2017 | 15:22 Uhr |

Ein solcher Betrag ist auch für den Social Network-Konzern kein Klacks. Ärgern wird man sich im Hauptsitz des Unternehmens im Menlo Park in Kalifornien über die Strafe wohl schon …

Die europäische Kommission hat Facebook wegen falscher Angaben bei der Übernahme von Whatsapp 2014 zu einer Millionenstrafe verdonnert – 110 Millionen Euro oder 122 Millionen US-Dollar muss der US-amerikanische Konzern in Europa überweisen. Das berichten beispielsweise Macrumors.com und der Spiegel . Als Facebook im Jahr 2014 die Genehmigung zur Fusion mit Whatsapp erhielt, versprach man den Nutzern der am meisten verbreiteten Instant-Messaging-App, sie von Werbung zu verschonen und die Daten vor Facebook zu schützen. Dagegen kündigte Whatsapp im Sommer 2016 an, nun doch Daten, insbesondere Telefonnummern und andere Nutzungsdaten seiner User, mit der großen Muttergesellschaft Facebook auszutauschen und mit den Profilen des Social Networks zu verknüpfen. Dieses Ansinnen war aber in Deutschland durch den Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar per Verwaltungsanordnung gescheitert .

Nun stellte die EU-Kommission fest, dass ein solcher Abgleich der Nutzungsdaten und Profile zwischen den Diensten bereits 2014 technisch möglich war und Facebook-Mitarbeiter dies gewusst hätten. Man habe die Entscheidung zur Genehmigung der Verbindung zwischen Facebook und Whatsapp seitens der EU aber damals schon unabhängig von diesem hypothetischen Szenario getroffen. Dennoch hätte Facebook dies offen mitteilen und darlegen müssen. Die Strafe soll nun auch im Hinblick auf andere Unternehmen signalisieren, dass sie bei Fusionen und anderen von der EU zu genehmigenden Verfahren mit offenen Karten spielen müssen.

Facebook dagegen räumt den Fehler zwar prinzipiell ein, teilt aber auch mit , man habe von Anfang an gegenüber der Kommission nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und jederzeit versucht, korrekte Informationen zu liefern. Die fehlerhafte Information von 2014 sei jedenfalls keine Absicht gewesen. Zumal sie für das Genehmigungsverfahren ja keine Rolle gespielt hätte, wie die Kommission selbst bestätigt habe. Damit betrachtet Facebook die Sache als abgeschlossen.

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