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FBI warnt US-Firmen vor Software von Kaspersky

21.08.2017 | 16:25 Uhr |

Immer mehr US-Behörden verbieten die Nutzung von Software des Sicherheitsunternehmen Kaspersky, seit kurzem warnt das FBI jetzt auch Unternehmen.

Die Sicherheitsfirma Kaspersky hat in Profi-Kreisen einen guten Ruf, neben bekannten Antivirenprogrammen für Einzelanwender hat die russische Firma auch viele Firmenlösungen im Angebot. Seit kurzem warnt aber das FBI US-Firmen vor der Nutzung der Lösungen dieser Firma. Wie Cyberscoop berichtet , soll das FBI seit Anfang 2017 ausgewählte Firmen vor der Nutzung von Kaspersky-Software warnen, die besonders wichtig für die US-Infrastruktur sind. Firmen aus dem Energiesektor wurden dabei zuerst angesprochen, da diese durch Cyberangriffe besonders gefährdet sind, wie jüngste Angriffen auf das Stromnetz der Ukraine zeigten. Die meisten Firmen hätten umgehend reagiert und mehrere von ihnen Verträge mit anderen Anbietern geschlossen. In den Briefings würden die Firmen unter anderem auf die Nähe des Unternehmens zu russischen Geheimdiensten und geschäftliches Fehlverhalten hingewiesen. Neben Firmen aus dem Energiesektor wurden auch große IT-Unternehmen angesprochen, die aber laut Bericht weit weniger kooperativ wären. Die Warnung des FBI war nicht der erste Schritt der US-Behörden gegen das Unternehmen, so hat im Juli die Behörde General Services Administration Kaspersky von ihrer Empfehlungsliste gestrichen und in einem kommenden National Defense Authoriszation Act wurde dem US Verteidigungsministerium ausdrücklich die Nutzung von Kaspersky-Software verboten – „due to reports that the Moscow-based company might be vulnerable to Russian government influence“. Verbindungen der Firma zu russischen Sicherheitsbehörden sind allerdings nicht neu, so arbeitete der Firmengründer Jewgeni Kaspersky für den KGB (Geheimdienst in der UdSSR) und ein Wired-Artikel sagte ihm gute Verbindungen in den Kreml nach – was er aber dementierte .

In einer Stellungnahme zu Cyberscoop hat Kaspersky bereits bestritten, das Unternehmen habe unangemessene Beziehungen zu den russischen Behörden. Das Unternehmen sieht sich unfair behandelt und als Opfer in einem geopolitischen Konflikt zweier Nationen.

Inwieweit sich ein russisches Unternehmen dem Einfluss des russischen Staates entziehen könnte, erscheint US-Behörden offenbar fraglich, so weist das FBI auf neue Überwachungsgesetze in Russland hin, wie die Yarovaya-Gesetze und das System for Operative Investigative Activities, die Behörden unbegrenzten Zugriff auf alle Datentransfers erlaubt. Zusätzlich stammen viele Manager von Kaspersky aus den Sicherheitsdiensten, was allerdings auch bei vielen anderen Sicherheits-Firmen üblich ist.

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