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Galaxys S9: Gesichtserkennung unsicherer als Face ID

02.03.2018 | 15:26 Uhr | Halyna Kubiv

Samsung hat vor einer Woche sein neues Top-Smartphone vorgestellt. Intelligent Scan heißt die neue Gesichtserkennung des Galaxy S9.

"Intelligent Scan" hat Samsung seine neue Authentifizierungsmethode getauft, diese ist in den neuesten Smartphones wie Galaxy S9 und S9+ eingebaut. Demnach kann man das Smartphone noch schneller entsperren als mit dem Vorgänger. " Cnet " hat sich das System genauer angeschaut und herausgefunden, dass "Intelligent Scan" doch nicht so sicher ist wie suggeriert.

Das neue Sicherheitssystem in Galaxy S9 ist grundsätzlich eine Kombination aus diversen Verfahren: Samsung beschreibt dies als einen Einsatz von Künstlicher Intelligenz zusammen mit Gesichts- und Iris-Erkennung. Das Smartphone scannt zunächst das Gesicht, reichen dabei die Daten nicht aus wie etwa bei schlechten Lichtverhältnissen oder mit einem Schal im Gesicht, greift das Galaxy S9 auf den Iris-Scanner zurück. Scheitert nun auch der Iris-Scanner, kombiniert das Smartphone die Daten der beiden Systeme und wertet diese aus, ob der Nutzer doch noch identifiziert werden konnte.

Die Sicherheits-Experten monieren jedoch gegenüber "Cnet" das Vorgehen des System. Denn Samsung hat somit nicht die Sicherheit verbessert, sondern das Komfort bei der Anmeldung erhöht. Mitglied des Chaos Computer Clubs, Jan Kissler, hat gegenüber "Cnet" verkündet, man habe kein Interesse an dem Knacken von Intelligent Scan, wenn dort nichts Neues vorkomme. Jan Kissler war einer der ersten, der im letzten Jahr das Galaxy S8 überlisten konnte.

Andere Experten merken an, dass Samsung, obzwar mit seiner Gesichtserkennung früher auf dem Markt, eine Aufholjagd auf Apple veranstalten muss. Die Face ID ist elaborierter und deutlich schwieriger zu überlisten als die üblichen 2D-Gesichtserkennungs-Systeme auf dem Markt. Es gab ein paar erfolgreiche Versuche einer vietnamesischen Sicherheitsfirma , die anscheinend die Face ID doch noch knacken konnte. Doch diese hat das Gesicht und folglich die Maske eines eigenen Mitarbeiters benutzt. Ob die Methode der Firma auch im realen Leben genutzt werden konnte, sei dahin gestellt, schließlich fällt man ganz zufällig in eine Gips-Wanne just in dem Moment, wenn die Hacker eine 3D-Abbildung des eigenen Gesichts gebrauchen.

Weder Chaos Computer Club noch andere Sicherheits-Experten konnten bis jetzt den Versuch von "Bkav" nicht wiederholen. Auch sind die Horror-Meldungen ausgeblieben , Kinder haben beim schlafenden Elternteil das iPhone X entsperrt und horrende Summen im App Store ausgegeben.

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