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Gegen Spionage: Papier mit winzigen Drähten

26.10.2018 | 09:23 Uhr | Michael Söldner

Durch mikroskopische Drähte gesichertes Papier soll die Industriespionage in Unternehmen eindämmen.

In vielen Unternehmen werden Mitarbeiter beim Verlassen sensibler Bereiche schon nach USB-Sticks durchsucht. Zu groß ist die Angst der Firmen, dass geheime Informationen das Unternehmensgelände verlassen. Doch bislang gab es ein weiteres Sicherheitsrisiko für Spionage: den Bürodrucker.

Eine Schweizer Firma hat ein Verfahren entwickelt, um dieser Schwachstelle den Schrecken zu nehmen. Hierfür kommt spezielles Druckerpapier zum Einsatz, in das pro Blatt etwa 2000 Mikrodrähte eingelassen sind.

Diese Drähte sind zehn Mal dünner als ein menschliches Haar und können an den Ausgängen sensibler Firmenbereiche mit einem System aus Antennen aufgespürt werden.

Grundlage hierfür sind die magnetischen Eigenschaften der Drähte, die in einem Personenscanner erkannt werden können. Dies soll verhindern, dass Dokumente aus geheimen Bereichen entwendet werden. In den dortigen Druckern befindet sich nur das entsprechende Papier, dieses schlägt beim Verlassen der Bereiche Alarm.

Optisch unterscheidet sich das Sicherheitspapier nicht von klassischem Druckerpapier. Die Kosten fallen pro Blatt aber fünf Mal so hoch aus, da die Herstellung kompliziert ist. Zu den ersten Kunden gehört ein koreanischer Vertriebspartner, der nach eigenen Angaben pro Monat 2,5 Millionen Blatt an Samsung verkauft.

Auch Banken seien an der Technologie interessiert. Eine Schweizer Privatbank hätte das Papier ebenfalls schon im Einsatz, wofür genau, bleibt jedoch geheim. 

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