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Gartenberg träumt von Apple auf der CES

15.01.2018 | 11:28 Uhr | Peter Müller

Am zehnten Jahrestag der Präsentation des Macbook Air darf man gerne von der Vergangenheit träumen. Mehr aber nicht.

Von der Vergangenheit träumt der Technikexperte Michael Gartenberg auf iMore . Die diesjährige CES hat ihm nämlich überhaupt nicht gefallen, trotz des Hypes um Amazons Alexa und damit gesteuerte smarte Gerätschaften. Man habe auf der Messe in Las Vegas mehr Quantität als Qualität gesehen, das sei früher anders gewesen. Apple habe auch gar nicht anwesend sein müssen, um mit seinen eigenen Vorstellungen zum Jahresbeginn die Technik zu prägen. Die CES habe dagegen Microsoft nutzen können, sich und seine Produkte in den Vordergrund zu stellen, Bill Gates hatte seinerzeit etwa die Xbox in Las Vegas präsentiert.

Microsoft könne man heute aber nicht mehr zutrauen, die CES mit einer Keynote zu prägen, von Apple könne man das aber sehr wohl noch erwarten. Nur müsste es sich da um mehr als eine Präsentation eines neuen Produktes handeln, sondern so wie früher um eine Art Regierungserklärung der Technologieindustrie. Eben so, wie die Keynotes von Bill Gates und Steve Jobs eben früher betrachtet wurden. Aber das war damals und ob Apple Interesse daran hat, die CES wieder zu beleben, sei dahin gestellt.

Apple hatte schon vor gut zehn Jahren erklärt, nicht an Messen interessiert zu sein. Kein Wunder, weltweit unterhält Apple rund 500 Dauerausstellungen seiner Produkte in Form der Apple Stores, manche von ihnen zählen an einem Tag mehr Besucher als die Macworld Expo seinerzeit in einer guten Woche.

Jene Mac-Messe hatte Apple seinerzeit immer wieder gerne dafür genutzt, mit spektakulären Produkten das neue Jahr zu eröffnen, vor allem die Präsentation des iPhone sei hier genannt. Doch war auch die Keynote heute vor zehn Jahren spektakulär, als Steve Jobs auf der Bühne des Moscone West das Macbook Air präsentierte. Dieses war mehr als eine Antwort auf den damaligen Netbook-Boom, im Gegenteil zeigte Apple mit dem flachen Wunder, wie ein kompaktes Notebook auszusehen hatte und dabei dennoch ein vollwertiger Computer sein könne. Die Radikalität des Entwurfes ging jedoch nicht ohne Verzicht: Ein optisches Laufwerk ließ Apple erstmals weg, auch einige Schnittstellen, die im Macbook Pro noch länger vorhanden waren.

Die Präsentation des Macbook Air am 15. Januar 2008 war aber auch die letzte, die Steve Jobs selbst auf der Macworld Expo gab. Im Jahr darauf vertrat ihn Marketingchef Phil Schiller, dieser hatte aber neben einem wenig spektakulärem Update für das Macbook Pro wenig mitgebracht. Seit 2010 fehlt Apple auf Messen – wie zum Hohn legte Cupertino aber die Präsentation des iPad in jenem Jahr in den Januar, weswegen es gerade auf der CES massives Geraune über das kommende Apple-Tablet gegeben hatte, ohne dass Apple selbst nach Las Vegas hätte kommen müssen. Stattdessen zeigte Bill Gates' Nachfolger als Microsoft-CEO Steve Ballmer in jenem Jahr reichlich uninspiriert ein HP-Slate, das sich zum iPad in etwa so verhielt wie das Netbook zum Macbook Air: Netter Versuch, aber Apple zeigt, wie es richtig geht.

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