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FBI zwingt Person zur iPhone-Entsperrung per Face ID

01.10.2018 | 15:02 Uhr | René Resch

Biometrische Daten stehen in den USA nicht unter dem selben Schutz wie ein PIN-Code. Eine Person in den USA wurde zum Unlock per Face ID nun gezwungen.

Wie Forbes berichtet, tauchte nun zum ersten Mal ein Fall auf, wobei eine verdächtige Person von den Strafverfolgern aufgefordert wurde, sein iPhone X per Face ID zu entsperren.

Die Entsperrung solle dabei jedoch legitim abgelaufen sein. Das FBI benutzte einen Durchsuchungsbefehl als Autorisierung für die Freischaltung über die Gesichtserkennung. Im US-Recht haben biometrische Daten nicht den gleichen Schutz wie ein PIN-Code, dieser existiere nur im Kopf der Person. Behörden in den USA können dadurch Personen auffordern, ihre Smartphones per Face ID oder Touch ID zu entsperren.

Die PIN ist durch die Verfassung der USA geschützt, biometrische Daten nicht

Die PIN hingegen ist durch den fünften Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten rechtlich geschützt. Eine Person kann nicht gezwungen werden jemandem seine PIN mitzuteilen, da dies als Selbstbeschuldigung angesehen wird. Biometrische Daten genießen in den USA nicht denselben Schutz wie ein PIN-Code. In den USA wird seit geraumer Zeit über diesen Umstand diskutiert und einige sind sogar dafür, dass das Gesetz dahingehend geändert wird.

Apple tut gegen diese Gesetzeslücke, was nur geht: iOS-Geräte erfordern die Verwendung einer PIN, wenn das Gerät länger als 48 Stunden nicht entsperrt wurde. Auch wenn das Gerät ausgeschaltet wird oder in den Notfall-Modus versetzt wird, verlangt das Smartphone nach dem Sperrcode. Und selbst im entsperrten Zustand verlangt das iPhone nach einer PIN, sobald es an einen Rechner angeschlossen wird. Das sind die Schlupflöcher, um eine Entsperrung durch Behörden in den USA vorerst zu umgehen.

In diesem speziellen Fall hat der Beamte das Telefon des Verdächtigen durch Face ID entsperren lassen. Der Beamte durchsuchte das Telefon manuell und machte einige dokumentierende Fotos, ließ das Gerät dann aber nach einiger Zeit selbst sperren. Das FBI fordert nun eine weitere forensische Extraktion am Telefon an, wahrscheinlich mit Geräten von Grayshift .

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