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Faszination Schwarz-Weiß mit Capture One 11

07.08.2018 | 13:35 Uhr |

Schwarz-Weiß fasziniert viele Fotografen. Die Reduktion auf Grauwerte gibt dem einzelnen Objekt mehr Raum und lässt das Hauptobjekt mehr in den Fokus rücken. Es schult auch den Fotografen darauf, nicht einfach viel auf ein Bild zu bannen, sondern bewusst seine Bilder zu gestalten.

Schwarz-Weiß Bilder leben von der eigenen Interpretation des Fotografen, daher ist eine Schwarz-Weiß-Voreinstellung in der Kamera nicht immer der richtige Weg, um zu einem perfekten Schwarz-Weiß-Bild zu kommen. Mit einem RAW-Konverter oder einer Bildbearbeitung haben wir mehr Möglichkeiten, diese Umwandlung zu steuern.

Capture One 11 bietet alles an Werkzeugen, was das Herz eines Schwarz-Weiß-Fotografen höher schlagen lässt. Das sind sehr gute Werkzeuge für Helligkeit und Kontrast, aber auch Pinsel und ein Verlaufswerkzeug, um Masken zu erzeugen. Damit kann man Einstellungen selektiv auf Bildbereiche eingrenzen.

Weitere wichtige Werkzeuge für den Einstieg sind sehr schöne Vorgaben für die Schwarz-Weiß-Umsetzungen.

Die konfigurierbare Benutzeroberfläche macht es dem Einsteiger in Capture One nicht gerade leicht, die passenden Werkzeuge auf Anhieb zu finden. Da ist es von großem Vorteil, dass man im Menü „Fenster/Arbeitsumgebung“ eine vorkonfigurierte Arbeitsumgebung für Schwarz-Weiß vorfindet. Hier sind alle wichtigen Werkzeuge angeordnet, die Werkzeuge für Farbbilder sind praktischerweise ausgeblendet.

Bevor wir mit der Schwarz-Weiß-Umwandlung beginnen, korrigieren wir unser Bild. Das kann zum Beispiel Sensorstaub sein, Bildfehler des Objektives oder Fehler beim Fotografieren. Den ersten Fehler, den wir bei unserem Bild korrigieren müssen, ist die Chromatische Aberration. Sie macht sich speziell an Kontrastkanten durch Farbsäume bemerkbar und würde unsere Schwarz-Weiß-Umwandlung stören.

Der nächste Fehler passiert leider häufig beim Fotografieren, die Ausrichtung muss korrigiert werden. Hierfür hat Capture One die Werkzeuge „Gerade richten“ und „Freihanddrehen“. Wir bevorzugen Freihanddrehen, weil wir hier mit Hilfe des Rasters sehr schnell zum Ergebnis kommen.

Hat man noch keine konkrete Vorstellung, wie das spätere Schwarz-Weiß-Bild aussehen soll, sind die mitgelieferte Stile und Voreinstellungen ein sehr guter Start.

Fährt man mit der Maus über einen Eintrag, wird der entsprechende Stil beziehungsweise Voreinstellung direkt im Original Bild als Voransicht gezeigt. Das geht schnell und gibt einem einen perfekten Einblick.

Die Vorarbeit ist erledigt und wir können an die Schwarz-Weiß-Umwandlung gehen. Wir entscheiden uns gegen einen fertigen Stil und starten daher mit der Aktivierung des Hakens bei „Schwarz & Weiß aktivieren“ im Werkzeug „Farbempfindlichkeit“.

Das Ergebnis von Capture One wird uns nicht direkt gefallen, über die Farbregler beeinflussen wir die Umwandlung für die einzelnen Farben.

Im nächsten Schritt geht es darum ausgeglichene Tonwerte beziehungsweise Belichtung einzustellen. Dies geschieht in den entsprechend bezeichneten Werkzeugen. Nicht vergessen sollte man hier auch Lichter und Tiefen, wobei wir diese Bereiche auch mit den selektiven Werkzeugen bearbeiten werden.

Ein sehr fein einstellbarer Regler ist die Klarheit bei Capture One. Gerade Schwarz-Weiß-Bilder können von einer Erhöhung sehr stark profitieren, leben sie doch von den Kontrasten.

Wer noch die analoge Ausbelichtung von Schwarz-Weiß Bildern kennt, der erinnert sich sicherlich an die selektive Bearbeitung mit Abwedeln und Nachbelichten. Genau das ist unser nächster Schritt und das passende Werkzeug ist bei den Ebenen zu finden.

Wir legen zunächst eine neue Ebene an ...

und malen mit dem Pinsel eine Maske. Haben wir zu viel gemalt und müssen es korrigieren, aktivieren wir „Maske löschen“ und malen über die zu entfernende Bereiche.

Tipp: Ein Grafik Tablet erleichtert einem diese Arbeit.

Über „Maske verfeinern“ kann man leicht unsaubere Stellen korrigieren.

Anschließend benennen die Ebene um, in unserem Fall in "Himmel."

Im Gegensatz zu Photoshop kann man jetzt den maskierten und nicht den unmaskierten Bereich mit den Werkzeugen optimieren.

Wir legen für jeden zu optimierenden Bereich eine eigene Ebene an, was uns sehr viel Spielraum und Überblick gibt.

Als abschließender Effekt darf neben einer leichten Vignette natürlich das Filmkorn nicht fehlen. Capture On begnügt sich nicht einfach mit einer einzigen Simulation von Filmkorn, sondern gleich mit sechs. Wie auch bei den Mitbewerbern, sollte man das Filmkorn in der 100-Prozent-Ansicht einstellen, aber wirklich beurteilen lässt es sich dann am besten im Druck auf einem Fine-Art-Papier.

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