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Excire Search: Intelligente Fotosuche für Lightroom Classic CC 1.3.3

13.11.2018 | 12:49 Uhr |

Bilder automatisch verschlagworten, anhand von Bildinhalten wie Gesichtern, Objekten und gar Farben – das leistet das Plug-in.

Nutzer von Adobe Lightroom kennen den Aufwand und die Arbeit, die es kostet, den eigenen Bildbestand zu verschlagworten. Aber ohne eine ordentliche Vergabe von Stichworten ist ein Finden von Motiven in einem großen Katalog nicht mehr möglich. Aus diesem Grund gibt es die Möglichkeit, Stichworte den einzelnen Bildern zu zuweisen, wie sie in jedem Medienverwaltungsprogramm vergeben werden können.

In der Praxis ist das Vorgehen nach dem Fotografieren bei vielen Fotografen gleich:

  •  Aufnahmen in die Datenbank durch importieren der Bilder

  •  sichten und aussortieren der Aufnahmen

  •  Verschlagwortung und Bewertung

Danach hat man eine sehr gut funktionierende Datenbank mit seinen Bildern, in der man jederzeit das passende Motiv finden kann.

Excire Search möchte einem die manuelle Vergabe von Stichworten abnehmen und trotzdem dem Fotografen eine leistungsfähige Suche im Bildbestand anbieten.

Möglich macht dies eine Bildanalyse, die die Bildinhalte erkennt und somit die manuelle Beschreibung der Bildinhalte mit Stichworten überflüssig macht. Als Bildinhalte werden hierbei einzelne Objekte wie Autos oder Gewässer ebenso erkannt, wie eine primäre Farbe. Hat man ein Beispielfoto und möchte ähnliche Motive finden, leistet das Excire Search ebenso, wie die Suche nach Gesichtern.

Bei der Gesichtserkennung geht Excire Search aber über das hinaus, was man von Lightroom oder Apple Fotos gewohnt ist. Excire Search unterscheidet nämlich zwischen Alter, Geschlecht und Gesichtsausdrücken. Das ist also eine ganz andere Vorgehensweise als die übliche Suche nach bestimmten Personen.

Die Vorarbeit

Damit man in den Genuss der inhaltsbasierten Suche kommen kann, muss der eigene Bildbestand erst initialisiert werden.

Hierzu ruft man den Menüpunkt „ Bibliothek > Zusatzmoduloptionen > Excire Search > Fotos initialisieren…“ auf.

Für die 2160 Beispielbilder einer Reise benötigte Excire Search für die Initialisierung rund sieben Minuten auf einem Macbook Pro 2016. Die Ergebnisse speichert Excire in einer eigenen Datenbank ab.

Der erste Schritt mit der Arbeit in Excire Search ist die Initialisierung, also die Analyse der eigenen Bilder.
Vergrößern Der erste Schritt mit der Arbeit in Excire Search ist die Initialisierung, also die Analyse der eigenen Bilder.

Arbeiten mit Excire Search

Ist die Initialisierung geschafft kann man Excire Search in der Datenbank suchen lassen. Wie von Lightroom gewohnt, ist das zum einen die Suche nach Stichworten. In der Standard Version stehen maximal 125 Stichworte zur Verfügung, in der Pro Version sind es schon mehr als 500.

Die Stichworte werden übersichtlich in einer Liste angezeigt und zwar nur die Stichworte, zu denen es auch Bilder gibt. Also nicht alle 500 Stichworte, die es in der Pro Version gibt. Eine Hierarchie – zum Beispiel "Fahrzeug" und darunter "Auto" und "Fahrrad" – sorgt für eine gute Übersicht.

Eine besondere Rubrik innerhalb der Bildinhalt  ist die Rubrik Fotografie. Hier verstecken sich gestalterische Stichworte wie "Bokeh", "Fluchtlinien" oder "Silhouette".

Die Suche beschränkt sich aber nicht nur auf reine Bildinhalte, sondern auch die Suche nach Bildeigenschaften wie beispielsweise "Dunkel", "Farblos" oder "Selektive Farbe" sowie nach einer dominanten Farbe ist möglich. Das eröffnet einem Fotografen ganz neue Möglichkeiten, die mit einer manuellen Vergabe nur unter großem Zeitaufwand möglich wären.

Für das Suchen nach Stichworten bietet Excire Search einen eignen übersichtlichen Such-Dialog. Hier kann nicht nur nach einem Stichwort, sondern auch nach Kombinationen gesucht werden.
Vergrößern Für das Suchen nach Stichworten bietet Excire Search einen eignen übersichtlichen Such-Dialog. Hier kann nicht nur nach einem Stichwort, sondern auch nach Kombinationen gesucht werden.

Die nächste spannende Suchfunktion ist die nach ähnlichen Bildern. Dazu wählt man ein Bild aus dem eigenen Lightroom-Katalog oder eine externe Bilddatei aus. Jetzt versucht Excire Search alle Bilder zu finden, die diesem Bild vom Inhalt oder der Farbigkeit her entspricht.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen, mit einem Portrait meines Sohnes mit Schnuller hat er recht zuverlässig alle weiteren Bilder gefunden. Auch wo er nur im Profil drauf war. Allerdings auch eine Freundin, die rund 70 Jahre älter ist.

Bei der Suche nach Farbigkeit scheiterte Excire Search bei einem Schwarzweiß-Portrait als Ausgangsbild. Da wurden auch knallbunte Bilder als Ergebnis angezeigt.

Die letzte Suchmöglichkeit kennt man in Ansätzen so auch von Lightroom, die Suche nach Gesichtern. Doch Excire Search geht hier sehr viel weiter und bietet so spannende Suchfilter wie Kleinkind, die Unterscheidung zwischen männlich und Weiblich, Einzel- und Gruppenportrait und sogar den Grad des Lächelns.

Das Suchen nach Gesichtern geht weit über das hinaus, was man von Lightroom her kennt.
Vergrößern Das Suchen nach Gesichtern geht weit über das hinaus, was man von Lightroom her kennt.

Die Pro-Version

Wem 125 Stichworte nicht reichen, kann zur größeren Pro-Version greifen, die mehr als 500 Stichworte unterstützt. Das ist dann schon für professionelle Anwender, denn eine extrem große Anzahl an Stichworten bedeutet unter Umständen auch eine schwierigere Suche in der Datenbank. Der größte Vorteil der Pro-Version dürfte hingegen das Übertragen der Excire Stichworte in den Lightroom-Katalog sein. Jetzt stehen einem die Suchfunktionen von Lightroom zur Verfügung, da die Stichwörter in das IPTC-Feld für Stichwörter eingetragen werden.

Das Tolle ist aber das Excire Search die Stichworte nicht einfach nur überträgt, sondern man diese beim Übertragen auch editieren kann. Das Upgrade auf die Pro-Version kostet 55,- Euro.

Eine sehr praktische Funktion der Pro-Version ist die Übertragung der Stichworte in den Lightroom-Katalog. Die Stichworte können hierbei auch korrigiert werden.
Vergrößern Eine sehr praktische Funktion der Pro-Version ist die Übertragung der Stichworte in den Lightroom-Katalog. Die Stichworte können hierbei auch korrigiert werden.

Empfehlung

Es ist schon faszinierend, wenn man so mühsame Aufgaben wie die manuelle Stichwortvergabe automatisieren kann. Dieses Plug-In hat Suchtpotential und ist sicher der Traum vieler Fotografen und Agenturen. Speziell die Suche nach Bildinhalten, die zur fotografischen Gestaltung gehören, wie Bokeh oder Fluchtlinien, sind fantastisch.

Da macht sicher der auf den ersten Blick hoch erscheinende Preis doch schnell bezahlt. Gerade die Pro-Version mit größerer Anzahl an Stichworten und der Übertragung der Stichworte in die IPTC-Metadaten der Bilder ergibt am meisten Sinn.

Was sich so nach Zauberei anhört, ist aber noch nicht fehlerfrei. Mal wird ein Objekt nicht erkannt oder eine Person nicht richtig identifiziert. Trotzdem ist Excire Search schon jetzt eine große Hilfe und erleichtert einem Fotografen die Arbeit. Stichworte manuell zu ergänzen ist immer noch einfacher, als komplett zu vergeben. Und auch die dahinterstehende KI wird immer weiter verbessert und vielleicht wird auch schon bald die Fehlerrate minimiert.

Ein positiver Aspekt ist auch, dass kein Cloud-Dienst benötigt wird, wie es bei Lightroom CC der Fall ist. Sitzt man also als Reise- oder Naturfotograf irgendwo im Nirgendwo ohne Internet, lässt man die Suche einfach auf seinem mobilen Rechner laufen. Das geht mit kleinen Bildbeständen auch erstaunlich flott. Im neuen Jahr folgt dann auch eine Standalone-Version, mit dem man sich nicht nur unabhängig von Lightroom macht, sondern auch Nutzer anderer Bildverwaltungsprogramme wie Capture One, Luminar 2019 und ON1 Photo RAW begeistern kann.

Excire Search 1.3.3

Hersteller:

Excire

Preis:

Excire Search Standard 49,- Euro, Excire Search Pro 99,-

Systemvoraussetzungen:

macOS 10.7, Lightroom Version 5, 4 GB RAM

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