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Forschung: Akkus in Minuten aufladen

14.07.2017 | 10:30 Uhr |

Physiker in Ulm und Karlsruhe haben ein Material entdeckt, das hohe Ladungsdichten hält und sich schnell aufladen lässt.

Bereits Smartphones, Tablets und Notebooks brauchen recht lange, um voll aufgeladen zu werden, bei Elektroautos wäre ein schneller "Tankvorgang" an möglichst vielen Stationen entscheidend für den Erfolg. Lithium-Ionen-Batterien sind sowohl in der IT als auch in der Elektromobilität derzeit noch die erste Wahl. Nun ist laut Pro Physik eine interdisziplinäre Forschungsgruppe um Maximilian Fichtner vom Helm­holtz-Institut Ulm und Mario Ruben vom Institut für Nano­techno­logie des KIT in Karlsruhe mit einem organischen Material einen wesentlichen Schritt weitergekommen: Porphyrin, das in der Natur beispielsweise das Grundgerüst von Chlorophyll bildet. Dockt man an das Porphyrin funktionale Molekülgruppen an, können diese Strukturen Lithium-Ionen einlagern und damit Energie speichern. Das neue Material können pro Gramm 130 bis 170 mAh Ladung speichern, bei einer mittleren Spannung von drei Volt lässt sich der Speicher innerhalb von einer Minute so weit aufladen. Experimente würden zeigen, dass die Ladungsdichte sich noch um weitere 100 mAh steigern ließe und statt Lithium auch Natrium zum Einsatz kommen könnte.

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