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Facebook verrät Moderator-Identitäten an mutmaßliche Terroristen

16.06.2017 | 15:45 Uhr |

Durch einen Fehler im Moderationssystem des sozialen Netzwerks wurden die Identitäten von rund 1.000 Mitarbeitern preisgegeben.

Ende des vergangenen Jahres wurde in der Moderationssoftware von Facebook ein Fehler entdeckt, der mehr als 1.000 Mitarbeiter des sozialen Netzwerks in Gefahr bringen sollte. Der Bug enthüllte die Identitäten von Moderatoren, die in 22 unterschiedlichen Abteilungen unter anderem für die Löschung von Hasskommentaren verantwortlich waren.

Durch den Fehler wurden die persönlichen Facebook-Profile der Moderatoren in den Facebook-Gruppen angezeigt, deren Admins wegen eines Verstoßes gegen die Facebook-Richtlinien gesperrt wurden. Die übrigen Administratoren dieser Gruppen konnten dadurch die Identität der Facebook-Moderatoren sehen. Etwa 40 der durch den Bug „entlarvten“ Moderatoren arbeiteten laut dem Guardian in Facebooks Anti-Terror-Abteilung in Dublin. Sechs dieser Mitarbeiter gelten durch den Facebook-Bug als besonders gefährdet.

Der Fehler im Facebook-System hat sich seitdem stark auf das Privatleben der betroffenen Moderatoren ausgewirkt. Wie der Guardian berichtet, sei einer der Mitarbeiter sogar aus Irland geflüchtet, nachdem er erfahren habe, dass sieben mutmaßliche Hamas-Mitglieder sein Privat-Profil angeschaut hätten. Er erhielt daraufhin Nachrichten und Freundschaftanfragen von den mutmaßlichen Terroristen. Aus Angst versteckt sich der junge Mann seit fünf Monaten in Osteuropa.

Facebook argumentiert in einer offiziellen Stellungnahme nüchtern. Das soziale Netzwerk wolle alle seine Mitarbeiter beschützen. Nachdem der Bug bekannt wurde, habe der Konzern umfassende Ermittlungen eingeleitet, um derartige Fehler in Zukunft zu verhindern.

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