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Forscher wollen Touch ID mit einem Masterhandschuh entsperrt haben

12.04.2017 | 09:38 Uhr | Thomas Hartmann

Mit einem per Computersimulation entwickelten ÔÇŁMaster-FingerabdruckÔÇŁ wollen Forscher die Sicherheit von Fingerabdruckscannern in Smartphones austricksen.

W├Ąhrend sich die Entsperrung von Handys per Gesichtserkennung wie beim aktuellen Samsung-Smartphone Galaxy S8 als noch zu anf├Ąllig erweist , gilt der Log-in per Touch-ID wie bei den iPhones als relativ sicher, denn Fingerabdr├╝cke sind einzigartig und lassen sich nicht so leicht nachahmen. Oder doch?

Nach einem Bericht von ZDNet ┬á arbeiten Forscher der Universit├Ąten in New York und Michigan State an einem Verfahren, mit dem sich per k├╝nstlich entwickelten ÔÇŁMaster-Abdr├╝ckenÔÇŁ die Fingerabdruckscanner in Smartphones und Tablets austricksen lassen sollen. Diese wurden mithilfe von Computersimulationen entwickelt und benutzen demnach verschiedene Merkmale, die sich typischerweise in menschlichen Fingerabdr├╝cken finden. Die Erkennungsrate soll immerhin in 65 Prozent aller F├Ąlle den Teilabdr├╝cken entsprechen, die man zur Entsperrung mobiler Ger├Ąte ben├Âtigt. Damit sollen sich iPhones und Android-Smartphones leicht austricksen lassen. Gedacht ist dabei an einen Handschuh mit Master-Abdr├╝cken, der in der Lage sein soll, innerhalb von f├╝nf Versuchen fast die H├Ąlfte der iPhones zu entsperren, bevor ein Zahlencode angefordert werde.

Gerade im Hinblick auf die aufkommende Bezahlm├Âglichkeit mit Apple Pay sind auch andere Forscher besorgt. Hat man ein iPhone erst einmal mit den simulierten Fingerabdr├╝cken geknackt, sind damit weitere Missbrauchsm├Âglichkeiten verbunden.

Apple dagegen sieht die Wahrscheinlichkeit, mit gef├Ąlschten Abdr├╝cken die Touch ID des iPhones zu ├╝berwinden, bei lediglich 1 zu 50.000, da man bei der Entwicklung bereits verschiedene Angriffsmethoden getestet und zus├Ątzliche Sicherheitsfunktionen implementiert habe. Auch Stephanie Schuckers, Direktorin des Center for Identification Technology Research an der Clarkson University, glaubt demnach nicht daran, dass sich die bisher nur am Computer simulierten Ergebnisse einfach so auf die Realit├Ąt ├╝bertragen lie├čen. Dazu m├╝sste man diese erst ausf├╝hrlich mit einem Mobiltelefon testen. Sie verweist au├čerdem auf zus├Ątzliche Ma├čnahmen wie die Ber├╝cksichtigung der Schwei├čabsonderung der Haut oder Muster in tieferen Hautschichten , welche die Fingerabdrucksensoren sicherer machen, als die Forscher aus New York oder Michigan State das vermuten.

Doch auch Nasir Memon, Professor f├╝r Computerwissenschaften an der New York University und an den Forschungen beteiligt, will weiterhin seinen Fingerabdruckscanner am iPhone nutzen, weil es einfach bequem sei. Er w├╝nschte sich allerdings, dass Apple die Nutzer nach einer Stunde Leerlauf dazu zwinge, die PIN einzugeben. Dies w├Ąre zwar etwas unbequemer, aber in der Tat eine sinnvolle zus├Ątzliche Sicherheitsma├čnahme, nicht nur nach dem Neustart des Ger├Ąts.

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